Christoph Raatz

Christoph Raatz, Jahrgang 1971 und geboren in Seeheim-Jugenheim (Bergstrasse), studierte Baubetrieb in Osnabrück. Er sammelte 15 Jahre Erfahrung im Bereich Großkundenvertrieb für Software und Services. In den letzten zwölf Jahren arbeitete er als Senior Key Account Manger bei IBM Deutschland. Menschlicher- und unternehmerischer Erfolg sind ihm wichtig. Aus diesem Grund engagiert er sich als Botschafter für das Businessnetzwerk „heartleaders“ – Das Business-Netzwerk für Menschen mit Herz und Haltung (www.heartleaders.de). Heartleaders ist eine Bewegung für wertschätzende Führungs- und Unternehmenskultur in Deutschland. Die Vision ist, Menschen und Unternehmen in Deutschland persönlich und wirtschaftlich stark zu machen für die Zukunft – sie zu unterstützen bei dem notwendigen Wandel hin zu offenen, lernenden, vernetzt agierenden Organisationen. Denn Wertschätzung und Respekt sind DIE Erfolgsfaktoren der Zukunft. Für jeden einzelnen, für Unternehmen, für eine Gesellschaft. Auch Studien weisen diesen Weg. Und immer mehr Menschen spüren und wollen das.

Weitere Informationen:
WebSite: www.heartleaders.de
Heartleaders - der Film: http://www.youtube.com/watch?v=uBZbPhGiowQ


Vom IBM-Manager zum Heartleader

2013 legt Christoph Raatz ein Sabbatical ein und gründet gemeinsam mit der EU-Unternehmensbotschafterin Dr. Karin Uphoff “heartleaders”

Herr Raatz, warum nimmt ein erfolgreicher Manager wie Sie eine Auszeit?!


Es lief alles sehr gut bei mir. Sichere Position, gutes Auskommen, fähiger Chef und klasse Kunden. Doch gerade in der IT-Branche wird der menschliche Aspekt aufgrund des wirtschaftlichen Erfolgsstrebens immer stärker ausgeklammert. Nach zwölf Jahren Vertriebstätigkeit wünschte ich mir Veränderung. Meine berufliche Entwicklung passte nicht mehr zu meinem persönlichen Anspruch. Im Nachhinein betrachtet, stand ich kurz vor einem Burnout.

Wachgerüttelt hat mich die lebensgefährliche Krebsdiagnose meiner Freundin. Dadurch wurde mir bewusst, wie schnell das Leben vorbei sein kann und worauf es letztendlich ankommt. Seitdem stehen bei mir die Sinnfrage und der Wunsch nach bewusster Ausrichtung im Mittelpunkt. Glücklicherweise gewährte mir mein Arbeitgeber ein Sabbatjahr, das mir Zeit gibt, mich zu erholen und meine berufliche Zukunft zu überdenken.

Was war der Auslöser für die Gründung Ihres Netzwerks?


Auf Seminaren zur Persönlichkeitsentwicklung habe ich viel über Verhaltensmuster gelernt und welchen Einfluss unsere Prägungen auf unsere Kommunikation haben. Mein Schlüsselerlebnis war der Workshop „Big five for life – was im Leben wirklich wichtig ist“. Da habe ich erkannt, dass ich auch beruflich ein positives Umfeld brauche, das mir Wachstum ermöglicht. Außerdem bin ich dort Karin Uphoff begegnet, einer erfolgreichen Unternehmerin, die für Wertschöpfung durch Wertschätzung steht. Wir hatten von Anfang an dieselbe Wellenlänge. Nach einem ersten Brainstorming war klar, dass wir uns gut ergänzen und Gleichgesinnte aus verschiedenen Kreisen zusammenbringen möchten. Was liegt da näher, als ein Business-Netzwerk zu gründen?! Der Name heartleaders war schnell gefunden.

Warum halten Sie Wertschätzung in der Wirtschaft für so wichtig?


Deutschland hat keine Bodenschätze, um auf dem Weltmarkt zu bestehen. Unser Wettbewerbsvorteil ist die Innovationskraft. Unsere wichtigste „Ressource“ sind die Menschen. Laut Gallup identifizieren sich gerade mal 15 Prozent der Arbeitnehmer mit ihrem Job. Die restlichen 85 Prozent nutzen nur drei Viertel ihrer Kraft am Arbeitsplatz. Unglaublich, wieviel Innovationspotenzial in unternehmerischen und persönlichen Bereichen dadurch brach liegt.

