Carsten Seeliger

Dr. Carsten Seeliger, Jahrgang 1972, ist Geschäftsführer von Thomas Cook ­Central Europe und verantwortet den Bereich Service & Qualität. Zuvor war er für den gebundenen stationären Vertrieb und anschließend für den Veranstaltervertrieb verant­wortlich. Vor seinem Einstieg bei Thomas Cook war Carsten Seeliger über drei Jahre für die Arcandor AG in verschiedenen Funktionen tätig und leitete u. a. das Büro des Vorstands­vorsitzenden. Davor arbeitete er knapp sieben Jahre für Roland Berger Strategy Consultants. Carsten Seeliger hat an der Handelshochschule Leipzig (HHL) ­Betriebswirtschaftslehre studiert und erlangte einen Master of Business Administration der Univer­sity of Sydney/Australien. Sein Promotionsstudium führte er an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg durch. Er ist zudem ausgebildeter Bankkaufmann. »Als Touristikunternehmen ist die Thomas Cook AG in einer Branche tätig, die wie kaum eine Zweite von der Natur abhängt, denn Urlaub und Umwelt gehören untrennbar zusammen. Das Geschäft als Reiseveranstalter beruht auf zwei Säulen: dem Bedürfnis der Menschen zu reisen, und ihrem Wunsch, dabei eine intakte Umwelt zu erleben. Thomas Cook hat den Anspruch, seinen Kunden heute und in Zukunft unbeschwerte Urlaubserlebnisse zu ermöglichen.« (Website Thomas Cook)

Weiterführende Informationen:
www.thomascook.info

 

Nachhaltiger Tourismus

Für jeden Reiseveranstalter sollte das Thema Nachhaltigkeit von großer Bedeutung sein. So ist es auch das Selbstverständnis des Thomas Cook-Konzerns, Nachhaltigkeit als gesell­schaftliche Verpflichtung und als immer wichtiger werdendes Kundenbegehren ganz pragmatisch im Tagesgeschäft zu leben. Das Nachhaltigkeitsprogramm von Thomas Cook Central Europe (D/A/CH) umfasst eine Vielzahl von Initiativen mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten, von denen drei kurz vorgestellt werden.

Aktivitäten im Zielgebiet

Beim Thema Nachhaltigkeit denkt jeder mit Sicherheit zunächst an Initiativen in touristischen Zielgebieten. Thomas Cook ist dort unter anderem durch seine Mitgliedschaft in der im Jahr 2009 gegründeten Nachhaltigkeitsinitiative Futouris e. V. involviert. Mit diesem Engagement will Thomas Cook einen Beitrag leisten, die Lebensverhältnisse in touristischen Regionen zu verbessern und mithelfen, die kulturelle Identität in den Gastgeberländern zu bewahren. Futouris fördert derzeit Projekte in Kambodscha, Kuba, Borneo, Nepal und Thailand.

Trend zum »Grünen Urlaub«

Auch aus Kundensicht wird nachhaltiger Tourismus immer stärker gefordert und Branchen­experten sehen für die kommenden Jahre in dieser Hinsicht einen wachsenden Markt. Laut GfK sind bereits jetzt ca. 35 Prozent der reiseaktiven deutschen Haushalte potenzielle Nachfrager für »grünen Urlaub«. Seit 2011 ist die Thomas Cook Group plc als erstes multi­nationales Touristikunternehmen Mitglied bei Travelife, einem international anerkannten Zertifizierungssystem, das die Nachhaltigkeit von Hotels sowie von anderen Leistungs­trägern in den Zielgebieten auf der ganzen Welt überprüft und bewertet. Basis hierfür sind rund 100 Kriterien wie z. B. eine faire Entlohnung in den Hotels, die Verringerung von Umweltbelastungen genauso wie die Verwendung von Waren aus überwiegend lokalem Anbau und örtlicher Produktion. Werden die Kriterien erfüllt, dürfen die betei­ligten Hotels ein entsprechendes Nachhaltigkeits-Siegel tragen. Die Travelife-Zertifi­zierung ist Teil der Einkaufsverhandlungen von Thomas Cook mit den Hoteliers, da diese einen immer wichtigeren Buchungsanreiz für die Kunden darstellt. In den Katalogen der deutschen Thomas Cook Veranstalter sind alle Hotels, die ökologische und soziale Verantwortung im Rahmen der Travelife-Standards über­nehmen, mit diesem Siegel gekennzeichnet, um so den Kunden eine Hilfestellung bei der Auswahl ihres Hotels zu geben. Waren im Winter 2011/12 bereits 43 Hotels zertifiziert, so sind es im Sommer 2012 schon mehr als 90, die das Travelife-Gütesiegel tragen und in das Programm der Thomas Cook Veranstaltermarken aufgenommen wurden.

