Damir Simunic

Damir Simunic, geboren 1965 in Zagreb, lebt seit 1968 in München. Er absolvierte eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann sowie eine Weiterbildung zum Handelsfachwirt. Seinen Abschluss B.A. und M.A. machte er in Betriebswirtschaft mit den Schwerpunkten strategisches und internationales Management an der Hochschule für angewandtes Management. Damir Simunic arbeitete als Außendienstmitarbeiter und Key Account Manager in den Branchen Sortimentshandel, technische Gase und Verbindungstechnik. 


Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil für Unternehmen

Gelingt es Unternehmen der interessierten Öffentlichkeit und insbesondere ihren Stakeholdern ein positives Bild von sich zu vermitteln, so kann dies die Erreichung der Unternehmensziele in erheblichem Maß erleichtern. Je erfolgreicher die betriebliche Nachhaltigkeitsförderung in ihrem Bemühen um ein profiliertes Firmenimage ist, umso besser sind auch die Voraussetzungen für eine glaubwürdige und überzeugende Positionierung der Produkte im Markt.
Auch wenn der Beitrag der Nachhaltigkeitspolitik zum Unternehmenserfolg nicht genau messbar ist, steht es grundsätzlich außer Frage, dass Produktpolitik, Verkauf und Werbung wesentlich von einer guten betrieblichen Nachhaltigkeitsförderung profitieren. Dies gilt vornehmlich dann, wenn CSR-Aktionen eventuell im Einzelnen nicht nur als Abwehrmaßnahmen gegen öffentliche Kritik eingesetzt, sondern systematisch für die überzeugende Vermittlung des Bildes sozialer und ökonomischer Kompetenz auf den von Unternehmen bedienten Märkten verwendet werden.
Ferner wird durch eine gelebte Nachhaltigkeitspolitik die „Standfestigkeit“ von Unternehmen in kritischen Situationen, aufgrund von stabilen Beziehungen zu den relevanten Stakeholdern in der Öffentlichkeit, erhöht. Zusätzlich werden der Aufbau und die Aufrechterhaltung von Kontakten zu allen unternehmensrelevanten Lebensbereichen gefestigt. Außerdem bewahren sich Unternehmen mit einer betrieblichen Nachhaltigkeitsförderung einen einheitlichen Stil der Disziplin nach innen, nach außen und in der Zukunft.

Nachhaltige Mitarbeitergewinnung und –führung 

Der demographische Wandel stellt Unternehmen vor besondere Herausforderungen der Mitarbeitergewinnung, um dem zunehmenden Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter standhalten zu können. Eine nachhaltige Mitarbeitergewinnung wird durch Erstellung und Implementierung eines Aktionsplanes sichergestellt, indem der regelmäßige Zustrom von Talenten angestrebt wird und dabei die Zielgruppen wie Frauen, Migranten und Generationen 55+ Berücksichtigung finden.
In diesem Zusammenhang müssen Unternehmen ihre Politik der Mitarbeiterführung entsprechend anpassen, um einerseits die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter nachhaltig auszurichten und andererseits die Fluktuation im natürlichen Toleranzbereich zu halten. Hierbei haben Führungskräfte als Vorgesetzte einen entscheidenden Einfluss.
In Zeiten der Globalisierung und Social Media ist es nicht ausreichend nach starren Führungsmodellen vorzugehen. Vielmehr sind Führungskräfte gefragt, die über den Tellerrand blicken und eine Vertrauenskultur in der Unternehmung herstellen können. Es ist der Vermittler erwünscht, der Mitarbeiter zielführend zusammenbringen und einsetzen kann, um den Unternehmenserfolg zu erreichen. Diversity Management rückt künftig in den Vordergrund und versucht den demographischen Wandel in der Unternehmenspolitik insofern positiv zu nutzen, indem die verschiedenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Kulturen der Mitarbeiter erfolgsbezogen zusammengestellt werden. Networking ist dafür ein wesentliches Führungsinstrument. In der heutigen wirtschaftlichen schnelllebigen Zeit sind Unternehmen auf Innovationen angewiesen, die Ihnen vielfältige Mitarbeiter mit unterschiedlichen Erfahrungen in Form von neuen Ideen erbringen können. Teams werden dazu projektbezogen zusammengestellt und wieder aufgelöst. Führung muss den Wandel nutzen und sich nachhaltig einstellen.

Empfehlung für ein ganzheitliches Nachhaltigkeits-Konzept

In Bezug auf die Erhöhung der Frauenquote in Unternehmen, ist es empfehlenswert einen hauseigenen Kindergarten zu errichten. Dies würde wesentlich die weiblichen Bewerbungen erhöhen und somit kurzfristig zur Erfüllung des Frauenanteils in wertschöpfenden Bereichen beitragen. Unternehmen würden damit ihrer sozialen Verantwortung in Vereinbarkeit von Beruf und Familie nachhaltig nachkommen.
Durch die Begrenzung der Managergehälter wird einem Realitätsverlust der Unternehmensentscheider vorgebeugt. Folglich sind die Mitarbeiter nicht einem ständigen „Pressing“ unterworfen, was wiederum die Personalfluktuation mindert und die Fachkräfteabwanderung verhindert. Unternehmen erfüllen damit ihre ökonomische Verantwortung, indem nachhaltige und ressourcenorientierte Unternehmenspolitik durchgeführt wird.    
Unter dem Gesichtspunkt des Nachhaltigkeits-Fokus von Unternehmen, ist die Personalbetreuung in Form von Fringe Benefits zu ergänzen. Ein hausinterner Betriebsarzt und angebotene Gesundheitsvorsorge für alle Mitarbeiter, stellen einen Beitrag zu den ethischen Zielen der Fürsorge. Die Möglichkeit zur Darlehensgewährung und Beratung in versicherungstechnischen und steuerrechtlichen Fragen runden das Angebot ab. Mit solchen Betreuungsleistungen nehmen Unternehmen ihre soziale und ethische Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern wahr. Zudem wird damit die Integration und Identifikation innerhalb des Unternehmens gefördert und wirkt imagebildend nach außen, was sich an der Personalfluktuationsrate stetig messen lässt und somit einer Alleinstellung von Unternehmen am Markt dienlich ist. 

Fazit

Die Erwartungen der Anspruchsgruppen an Unternehmen sind oft widersprüchlich und deshalb nicht unproblematisch auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Denn die Kunden und die Konkurrenz zwingen zu niedrigen Preisen, die Mitarbeiter erwarten eine hohe Bezahlung und großzügige soziale Leistungen und die Lieferanten wollen Mindestabnahmemengen. Darüber hinaus übt der Staat durch seine Gesetze wirtschaftspolitischen Einfluss auf Unternehmen aus. Die Medien prägen entscheidend die Meinung der Öffentlichkeit und können dadurch Veränderungen auslösen in den Erwartungen der Mitarbeiter und den gesellschaftlichen und sozialen Einstellungen. Unter diesen Bedingungen und aus den daraus resultierenden finanziellen Aspekten, ist eine optimale Ausrichtung von Nachhaltigkeit für Unternehmen schwierig und bedarf einer ständigen Gradwanderung zwischen erforderlichem, gewünschtem und realisierbarem.