Adrian Vogler

Adrian Vogler ist Senior IT-Architekt Projektmanagement und Gründer des Vereins "Unser Wissen für unsere Region". Er ist Mitglied des Expert Network Horizont 2020 der EU. Aktuell plant er mit Partnern aus Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft eine lokale Initiative im Bereich der Metropolregion Nürnberg. Zuvor war er als technischer Teilprojektleiter für die Umsetzung eines der zentralen SOA Strategieprojekte der Bundesagentur für Arbeit verantwortlich.

Seit der Zeit  Servicebereichs- und Teamleiter u.a. für die Themenbereiche „Fachkonzept und fachlicher Test“ ist ihm das Thema Wissensmanagement und Know-how Transfer eine Herzensangelegenheit. Bis 2003 prägte er als Erster bzw. Grundsatzsachbearbeiter u.a. das Thema Anwendungsarchitektur innerhalb der Bundesagentur für Arbeit. Seine Tätigkeitsschwerpunkte in den letzten Jahren lagen n den Bereichen Projektmanagement, Beratung & Coaching, Wissenstransfer & Wissensmanagement sowie in den Bereichen Personalentwicklung und Teammanagement. In seiner Freizeit fährt er (Motor-)Rad, sucht und versteckt Geocaches und lernt außerdem (nun doch noch) E-Gitarre auf einer Les Paul.

 

Adrian Vogler: TAG! Motivation für Gesichter der Nachhaltigkeit

“Adrian Vogler has taken on the noble task of making global sustainability an executable endeavor--taking it from espoused idealism into real projects and actions that will get it done. Getting Things Done (GTD) has always been about creating awareness of and accountability for our commitments, creating space for meaningful focus, and defining doable action steps that create appropriate engagement. His initiative certainly has my support.“  David Allen, Chairman der David Allen Company

Einleitung

Die hier beschriebene Initiative hat zum Ziel, zwei Projekte im Bereich Nachhaltigkeit zu identifizieren und auf lokaler Ebene umzusetzen. Dabei erfolgt eine enge Einbindung der Bürger über jede Phase der Initiative und die Bürger werden auch direkt in Auswahl- und Entscheidungsprozesse eingebunden.

Motivation

Kaum ein anderes Thema bewegt die Gemüter mehr als das Thema Nachhaltigkeit. Wenn man im Internet eine Recherche macht zu den Stichworten "Nachhaltigkeit" (oder "Sustainability" wie im englischen) so erhält man z.B. über die Suchmaschine Google über 114.000.000 Treffer!

Das Thema ist bei Leibe nicht neu. Ganz aktuell wird es wieder auf dem G7 Gipfel, der dieses Jahr in Bayern stattfindet, diskutiert.

Denn schon zu Beginn der siebziger Jahre wurde eine entsprechende Untersuchung vom Club of Rome in Auftrag gegeben. Auf allen Ebenen wird seitdem geforscht und berichtet. Wenn man allerdings einen Blick auf den Umfang der „Jubiläumsausgabe“ des Berichts an den Club of Rome wirft, einen Bericht der jetzt bis ins Jahr 2052 reicht, scheint es, als stünden wir, obwohl seit dem ersten Bericht mehr als 40 Jahre vergangen sind, erst am Anfang.

Läuft uns also die Zeit für den entscheidenden Umschwung davon? Es scheint fast so.

Alljährlich wird auf dem World Economic Forum in Davos eine Risikoliste gepflegt und fortgeschrieben. Eine Liste die darstellt welche Risiken global für Wachstum und Wohlstand bestehen. Doch diese Liste entschärft die Problematik nicht, sondern sie zeigt insbesondere die Komplexität aus einer globalen Perspektive.

Es finden sich Themen wie die Verknappung essentieller Ressourcen wie Wasser und  Nahrung ebenso wie das Zusammenbrechen ganzer Staaten und internationaler Konflikte.

Es scheint zumindest so, dass wir das Rufen nach mehr Nachhaltigkeit quasi institutionalisiert haben. Und wenn ich von institutionalisiert spreche, dann meine ich, dass sich heute die meisten der großen Unternehmen tatsächlich eine Nachhaltigkeitsabteilung und einen Direktor für Nachhaltigkeit leisten und die Wirtschaftsführer der führenden Industrienationen regelmäßig zusammen kommen. Das ist gut. Aber ist es genug? Oder sind das nur die Feigenblätter an einer ansonsten indifferenten Wirtschaft?

Wo stehen wir also bei dem Thema tatsächlich? Und wie kann jeder Einzelne seinen ganz konkreten Beitrag dazu leisten, etwas zu ändern? Auch der Spiegel stellt diese Frage in dem Artikel „Was von früheren Gipfeln übrig blieb“.

Eine neue Initiative. Eine lokale Initiative

Weshalb also eine neue Initiative? Eine lokale Initiative? Dafür gibt es eine Reihe von Gründen. Lassen Sie mich an dieser Stelle nur zwei wesentliche davon nennen.

