Dr. Brigitte Jantz

Dr. Brigitte Jantz Jahrgang 1964, ist Naturwissenschaftlerin, Klimaschutz-Bildungsexpertin und Agenda 21-Moderatorin. Als verantwortliche Projektkoordinatorin des Kölner Instituts für Ökologische Forschung und Bildung – Natur & Kultur (Träger: Netzwerk e. V. – Soziale Dienste und Ökologische Bildung) initiierte sie bereits 2008 die partizipative Entwicklung des Klimaschutz-Bildungskonzeps Köln, dessen Erstellung sie zwischen 2010 und 2012 als innovatives, stadtgemeinschaftliches Klimaschutz-Projekt realisierte, in enger Abstimmung mit dem Umwelt- und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln sowie in Koordination mit dem eigens gegründeten Kompetenzteam KlimaBildung Köln.

Mit diesem sowie der REWE Group/REWE West arbeitet sie seither intensiv an der Umsetzung wesentlicher Konzeptinhalte mit dem Fokus Nachhaltiger Konsum und Zukunftsfähige Lebensstile. Seit 2015 tritt der Schwerpunkt Nachhaltige Mobilität in Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU) in Kooperation mit der Allegium GmbH sowie der Ford-Werke GmbH hinzu. Jantz ist zudem seit 2011 Projektleiterin der „KlimaBausteine: Kleine Projekte – große Wirkung“, der Kleinprojekteförderung des KlimaKreis Köln. Erstellung und Umsetzung des Bildungskonzepts, sowie die KlimaBausteine wurden und werden aus Mitteln der RheinEnergie AG gefördert.

Bis zu ihrer Promotion 1997 arbeitete Jantz als Forscherin und Dozentin an der Universität zu Köln in den Bereichen Zoologie, Ökologie und Gewässerschutz. Als ausgebildete Agenda-Moderatorin und -Mediatorin war sie bis 2004 u.a. als Mitarbeiterin der Stadt Köln sowie des Kölner Agenda-Büros maßgeblich an der Aktivierung und Gestaltung des Kölner Lokale Agenda 21-Prozesses beteiligt. Ein tieferer Einblick in die Erfordernisse und Handlungsfelder Nachhaltigen Wirtschaftens, den sie in 2001 als verantwortliche Forschungsstellenleitern der Ethik Vermögensverwaltung AG erwarb, veranlasste sie 2002 zur Gründung der Agentur für Nachhaltige Wirtschaft und Bildung – ecocentury. Mit dieser betrieb sie bis 2008 als Unternehmerin u.a. das in 2005 mit dem Umweltschutzpreis der Stadt Köln ausgezeichnete „Regionale Versorgungs- und Bildungsnetz für Kitas und Schulen in Köln“.

Weitere Informationen: www.net-sozial.de

 

Klimaschutz – Gesamtgesellschaftliche Herausforderung und kulturelle Chance

 

Effektiver Klimaschutz in der zum Erreichen der nationalen und internationalen Klimaschutzziele erforderlichen Dimension kann nur gelingen, wenn sich alle gesellschaftlichen Akteure an der Entwicklung und Umsetzung geeigneter Handlungsansätze zur Reduktion der Treibhausgasemissionen beteiligen, in Politik, Wirtschaft und Alltag.

Dabei gilt es, das in der Bevölkerung gestiegene Bewusstsein der Bedeutung des Klimaschutzes als zentralem Baustein zur Lösung globaler Probleme aufzugreifen, bislang brachliegende Potenziale des aktiven Klimaschutzes zu identifizieren und zu heben.

Auf beeindruckende Weise verdeutlicht zudem die kürzlich erschienene Enzyklika „Laudati Si“ des Papst Franziskus auch das Potenzial der Religionen zur Bewusstseinsbildung, nicht zuletzt als Weckruf zur Verantwortungsübernahme und Verhaltens- sowie Konsumkorrektur und somit zum kulturellen (Werte-)Wandel.

In die Diskussion über geeignete Wege zum erfolgreichen Klimaschutz ist aufgrund der Dringlichkeit weltweiter, verbindlicher Abkommen und immer spürbarer werdender Klimawandelfolgen Bewegung gekommen. Gleichzeitig werden in der Klimaschutz-Praxis zunehmend Städte und Regionen, gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Initiativen und Einrichtungen sowie ortsansässigen Unternehmen aktiv und mobilisieren den Klimaschutz von unten.

Partizipative Netzwerke zentraler, klima(bildungs)relevanter Akteure sind dabei wertvolle Partner für den kommunalen Klimaschutz! Interdisziplinär besetzt verfügen sie über eine hohe Fach- und Praxiskompetenz der beteiligten Akteure sowie ein großes Multiplikatorpotenzial, um Menschen in den verschiedensten gesellschaftlichen Zusammenhängen und Ebenen zu erreichen.