Für mich zählt eine vertrauensvolle und partizipative Unternehmenskultur zu den wesentlichen Faktoren für wirtschaftlichen Erfolg. Es ist Zeit für ein verändertes Menschenbild mit entsprechendem Unternehmer- und Führungsbewusstsein. Durch einen respektvollen Umgang lassen sich Rahmenbedingungen zur Entfaltung und zum Wohl aller schaffen. Letztlich geht es darum, die Talente Einzelner zu erkennen. Denn nur motivierte Mitarbeiter tragen zur Innovation und Wertschöpfung bei. Damit sichern sie nicht nur ihre eigene, sondern unser aller Zukunft.

Unser Businessnetzwerk ist eine Kraftquelle für jeden, der den Mehrwert eines neuen Wertebewusstseins erkannt hat und seine Erfahrungen teilen möchte. heartleaders macht Vorreiter sichtbar und bringt gleichgesinnte Unternehmer, Führungskräfte und Mitarbeiter zusammen. In Zeiten des Fachkräftemangels wird die Anziehungskraft eines Unternehmens immer wichtiger, besonders bei der Mitarbeiterrekrutierung. Wir vernetzen nicht nur vordenkende Unternehmen, sondern widmen uns auch Anfragen von hochqualifizierten Bewerbern, für die Wertschätzung ein Entscheidungskriterium beim Jobwechsel ist.

Der Name “heartleaders” gefällt mir ausgesprochen gut. Was bedeutet es für Sie, “aus dem Herzen heraus zu führen”?


Es hat verdammt wenig mit dem „Anzünden von Räucherstäbchen“ zu tun. Viele Firmenstrukturen sind veraltet, bieten zu wenig „Nahrung“ für Kreativität und Innovation. In Deutschland gibt es sehr viel ungenutztes Potenzial. Man muss es nur entdecken und vorhandenes nicht mutwillig zerschleißen. heartleader streben weg vom reinen Verbrauch von Ressourcen hin zur Potenzialentwicklung. Es geht darum, sich auf die Stärken der Menschen zu fokussieren. Unternehmer und Führungskräfte, die den Wert ihrer Mitarbeiter zu schätzen wissen, setzen sie entsprechend ihrer Begabung ein. Vertrauen und Anerkennung sind die Schlüssel, um Verbundenheit und Leistungsbereitschaft zu stärken. Im Gegensatz zu ständigem Erfolgsdruck, Kontrolle und Misstrauen wirken sich ein zugewandtes Betriebsklima, ein offenes Ohr und persönliche Worte nachhaltig positiv aus. Wenn wir uns von Mensch zu Mensch begegnen, wird die Zusammenarbeit für alle leichter und produktiver.

Und wie machen Sie Ihr Business-Netzwerk bekannt?


Unsere zentrale Informationsplattform ist unsere Website. Außerdem sind wir auf XING und Facebook aktiv. Neben einem Wirtschafts- und Expertenrat tragen die heartleaders-Botschafter und viele weitere Netzwerker den Funken der wertschätzenden Unternehmenskultur weiter. Doch der persönliche Austausch liegt uns besonders am Herzen. Um möglichst viele Entscheider von der heartleaders-Idee zu begeistern, veranstalten Karin Uphoff und ich bundesweite Netzwerktreffen. Auch besuchen wir regelmäßig Business-Messen und Branchentreffs. In verschiedenen Formaten tauschen sich ausgewählte Führungskräfte, Impulsgeber und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik aus. Aktuelle Termine finden Sie auf unserer Website.

Da haben Sie ja bereits eine gute Basis geschaffen. Wie geht es weiter?


Karin Uphoff, Ihre Mitarbeiterinnen und ich brennen für heartleaders. Unterstützung haben wir von Mitstreitern, die unsere Grundhaltung teilen. Finanziell getragen wird das Netzwerk von „Leuchtturmpartnern“. Das sind Unternehmen, die das Thema mit vorantreiben und über unsere Veranstaltungen sichtbar werden möchten. In so genannten „Innovation Tanks“ arbeiten sie unter Begleitung von Experten aus Forschung und Lehre kooperativ an zukunftsträchtigen Lösungen. Auch unsere Aktivitäten in den sozialen Medien werden wir weiter ausbauen und stark mit regionalen heartleaders-Botschaftern zusammenarbeiten.

Da mein Sabbatjahr bald zu Ende geht, muss ich mir überlegen, wie es beruflich weitergeht. In meiner Auszeit ist mir bewusst geworden, wie bedeutsam ein gutes Netzwerk und der Austausch mit Vorreitern ist. Ich freue mich, immer wieder spannenden Menschen zu begegnen und in “andere Welten” einzutauchen, um unterschiedliche Sichtweisen über Respekt und Wertschätzung kennen zu lernen. Mein Ziel ist es, mein Engagement als heartleader mit meinem Beruf zu verbinden.

Quelle / Autorin: Andrea Stanke – HEART WORX (http://heart-worx.com/)
 
Stand: Juli 2014