Annette Coumont

Annette Coumont arbeitet seit Jahren als freiberufliche Redakteurin, Autorin und Managerin für Projekte und Partner im Bereich Nachhaltigkeit. Nach Ihrer Laufbahn im Medienbereich (ARD, WDR, Bauer Verlag, RTL), zuletzt bei n-tv Der Nachrichtensender, half sie das ehemalige Online-Nachhaltigkeitsportal evidero (www.evidero.de) in ein benutzerorientiertes Lifestyle Magazin für einen gesunden bewussten Lebensstil umzuwandeln: www.evidero.de. Als freie Redakteurin/Autorin konzentriert sie sich auf Themen rund um Achtsamkeit und nachhaltige Lebensstile und bietet ökologisch und bewusst handelnden Unternehmen Content-Marketing und -Services sowie Konzepte für ihre bessere Sichtbarkeit im Netz. Mit ihrem Background als Yogalehrerin und Naturpädagogin organisiert sie auch Seminare und Events für Auszeiten in der Natur.

Weitere Informationen:

http://www.evidero.de/autoren/annette-coumont
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Ganzheitlich ökologisch einkaufen und leben!

Nicht nur was wir einkaufen ist wichtig für die Umwelt, sondern auch wo und wie wir konsumieren. Jeden Tag entscheiden wir mit unserem Geld, wie sich unsere Welt verändert. Wenn wir nachhaltig und fair konsumieren, können wir mit unserem Einkauf die Welt ein bisschen besser machen.

Durch nachhaltigen Konsum die Welt verändern - Verbrauchermacht nutzen

Das Leitbild der Nachhaltigkeit verlangt eine umfassende gesellschaftliche Transformation, die ökologisch verträglich und sozial gerecht ist. Vor allem im Hinblick auf Umwelt- und Klimaschutz ist das Ziel in Deutschland ein Wandel zu einer treibhausneutralen Gesellschaft ab dem Jahr 2050. Zu dieser Transformation können wir als Verbraucher durch unser tägliches Verhalten entscheidend beitragen. Vor allem durch unsere Konsumentscheidungen, denn diese gestalten das zukünftige Angebot von Waren und Dienstleistungen, welche maßgeblich zum Klimawandel beitragen.
Mit unserer täglichen Kaufentscheidung beeinflussen wir gezielt die Produktion, den Transport und den Handel mit Waren - global, national und regional. Die Warenströme sind auf unsere Nachfrage ausgerichtet. Indem wir gezielt Waren konsumieren, die einen hohen Nachhaltigkeitsanspruch haben, entfalten wir einen Nachfragedruck, der Hersteller aus Wirtschaftlichkeitsgründen zu umweltfreundlicheren Angeboten zwingt. Wir Konsumenten haben also eine große Macht. Wir müssen diese nur nutzen!

Nachhaltiger Konsum - Produktion, Transportwege und Einkaufswege beachten

Wenn wir bei unserem Einkauf auf Nachhaltigkeit achten, dann tun wir dies häufig nur im Hinblick auf die Nachhaltigkeit bei der Herstellung von Produkten. So bei Bio-Lebensmitteln oder Bio-Kleidung, die eine Kennzeichnung oder ein Label tragen. Doch um unseren Konsum und unser Leben wirklich ganzheitlich nachhaltig und damit klimafreundlich zu gestalten, müssen wir auch auf die Transportwege achten, über die die Produkte zu uns in den Handel gelangen, und ebenfalls die Art und den Umfang unserer eigenen Einkaufswege bedenken.

Wenn uns beispielsweise “Bio” wichtig ist, wir aber Bio-Früchte aus Südafrika kaufen, müssen wir uns fragen, wieviel Wasser tatsächlich bei der Produktion dieser Früchte in diesen eher trockenen Regionen verbraucht wurde und ob der einseitige Anbau von Bio-Früchten dort vor Ort ökologisch tragbar ist. Dann sollten wir auch den langen klimaschädlichen Transport durch Flugzeuge und Schiffe und schließlich unseren eigenen Einkaufsweg mit dem Auto zum Supermarkt einrechnen. Der Einkauf dieser Bio-Früchte kann also nicht mehr als nachhaltig und klimafreundlich bezeichnet werden, sei es für sich genommen noch so sinnvoll, biologische Landwirtschaft zu unterstützen.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz - Co2 Emissionen als Indikator für nachhaltigen Einkauf

Das Ziel der Klimapolitik in Deutschland ist ein ein Wandel hin zu einer nahezu treibhausgasneutralen Gesellschaft. Durch eine Kombination internationaler Maßnahmen wie Emissionshandel, neuer Gesetze, Verordnungen und Förderprogramme soll die globale Erwärmung auf maximal zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau begrenzt werden. Dabei sollen die CO2 Emissionen um mindestens 40 Prozent bis 2020 und 80 bis 95 Prozent bis 2050 gesenkt werden.

