Claus Hipp

Prof. Dr. Claus Hipp trat 1964 in den Betrieb seines Vaters in Pfaffenhofen an der Ilm ein und übernahm 1967 dessen Leitung. Als ehemaliger Vorsit- zender des Umweltausschusses der DIHK, Ehrenpräsident des VDWRF (Ver- band der deutschen Wirtschaft in der russischen Föderation), Ehrenpräsi- dent der DIHK für München und Oberbayern sowie als Gründungsmitglied der Naturallianz gilt Claus Hipp als profilierter Repräsentant der deutschen Wirtschaft. Bekannt wurde er unter anderem auch als aktiver Turnierreiter. Seit den 70er Jahren folgte er seinem künstlerischen Talent unter seinem Taufnamen Nikolaus Hipp. Seine Werke sind international in vielen Samm- lungen und Museen vertreten. Seit 2001 ist er Professor für nichtgegenständ- liche Malerei an der Staatlichen Kunstakademie Tiflis (Georgien) und hält Vorlesungen an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Staatlichen Universität Tiflis und der Universität Eichstätt-Ingolstadt. Auf seine Initi- ative entstand in Zusammenarbeit mit dem Symphonieorchester des Baye- rischen Rundfunks 2008 das jährlich stattfindende Kammermusik-Festival »ErstKlassik am Sarnersee«. Hipp ist der Schirmherr der Veranstaltung. Die Marke HiPP steht für Premium-Babynahrung in Bio-Qualität ebenso wie für einen nachhaltigen und verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur.

Weiterführende Informationen:
www.hipp.de

Nachhaltigkeit ist oberstes Gebot

»Wer hohe Türme bauen will, muss lange beim Fundament verweilen.
Anton Bruckner

Das Fundament meiner Ideen, Haltungen und Überzeugungen liegt für mich in christlichen Werten. Respekt vor den Mitmenschen und der Schöpfung sind die Momente, die Inhalt und Form meines unternehmerischen Wirkens prägen. Auf dieser Basis messe ich auch unser Engagement für nachhaltiges Wirtschaften. Priorität hat für mich, dass »Nachhaltigkeit« nicht auf eine Marke- tingidee reduziert werden darf, was leider immer häufiger der Fall ist.

Für mich verkörpert der nachhaltige Ansatz eine Voraussetzung und eine Methode um Lebens- qualität und Zukunftsfähigkeit für uns alle, vor allem aber für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Insofern handelt es sich um ein ethi- sches Gebot. Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen ebenso wie die Erhaltung unserer Lebens- grundlagen durch ressourcenschonenden Umgang mit der Umwelt. Unternehmerisch bedeutet das, über Quartalsergebnisse hinauszudenken und nachhaltige Werte aufzubauen, statt sich nur kurzfristig am Gewinn zu orientieren. Wichtig ist ebenso, dass unseren Ideen auch Taten folgen, dass wir alles daran setzen – notfalls auch gegen den Strom – eigene Werte zu schaffen.

Alles beginnt mit der ethischen Haltung eines ehrbaren Kaufmanns. Die Qualität muss stimmen und ist oberstes Gebot. Natürlich können Maß- nahmen, die Kosten verursachen und nicht un- bedingt kurzfristigen Erfolg garantieren, in inha-

bergeführten Unternehmen leichter durchgesetzt werden, als dort, wo Investoren das Sagen haben. Auch in solchen Betrieben ist das Management si- cherlich von Anstand und Wohlverhalten geprägt, aber der Druck wird immens groß, wenn der Ak- tienkurs sich nicht entsprechend entwickelt. Wir haben heute das Problem, dass die Preise viel- fach stark unter Druck geraten. Die Verbraucher freut das natürlich zunächst, aber bei näherem Hinsehen entspricht die Herstellungsweise dieser »günstigen« Lebensmittel wahrscheinlich nicht den Vorstellungen davon, wie die Menschen heu- te und auch noch morgen leben und sich ernäh- ren möchten. Dabei haben die Verbraucher großen Einfluss: Vielfach können sie durch ihre Kaufent- scheidung eine nachhaltigere Veränderung ihrer Lebenswelt bewirken als durch ein Kreuzchen auf dem Wahlzettel.

