Dr. Stefan Gatt

Dr. Stefan Gatt ist selbständiger Unternehmer seit 1989 in mehreren Berufsfeldern:

1. "Coach und Trainer" für Teams und für Führungskräfte (www.gatt-ce.at)
2. „Expeditionsleiter“ – Führungsarbeit auf den höchsten Gipfeln unter extremen Bedingungen (www.stefangatt.at/berg/)
3. „Paarcoach“ - seit 1998 machen seine Frau und er gemeinsam Workshops im Bereich Paartherapie   (www.challengeoflove.at).

Aus- und Weiterbildung: Studium der Sportwissenschaften und Sportmanagement. Staatl. gepr. Berg- und Skiführer. 2,5-jährige Weiterbildung für systemisches Coaching, systemische Beratung und Organisationsentwicklung. Imago Professional Facilitator und Imago Workshoppresenter. Weitere berufliche Stationen waren: Aufbau eines kleinen Unternehmens für Design und Produktion von Sportartikeln 10-jährige Leitung des Europäischen Instituts für erlebnis- und erfahrungsorientiertes Lernen – www.e3l.org von 2001 bis 2011.

Seine Philosophie: Als Coach geht es ihm darum, Zusammenhänge, Beziehungen, Muster und Wechselwirkungen transparent und verständlich zu machen. Zusätzlich fordert und fördert er seine TeilnehmerInnen gern auf der inhaltlichen und der persönlichen Ebene. Neugier, Mut und Begeisterung sind wichtige Inhalte bei seinen Seminaren.

Stefan Gatt über Nachhaltigkeit

Die folgenden Passagen sind entnommen aus: Stefan Gatt: Survival-Handbuch Führung. Aus Extremsituationen für den Berufsalltag lernen. Carl Hanser Verlag München 2016 (9. Kapitel).

Ökologische Nachhaltigkeit – es gibt keinen Planet B

Wir müssen mit unserem Planeten und seinen Ressourcen achtsam umgehen, sonst werden wir – und zukünftige Generationen noch viel mehr – die Möglichkeit verlieren, auf der Erde gut leben zu können. Ich persönlich nehme wahr, dass es bereits ganz viele Ansätze und Projekte im Kleinen gibt, die umgesetzt wurden und werden. Was mir aber besondere Hoffnung gibt, ist das beginnende Umdenken auf globaler Ebene. Das Ergebnis der Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015 weist in eine neue Richtung.

Bei ökologischer Nachhaltigkeit geht es aus meiner Sicht nicht um Einschränkungen, sondern um einen bewussten Umgang mit Ressourcen und um Lebensqualität, die auf ganzheitlichem, nachhaltigem Handeln und Wirtschaften basiert.

Wir brauchen ein neues Denken. Raus aus der Wegwerfmentalität hin zu einem Kreis-laufdenken. Wie es uns die Natur vormacht: Das Laub, das der Baum im Frühjahr produziert, versorgt den Baum im Laufe des Jahres und wird im Herbst zum Nährstoff für die Organismen im Boden und in weiterer Folge wieder zum Dünger für den Baum.

Eine der größten Entwicklungschancen für Unternehmen in der Zukunft liegt in der Umwandlung der heutigen Wegwerfsysteme hin zu Kreislaufsystemen, bei denen Res-sourcen nicht mehr verbraucht, sondern immer wieder neu verwendet werden können. Solche Unternehmen werden in Zukunft auch die Nase vorn haben, weil sich die Gesellschaft und deren Werte verändert. Immer mehr Menschen sind bereit, mehr Geld für ökologisch-nachhaltige Lebensmittel und Produkte auszugeben, zum Beispiel Geld in die Reparatur eines Gerätes zu stecken, statt ein neues zu kaufen.

Viele Unternehmen haben die Modeworte „Nachhaltigkeit“, „ökologisch“, „fair“ etc. in ihre Firmen-PR integriert. Durch die umfassenden Recherchemöglichkeiten via Internet haben die Verbraucher heute glücklicherweise die Chance, sich darüber zu informieren, ob dies nur Worthülsen sind oder wirklich gelebte Werte.