Der erste Grund ist, dass unbegrenztes Wachstum in einer Welt mit begrenzten Ressourcen schlicht nicht möglich ist (vgl. dazu Tim Jackson „Wohlstand ohne Wachstum“). Und der Versuch ein unbegrenztes Wachstum aufrecht zu erhalten führt daher schon heute zu massiven Umweltproblemen.

Wie kommen wir nun zu wirklichen Lösungen?

Wie schon Paul Watzlawick schrieb, braucht es für bestimmte Dinge eine Lösung 2. Ordnung. Eine Lösung, die außerhalb des bestehenden Systems liegt. Und wenn man das erst einmal erkannt hat, so wie es Tim Jackson in seinem Buch "Wohlstand ohne Wachstum" ausführt, dann ist man schon einen entscheidenden Schritt weiter. Ich würde deshalb vielleicht den Titel des Buches von Tim Jackson dahingehend abmildern bzw. umformulieren, in dem ich schreibe Wohlstand ohne herkömmliches Wachstum.

Der zweite Grund, der eine Motivation für eine Initiative auf lokaler Ebene darstellt ist der, dass die Menschen mitgenommen werden müssen. Die negativen Umweltfolgen unbegrenzten Wachstums betreffen ganz konkret die Menschen, die auf diesem Planeten leben. Und nicht nur die Menschen die heute auf diesem Planeten leben, sondern auch die zukünftigen Generationen.

Sicher wird niemand, der guten willens ist, ernsthaft in Zweifel stellen, dass etwas für mehr Nachhaltigkeit getan werden muss. Doch wenn man nach den Dingen fragt, die jeder einzelne dafür in seinen Alltag direkt integrieren kann, dann ist die Liste zum aktuellen Zeitpunkt tatsächlich in den meisten Fällen noch sehr kurz. Und vielleicht noch dazu mit einem Konjunktiv behaftet. "Ich könnte mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Ich könnte auf das Auto verzichten."

Doch aktuelle (Umwelt-)maßnahmen sind oft viel zu weit weg vom Lebensalltag des Menschen, z. B. der Handel mit CO2-Zertfikaten oder die Einrichtung eines Naturschutzgebiets irgendwo in Deutschland.

Bewegen wir uns, ganz im Sinne von Paul Watzlawick, etwas außerhalb des Rahmens bestehender Ansätze. Lassen Sie mich Daniel Kahneman und David Allen anführen.

Daniel Kahneman ist der Autor des bekannten Bestsellers "Schnelles Denken, langsames Denken" und er ist Gewinner des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften.

Doch was hat David Allen mit seiner Getting-Things-Done-Methode in Bezug auf Nachhaltigkeit und die erfolgreiche Umsetzung derselben, zu tun? Letztendlich geht es bei GTD ja „nur“ um konsequente Projektplanung und die damit immer verbundene Planung ganz konkreter nächster Schritte.

David Allen beschreibt in seinem Konzept das Muster, warum wir oft viele Dinge angehen und nicht zu Ende bringen sehr deutlich. Seine These ist, dass wir meist auf der Ebene der Projektbeschreibung stehen bleiben. Was wir als ganz konkreten nächsten Schritt tun können, um dem Projektziel, das wir beschrieben haben, näher zu kommen, das lassen wir häufig offen. Und scheitern dann an der verbliebenen Unkonkretheit.

Die Menschen würden gern mehr tun, wenn sie nur wüssten, wie.

Den Planeten retten?

Ja!

Doch was sind die Schritte?

Hat jemand eine Checkliste?

Damit ist für mich auch das Pattern im Kontext Nachhaltigkeit beschrieben, dem es auf den Grund zu gehen gilt.

Wir stimmen zwar alle zu, wenn wir gefragt werden, ob wir Nachhaltigkeit wollen. Doch im Sinne des Konzepts von David Allen ist das "Nachhaltigkeit wollen" oder das "Nachhaltigkeit umsetzen" nur die Beschreibung des Projekts.

Und dass das Projekt sinnvoll ist, daran besteht weltweit Einvernehmen auf allen Ebenen - der Bürger, der Forschung, der Wirtschaft und der Politik.

Die Kunst liegt dabei in der erfolgreichen Projektumsetzung. Die Kunst ist es, die Dinge herunter zu brechen in konkrete Aktivitäten, so dass sie problemlos und ohne viel Nachdenken in den Alltag der Menschen integrierbar sind.

Wenn wir diese Konkretheit erreichen, dann wird sich eine entsprechende Massenbewegung auf den Weg machen.
Und genau das ist das Ziel der geplanten Initiative.

Zusammenfassend könnte man es folgendermaßen beschreiben:

Think global - Act local - Get It Done! (TAG!)

Referenzen
Tim Jackson - Wohlstand ohne Wachstum
Daniel Kahneman – Schnelles Denken, langsames Denken
David Allen – Getting Things Done!
Nassim Nicholas Taleb – Antifragilität
Paul Watzlawick - Lösungen
Jorgen Randers - 2052. Der neue Bericht an den Club of Rome
Dennis Meadows - Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit

Stand: Juli 2015