Eigene nachhaltige Hotelkette

Das Nachhaltigkeitsengagement von Thomas Cook geht aber noch weiter. So wurde im Jahr 2009 mit den Sentido Hotels & Resorts als Franchise-Konzept eine internationale Hotel­kette gegründet, die im Rahmen des selbstdefinierten Qualitätsmanagements den Anspruch verfolgt, sorgsam mit Natur und Umwelt umzugehen. Bereits jetzt haben knapp ein Drittel der über 30 Sentido Hotels die begehrte Travelife-Auszeichnung erhalten. Viele weitere befinden sich im Augenblick in der Qualifizierungsphase.

Nachhaltigkeit im Arbeitsalltag

Es sind aber insbesondere die alltäglichen Dinge, die umweltbewusstes und ressourcenschonendes Handeln in der Kultur eines Unternehmens »nachhaltig« verankern. Diese Dinge sind in der Regel auch nicht branchenspezifisch und auch kein »exotisches« Fernziel, sondern fangen direkt vor der eigenen Haustür an. So arbeitet Thomas Cook seit 2011 mit dem Umwelt-Kooperationsprojekt »Ökoprofit Hochtaunus« zusammen und wurde für sein Engagement am Firmenstandort Oberursel als »Ökoprofit-Betrieb« ausgezeichnet. Im Thomas Cook Hauptgebäude wurden beispielsweise alle Deckeneinbaustrahler von 40 auf umweltfreundliche 6 Watt umgerüstet. Alleine durch diese Maßnahme können jährlich rund 9.000 Kilowattstunden Strom gespart werden. Viele weitere Einzelmaßnahmen wurden umgesetzt, von denen einige exemplarisch ge­nannt werden:

  • Drucker- und Kopierräume sowie WC-Anlagen wurden mit Bewegungsmeldern für die Lampen ausgestattet.
  • Nachhaltigkeitskriterien für Lieferanten wurden definiert und eingeführt.
  • Ab 2013 wird nur noch Ökostrom bezogen.
  • Zwecks Reduktion des Papierdrucks wurde eine Handout-Policy eingeführt, die besagt, dass Dokumente, die für Meetings bereits via E-Mail versendet wurden, nicht noch einmal durch den Präsentierenden für alle Teilnehmer in Papierform ausgedruckt und verteilt werden.

 

Einhergehend mit diesem Maßnahmenpaket finden eine regelmäßige und umfassende Kommunikation sowie eine ständige Überprüfung der Aktivitäten statt. Dies ist ein wichtiger Baustein, um alle Mitarbeiter für einen ressourcenschonenden Umgang mit unserer Umwelt zu sensibilisieren und weitere Potenziale zur Verbesserung der Nachhaltigkeit zu identifizieren.

Alle realisierten Maßnahmen haben gemeinsam, dass ein Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz geleistet wird und dabei alle Mitarbeiter im Tagesgeschäft involviert sind. Als schöner Nebeneffekt können vielfach sogar Kosten gesenkt werden.

Zusammenfassend ist das Nachhaltigkeits-Engagement einer ganzen Branche genauso wichtig wie die kleinen und vermeintlich einfachen Dinge, die einen wichtigen Umwelt- und Klimabeitrag leisten und Nachhaltigkeit für jeden Mitarbeiter täglich erlebbar machen.