Im Fokus der Betrachtung stehen also vorrangig Treibhausgase, insbesondere Kohlenstoffdioxid (CO2), die den Strahlungshaushalt der Erde verändern. Durch eine weitere Erhöhung der Treibhausgase über die Grenze von 2 Grad steigt die Temperatur der Erde unverhältnismässig, was gemeinhin unter dem durch den Menschen verursachten Klimawandel verstanden wird. CO2 allein verschuldet dabei drei Viertel der vom Menschen verursachten Erwärmung.

Nachhaltig konsumieren - Klimafreundlicher einkaufen im Internet

Die Vermeidung von CO2 ist also auch für unseren Einkauf sehr wichtig. Daher haben vor allem die Transpohttp://www.evidero.de/oekologisch-einkaufenrt- und Logistikprozesse der Unternehmen sowie das Konsumentenverhalten hohe Bedeutung, denn die Transportwege der Produkte sowie die Wege der Kunden sind emissionsrelevant. Es stellt sich also die Frage, wie und wo wir am besten einkaufen, um zukünftig klimaschädliches CO2 beim Einkauf zu vermeiden.

Die aktuelle Studie “Klimafreundlich einkaufen” des Deutschen CleanTech Instituts geht der Frage nach, ob der Einkauf eher in Geschäften des stationären Einzelhandels oder im Internet klimafreundlicher ist. Beachtliche 71,5 Prozent aller Menschen bedienen sich bereits der Möglichkeit, Medien, Elektronik, Kleidung, Accessoires und Sonstiges zu erwerben, ohne dafür das Haus zu verlassen. Jeder zweite Deutsche setzt auf Online-Shopping und das hat sich bereits als fester Bestandteil im Leben seiner Nutzer etabliert.

In der Studie zur Klimafreundlichkeit unseres Einkaufsverhaltens zeigt sich, dass trotz hoher Retourenquoten die CO2-Emissionen beim Online-Kauf weit unter denen des stationären Einzelhandels liegen. Die Versendung von Produkten beim Online-Kauf ist demnach immer noch deutlich klimafreundlicher als die individuelle Einkaufsfahrt mit dem PKW. Und je mehr wir bei einem Online-Anbieter zur selben Zeit bestellen, desto geringer fallen die Transportwege aus. Gerade in ländlich geprägten Umfeldern müssen Kunden zudem häufig weite Strecken zum präferierten Einkaufsort zurücklegen. Da ist das Online-Shopping eine willkommene und zudem klimafreundliche Alternative.

Darauf sollten wir in Puncto Nachhaltigkeit beim Einkaufen im Internet achten

Es gibt mittlerweile zahlreiche Online-Shops im Internet, die ökologische und faire Produkte anbieten. Oft in einer bestimmten Produktnische, wie zum Beispiel Ernährung, Kleidung oder Kosmetik. Auch besitzen viele Hersteller häufig ihre eigenen Online-Shops. Aber besser als bei vielen kleinen Shops zu bestellen, wäre der Einkauf bei einem Meta-Shop oder Online-Warenhaus, das nachhaltige Angebote für ökologisch interessierte Kunden bündelt.

Wichtig ist es ausserdem, vor dem Kauf den Anbieter und die Produkte genauer zu betrachten:

● Wofür steht der Anbieter in Sachen Nachhaltigkeit?
● Welche Philosophie steht hinter seinen Angeboten?
● Besitzt der Anbieter womöglich bereits ein anerkanntes eigenes Öko- oder Nachhaltigkeitslabel?
● Bietet er tatsächlich durchgehend ökologische oder faire Waren an?
● Welche anerkannten Label und Kennzeichnungen tragen seine Produkte?
● Sind die Label klar und nachvollziehbar ausgewiesen?
● Wie optimiert der Internetanbieter seine Lieferkette? Sind auch Lagerung und Versand fair gestaltet?
● Werden die Waren beim Versand klimafreundlich verpackt?
● Nutzt der Online-Anbieter zum Betrieb seiner Plattform selbst schon Ökostrom oder hat er ein entsprechend grünes Hosting?

Das nachhaltige Warenhaus kommt, wenn wir Konsumenten klimafreundlich einkaufen

Am besten wäre natürlich ein durchgehend nachhaltiges Online Warenhaus. Das lohnt sich aber für Anbieter nur, wenn wir ökologische und faire Produkte vermehrt kräftig nachfragen. Denn ein ganzheitlich nachhaltiges Leben ist immer möglich, wenn wir es als Konsumenten wirklich ernst meinen und die bestehenden Angebote auch tatsächlich nutzen.

Den gesamten Artikel im Original lesen Sie hier: http://www.evidero.de/oekologisch-einkaufen

Stand: November 2016