Österreichische Unternehmen wie Sonnentor, die Waldviertler Schuhfabrik, das Hotel Retter, M-Tech, Grüne Erde und Thoma-Holzbau sind Vorreiter eines neuen Trends in diese gesunde Richtung für unseren Planeten. In Deutschland sind es Unternehmen wie die Biobäcker Märkisches Landbrot oder Hofpfisterei, Hersteller von Naturkosmetik wie Weleda und Hauschka und viele andere Unternehmen. International kommen mir Tesla, Vestas, Reed, die Schuhmarke Think! und viele mehr in den Sinn.

Bei dieser Auflistung ist mir natürlich bewusst, dass ich nicht alle Unternehmen nennen kann, die einen wichtigen Beitrag zu diesem Wandel leisten. Weiters bin ich mir sicher, dass man auch bei den genannten Unternehmen unökologische Bereiche finden könnte, wenn man möchte.

Soziale Nachhaltigkeit

Diese Art der Nachhaltigkeit zeigt sich darin, wie Ihr Unternehmen mit den Menschen umgeht, die mit ihm in Verbindung sind, also Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und Ge-schäftspartner. Welche Arbeitsbedingungen sind auf dem Papier definiert – und welche herrschen informell im Unternehmen? Welche Verträge werden geschlossen und welche Kommunikation wird im Alltagsgeschäft gepflegt? Wo und unter welchen Bedingungen wird produziert? Übernimmt das Unternehmen die Verantwortung für seine Mitarbeiter und deren Wohlergehen nur im Betrieb oder ist ihm die Verbindung zwischen beruflichen und privaten Themen bewusst (siehe auch Seite xx, 9.4.1. Yvon Chouinard).
Die soziale Nachhaltigkeit im Kleinen hängt eng zusammen mit jener im großen, globa-len Rahmen. Unternehmen können nicht „zu Hause“ fair sein, aber in globalen Produkti-onsabläufen beide Augen zudrücken, um den Gewinn rücksichtslos zu maximieren.

Dass ein „kleines“ soziales Engagement immer in Verbindung zum großen Ganzen gese-hen werden muss, zeigt sich angesichts der globalen Armut. Wir haben längst genug, um alle Menschen weltweit versorgen zu können. Das Problem liegt einzig und allein in der Verteilung: Im Armutsbericht von Oxfam  wird jährlich dargestellt, wie gravierend die Unterschiede zwischen Arm und Reich weltweit sind: derzeit besitzen die 62 (!) reichsten Menschen so viel wie die ärmere Hälfte der gesamten Weltbevölkerung. Auch unter diesem Aspekt werden Fluchtbewegungen in der Welt plausibler: Durch wirtschaftliche Ausbeutung und Kriege, die ebenfalls aus einer Verteilungsungleichheit und wirtschaftlichen Machtbestrebungen entstehen, wird Armut geschaffen. Wenn so viele Menschen keine Möglichkeit haben, zu überleben, bleibt nur der lebensgefährliche Weg hin zu Orten, an denen man womöglich überleben kann.

Unterm Strich bedeutet dies, dass wir alle und im speziellen wir als Unternehmer ein globales Verständnis für Zusammenhänge entwickeln müssen, da wir alle nur miteinan-der existieren können. Diese neue Einstellung muss im Alltag gelebt werden. Sie als Führungskraft sind ein Teil dieses großen Ganzen: Es zählt, wie Sie Ihr Team führen.

Ökonomische Nachhaltigkeit

Noch 1970 gingen Wirtschaftswissenschaftler wie Milton Friedman davon aus, dass es die einzige (soziale) Verantwortung der Wirtschaft sei, ihre Gewinne zu erhöhen.  Das ist längst wiederlegt. Inzwischen erheben immer mehr Menschen den Anspruch, dass Unternehmen auch eine globale Verantwortung haben. Besonders Arbeitnehmer der jüngeren Generation formulieren heute deutlich ihren Wunsch und ihr Bedürfnis nach einer ausgewogenen, sinnhaften Arbeitssituation, Wertschätzung und Arbeitsbedingun-gen.  Dadurch wird es auch für Unternehmen immer wichtiger, Nachhaltigkeit nicht nur als PR-Parole vor sich her zu tragen, sondern tatsächlich zu leben. Das eröffnet Ihnen als Führungskraft große Möglichkeiten. Sie werden Mitstreiter und Unterstützer finden, die neue Ideen mittragen und Sie dabei unterstützen, Prozesse neu zu durchdenken und zu gestalten.

