Dr. Alexander Ulfig

Dr. Alexander Ulfig studierte Philosophie, Soziologie und Sprachwissenschaften in Hamburg und Frankfurt am Main. Er arbeitet als freier Autor und veröffentlicht Artikel u.a. in den Internet-Zeitschriften Freie Welt und Cuncti. Wichtigste Buchveröffentlichungen: Lexikon der Philosophischen Begriffe (1993); Die Überwindung des Individualismus (2003); Große Denker (2006). Er ist Mitherausgeber von Qualifikation statt Quote. Beiträge zur Gleichstellungspolitik (2012): http://qualifikation-statt-quote.de/


Unternehmen gründen statt Frauenquote fordern

Frauen sind bereits gleichberechtigt

Die Einführung einer Frauenquote in der Wirtschaft wird von Politik und Medien als ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichberechtigung propagiert. Doch Frauen sind bereits gleichberechtigt. Das bedeutet, dass jede Frau wie jeder Mann das Recht hat, ein eigenes Unternehmen zu gründen. In ihrem eigenen Unternehmen könnte die Frau die Chefin sein und zeigen, was sie kann, ferner könnte sie einstellen und – wenn sie mit ihrem Unternehmen an die Börse geht – für Vorstand/Aufsichtsrat vorschlagen, wen sie möchte. Kurz: Sie könnte selbst die Personalpolitik bestimmen.
Ähnliches gilt für die von der Lobby-Organisation „ProQuote“ erhobene Forderung nach einer Frauenquote in den Redaktionen von Medien: Jede Frau hat wie jeder Mann das Recht, ein eigenes Medium zu gründen, sei es eine Zeitung, eine Zeitschrift oder ein Internet-Magazin. In ihrem eigenen Medium könnte die Frau die Chefin, Herausgeberin oder Chefredakteurin sein, über den Inhalt des Mediums selbst bestimmen und in die Redaktion einstellen, wen sie möchte.

Frauenquote bestätigt die traditionelle Versorgermentalität

Der Forderung nach einer Frauenquote liegt ein traditionelles Frauenbild zugrunde, das besagt: Frauen sind nicht in der Lage, Eigeninitiative zu entwickeln, eigene Firmen zu gründen und sie zum Erfolg zu führen. Sie sollten von Männern (die eigene Firmen gegründet und aufgebaut haben) mit Stellen beschenkt beziehungsweise versorgt werden. Die traditionelle Versorgermentalität kommt in der Forderung nach einer Frauenquote deutlich zum Ausdruck. Die Quotenpolitik beseitigt somit nicht die traditionellen Rollenbilder von Frau (und Mann), sondern bestätigt sie. Jede Quotenbefürworterin muss sich die Frage gefallen lassen: Was finden Sie so toll daran, von Männern versorgt zu werden?

Frauen sollten eigene Unternehmen gründen

Statt eine Frauenquote zu fordern, sollten Frauen eigene Unternehmen gründen, und zwar nicht im Kollektiv, sondern als Einzelpersonen (Individuen). Das wäre wahre Gleichberechtigung. Und das wäre echte Frauenpower, obwohl es eigentlich auf die individuellen Fähigkeiten von einzelnen Frauen und nicht auf das Geschlecht ankommt.

Diversity kann letztlich nur Individualität bedeuten

Menschen sollten grundsätzlich als Individuen sowie nach ihren individuellen Fähigkeiten und nicht nach ihrer Gruppenzugehörigkeit beurteilt werden. In der freien Wirtschaft, aber auch in anderen Arbeitsbereichen konkurrieren nicht „die Männer“ und „die Frauen“ miteinander, sondern Individuen. Das gilt sowohl für Unternehmensgründungen als auch für Einstellungen in bestehenden Unternehmen.
Auch das Prinzip der Bestenauslese kennt keine Gruppenzugehörigkeit. Es besagt: Eine Arbeitsstelle sollte diejenige Person erhalten, die für diese Stelle am besten qualifiziert ist, und zwar unabhängig von Geschlecht, Nationalität, Hautfarbe, sexueller Orientierung und Religions- sowie Parteizugehörigkeit. Orientierten wir uns an diesem Prinzip, würde es nicht nur mehr Gerechtigkeit, sondern auch mehr Effizienz in der Wirtschaft und in anderen Arbeitsbereichen geben.

Quelle:
http://www.atkearney361grad.de/unternehmen-gruenden-statt-frauenquote-fordern/

Stand: April 2014