„Klimaschutz-Bildungskonzept Köln“ – Innovation aus der Stadtgemeinschaft

Als zukunftsweisendes Klimaschutzprojekt ist das „Klimaschutz-Bildungskonzept Köln“ das erste strukturell und partizipativ entwickelte Konzept für die KlimaBildung einer großen Kommune in Deutschland. Es basiert auf dem praxis-relevanten Know-how der eingebundenen zentralen Bildungsakteure der Region Köln, der Bedarfserfassung der Zielgruppen sowie der engen Abstimmung mit dem Umwelt- und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln.

Das stadtgemeinschaftlich erarbeitete innovative Gesamtkonzept ist gekennzeichnet durch großes Synergiepotenzial, praxisnahe Wirksamkeit sowie hohe gesellschaftliche Akzeptanz aufgrund partizipativer Entwicklung.

Das Bildungskonzept enthält konkrete Handlungsansätze und Maßnahmenempfehlungen zur Klimaschutz-Bildung, -Beratung, -Öffentlichkeits- sowie Netzwerkarbeit für alle stadtrelevanten ‚Lebenslagen’ und ist damit auch strukturelle Basis des offiziellen „Integrierten Klimaschutzkonzepts der Stadt Köln“. Seit Fertigstellung des eigenständigen Klimaschutz-Bildungskonzepts in 2012 wird auf verschiedenen Ebenen partizipativ und mit Hochdruck an der Umsetzung der formulierten Ziele und Module gearbeitet.

„Kompetenzteam KlimaBildung Köln“ – Effizientes Klimaschutz-Netzwerk

Bereits 2010 wurde das Netzwerk zentraler, klimabildungsrelevanter Akteure der Region Köln gegründet, um gemeinsam und in enger Abstimmung mit der Stadt Köln das umfassende, institutionen- und zielgruppenübergreifende „Klimaschutz-Bildungskonzept für Köln“ zu erstellen. Seither arbeitet das engagierte Team proaktiv und konzeptbasiert an der partizipativen Mobilisierung der Stadtgemeinschaft zum aktiven Klimaschutz.

In dem interdisziplinären Netzwerk sitzen Bildungspartner der Stadt Köln, der Stadtwerke Köln, der Kammern und des Verbraucherschutzes mit Theater- und Filmleuten, außerschulischen Partnern, freien Trägern, überregional tätigen Einrichtungen und Experten an einem Tisch. Gemeinsam realisieren sie eng am Bedarf der Bürgerinnen und Bürger nach Aufklärung orientierte Maßnahmen zum klimafreundlichen Handeln im Lebens- und Bildungs-Alltag, in Wirtschaft und Politik.

Das Team versteht sich dabei sowohl als Bindeglied zwischen den stadtgesellschaftlichen Akteuren, als auch als Multiplikator, Ideenschmiede sowie Botschafter für einen effizienten und beschleunigten Klimaschutz in der Region Köln.

Projekte des Kompetenzteams (Auswahl)

➢ 2010-2012 „Klimaschutz-Bildungskonzept Köln“.
➢ 2013-2015 Projektarbeit zur Konzeptumsetzung mit REWE West.
➢ 2014+2015 „KlimaTage im Kölner Zoo“.
➢ 2015 „Stadtgespräch Klimaschutz“ im Vorgang zum OB-Wahlkampf 2015.
➢ 2015-2016 Initiative „Klimafreundliche Groß- und Sportveranstaltungen in Köln“.
➢ 2015-2017 „Kölner Spritsparmeisterschaft“, Förderung nachhaltiger Mobilität in KMU.

RheinEnergie AG – Förderung innovativer Klimaschutzprojektarbeit im Rahmen des CSR des kommunalen Energieversorgers
Die oben beschriebene, durch das Kölner Institut für Ökologische Forschung und Bildung – Natur & Kultur (Träger: Netzwerk e.V.) koordinierte Klimaschutzprojektarbeit zur Erstellung und Umsetzung des „Klimaschutz-Bildungskonzepts Köln“ war nur möglich auf Basis einer Förderung durch den KlimaKreis Köln aus Mitteln der RheinEnergie AG. Der kommunale Energieversorger hat im Rahmen des unternehmenseigenen Klimaschutz-Programms „Energie & Klima 2020“ in 2008 den KlimaKreis Köln als stadtweites Gremium zur unabhängigen Förderung von Klimaschutz-Projekten der Region Köln gegründet und bis 2015 rd. 30 Technik-, Pädagogik- bzw. Netzwerk-Projekte zum Klimaschutz mit einem Gesamtvolumen von rd. 5 Mio. Euro in die Förderung aufgenommen.

Vertiefende Informationen
1. Klimaschutz-Bildungsportal Köln www.klimabildung-koeln.de

2. “Energiewirtschaft und KlimaBildung – Potenziale und Chancen regionaler Netzwerke für den Klimaschutz“, CSR-Artikel von B. Jantz im Buch „CSR und Energiewirtschaft“ des Springer-Verlags. http://www.springer.com/de/book/9783662465820