Neue Ansätze zu einem alten Menschheitsideal

Immer mehr Menschen entwickeln heute Ideen und Systeme, mit denen nachhaltige Ideale in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft umsetzbar werden können. Eine davon ist die Gemeinwohl-Ökonomie, der sich immer mehr Unternehmen anschließen. Ziel ist ein „gutes Leben für alle“ - eine soziale Gerechtigkeit. Die Macher hinter der Gemeinwohl-Ökonomie haben sich zusammengeschlossen, um immer weitere Maßnahmen zu entwi-ckeln, mit denen Humanität, Demokratie und Ökologie weltweit gefördert und umge-setzt werden können. Die Ideen hinter dieser Bewegung beziehen sich auf Ideale, die bereits unter Platon deklariert wurden: Glück für alle Bürger.  Es sind auf keinen Fall nur „die Träumer“ und ein paar weltfremde Hippies, die die Notwendigkeit dazu sehen. Viele Wirtschaftswissenschaftler und Experten aus der Wirtschaft, Soziologie und Politik schließen sich solchen Bewegungen an oder entwickeln Theorien und Studien, die in dieselbe Richtung weisen. So ist beispielsweise Paul Krugman, Träger des Wirtschaftsnobelpreises, ein Befürworter freier Märkte, aber ein Kritiker wirtschaftlicher Entwicklungen, die in Freihandelsverträgen wie dem  TTIP gipfeln, welches klare Nachteile für Demokratie und soziale Gerechtigkeit bringen wird. 

Nachhaltig führen, denken, handeln – wie kann das funktionieren?

Wir Menschen in Europa haben viele Möglichkeiten, uns bewusst und ohne große Ein-schränkungen für Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu entscheiden. Ob im Privatleben oder bei beruflichen Entscheidungen: Es gibt fast immer eine Option, es besser zu ma-chen. Denken Sie darüber nach, bevor Sie Entscheidungen fällen: Welche Folgen werden diese Entscheidungen in den nächsten Monaten, Jahren und Jahrzehnten haben? Nicht nur für Sie und einige wenige Personen. Sondern für möglichst viele Menschen.  

Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften

Landläufig wird davon ausgegangen, dass man zwischen erfolgreichem Unternehmer-tum und nachhaltigem, ganzheitlichem Wirtschaften eine „Entweder-oder-Entscheidung“ fällen muss. Dem ist nicht so. Zahlreiche Unternehmer sind wirtschaftlich erfolgreich und gleichzeitig Vorreiter einer ganzheitlichen Einstellung.

Yvon Chouinard zeigt dies beispielsweise mit seinem Unternehmen: Patagonia ist einer der größten Hersteller und Anbieter für Bergsteigerausrüstung. Chouinard entwickelte zahlreiche Produktideen aus seiner eigenen Praxis als leidenschaftlicher Bergsteiger und Kletterer. Und ebenso aus sich heraus entwickelte er seine Einstellung, die Mitarbeiter in ihren Wünschen und Bedürfnissen optimal zu unterstützen. Dafür bekommt er ein extrem hohes Commitment und eine starke Motivation der Mitarbeiter zurück. Er gewährt seinen Angestellten beispielsweise, ihre Arbeitszeit frei einzuteilen. Ein Ausspruch von ihm lautet sinngemäß: „Wenn die Welle ideal ist fürs Surfen, dann sollen die Mitarbeiter die Wellen reiten und die Arbeit hinterher erledigen!“ In den 1970-er Jahren bekamen viele seiner Mitarbeiter Kinder, also organisierte er einen Kindergarten neben dem Unternehmen, damit die Eltern entspannt ihre Arbeit erledigen konnten und wussten, dass ihre Kleinen optimal betreut waren.