Der Gedanke, im Einklang mit der Natur und im Respekt vor der Schöpfung zu handeln, war für mich schon vor fünfzig Jahren Ausgangspunkt, biologisch erzeugte Rohstoffe zu verarbeiten. In- spiriert von Dr. Hans Müller versuchte ich im Unternehmen seinen Gedanken eines gesunden Bodens als Grundlage gesunder Ernährung und einer nachhaltigen Landwirtschaft in die Tat um- zusetzen – gegen eine agrarindustrielle Politik und Wirtschaft, die nur auf Masse und Preis aus- gerichtet war. Der Erfolg wurde aktuell durch re- präsentative Umfragen von 2011 und 2012 belegt,

aus denen HiPP als nachhaltigstes Unternehmen Deutschlands hervorgeht. HiPP hat sich bereits 1995 als erster großer Lebensmittelhersteller in Europa nach dem EG-Öko-Audit (EMAS) vali- dieren lassen und betreibt seitdem konsequenten Umweltschutz. Auch mit dem seit 1999 veranker- ten »Ethik-Management«, das klare Regeln für den Umgang mit Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten, Staat, Gesellschaft und Umwelt formuliert, hat unser Unternehmen damals einen für Deutsch- lands Wirtschaft neuen Weg eingeschlagen.

HiPP integriert nachhaltige Prinzipien in Ma- nagementprozessen und in der gesamten Wert- schöpfungskette. Was als Vision und Experiment begonnen hat, ist heute unbestrittener Qualitäts- standard: höchste Produktqualität durch Roh- stoffgewinnung aus organisch-biologischem Land- bau, verlässliche und faire Partnerschaft in einem festen Netz von Vertragserzeugern, modernste Le- bensmitteltechnologie, strenge Rückstandsanaly- tik sowie Schutz der Umwelt und der biologischen Vielfalt unter verstärktem Einsatz nachwachsen- der Rohstoffe.

Der Natur und unseren jungen Verbrauchern zuliebe, beziehen wir sie aus biologischem Anbau. Als einer der größten internationalen Bio-Verar- beiter schützen wir auf diese Weise den Boden vor Kunstdüngern und Pestiziden und erhalten die gewünschte Premiumqualität. Um das Klima zu schonen, nutzen wir Sonne, Wasser und Bio-Mas- se als regenerative Energiequellen und recyclen 97 Prozent aller Abfälle. So mindern wir stetig un- seren Verbrauch und konnten unsere spezifische Primärenergie in den letzten 10 Jahren um fast 90 Prozent senken. In Deutschland, Österreich und Ungarn arbeiten wir bereits CO2-neutral, unter anderem indem wir uns für ein Klimaschutzpro-

jekt in Ägypten engagieren, bei dem Humus zur landwirtschaftlichen Urbarmachung der Wüste genutzt wird. Dieser umfassende Einsatz erneuer- barer Energien wurde 2011 mit dem »Deutschen Solarpreis« ausgezeichnet. Darauf sind wir stolz, ebenso wie auf ein besonderes Projekt zum Schutz der biologischen Vielfalt: den HiPP-Musterhof, der Erzeugern anschaulich vermitteln soll, wie Nach- haltigkeit, Bodenfruchtbarkeit und Schutz der biologischen Vielfalt im landwirtschaftlichen All- tag umgesetzt werden können.

Nicht zuletzt hat unser ganzheitliches Nach- haltigkeitsmanagement auch soziale Ziele. Der ethische und faire Umgang mit Mitarbeitern, Lie- feranten, Partnern und Kunden ist dabei ein ganz besonderes Anliegen. Mit dem Ethik-Management möchte das Unternehmen dem in der Gesellschaft zu beobachtenden zunehmenden Werteverfall und Vertrauensverlust begegnen.

Die nachhaltige Unternehmensführung geht bei HiPP nicht nur von der Geschäftsleitung aus: Die Mitarbeiter sind fundamentaler Teil der Un- ternehmenskultur und tragen den Gedanken der Nachhaltigkeit aktiv mit. Systematische Schu- lungen unterstützen diesen Prozess. Vielfältige soziale Leistungen, allen voran flexible famili- enfreundliche Teilzeitmodelle und eine gesunde Verpflegung im Bio-Betriebsrestaurant, motivie- ren zusätzlich. Dabei zahlen sich manche investi- tions- und arbeitsintensive Maßnahmen absehbar erst in der Zukunft aus. Aber um diese Zukunft auch für kommende Generationen lebens- und liebenswert zu erhalten, sollten wir heute keinen Aufwand scheuen.