Ein Prozent des gesamten Umsatzes stiftet der Firmenchef Umweltaktivisten für ihre Tätigkeit. Mehrere hundert Firmen schlossen sich bereits seiner Initiative „1 Percent for the Planet“ an.  Bei der Herstellung sämtlicher Produkte gelten faire Arbeitsbedingungen. Auf der Patagonia-Website liest man dazu: „Wir können Patagonia nicht als das Modell einer verantwortungsvollen Firma darstellen. Wir leisten nicht alles, was ein verantwortungsvolles Unternehmen tun kann. Aber wir können hier darüber berichten, wie wir unsere soziale und ökologische Verantwortung erkannt haben und anfingen, entsprechend zu handeln.“

Sie fragen sich vielleicht, wie das möglich sein kann: Chouinard lässt seine Mitarbeiter surfen, wann immer sie Lust dazu haben. Wer erledigt dann die Arbeit?! Genau hier muss ein Umdenken einsetzen: So lange Menschen zur Arbeit gezwungen werden, wer-den sie versuchen, sich ihr zu entziehen. Sobald sie jedoch als Menschen wertgeschätzt werden, in ihrer Arbeit einen tiefen Sinn sehen und Freiräume zum Denken, Handeln und Entscheiden finden, entwickeln die allermeisten Menschen eine tiefe intrinsische Motivation, die nicht zuletzt die Produktivität entscheidend verändert. Hieraus entsteht ein wahrer Sog, der eine positive Spirale in Gang setzt: Wenn Ihr Team, Ihr Unterneh-men, so funktioniert, werden immer mehr Menschen angezogen, die genau diese Art zu arbeiten schätzen.

Es gibt zahlreiche Beispiele für Unternehmen, die ebenso erfolgreich und gleichzeitig verantwortungsvoll arbeiten. Denn es geht nicht um einen Verzicht auf wirtschaftlichen Erfolg zugunsten anderer Ziele. Es ist alles eine Frage des Denkens, des Wollens – und der eigenen Werte.

Persönliche Nachhaltigkeit – wie Sie gut auf sich selbst achten
Last but not least: Achten Sie auch auf Ihre eigenen Ressourcen und Reserven. Wenn Sie immer das Letzte geben, bis zur Erschöpfung arbeiten und sich keinen Ausgleich gönnen, handeln Sie nicht nachhaltig. Achten Sie darauf, dass Sie Ihren eigenen Energiehaushalt pflegen, die Balance halten und ein Zuviel oder Zuwenig – also Burnout oder Boreout – vermeiden. Am besten gelingt Ihnen das, indem Sie sich Freiräume schaffen und Ihre eigenen Grenzen respektieren:

Schalten Sie bewusst ab: Gönnen Sie sich Pausen vom Informationsstrom. Ständige Verfügbarkeit sollte nicht Ihr Ziel sein. Sie setzen als Führungskraft die Maßstäbe in Ihrem Team, Sie können und müssen das Bewusstsein dafür wecken, dass jeder Mensch auch Auszeiten braucht. Schalten Sie zu bestimmten Zeiten (abends, am Wochenende…) Handy und Computer aus, kommunizieren Sie – vor allem am Anfang – konsequent, dass Sie zu bestimmten Zeiten nicht erreichbar sind. Viele meiner Kunden, die eine 24/7-Erreichbarkeit im Unternehmensleitbild verankert haben, nutzen zum Beispiel die Vereinbarung in ihren Teams, dass das Handy am Abend und am Wochenende weitergeleitet oder auch ausgeschaltet werden darf und soll. E-Mails werden in der Freizeit nicht gelesen. Ein SMS ist dagegen das Zeichen für höchste Priorität – und wird auch nur dann geschrieben, wenn es unvermeidbar ist, das Thema möglichst rasch mit der angesimsten (keine Ahnung ob das schon deutsch ist?) Person direkt zu klären.

Lernen Sie, sich zu entspannen: Das gelingt vielen Menschen am besten, indem sie eine Entspannungstechnik erlernen, mit der sie auch in Stresssituationen auf bekannte Taktiken zurückgreifen und so psychischen und physischen Stress abbauen können.

Sorgen Sie für Ausgleich: Bewegung, sportliche Hobbies, Aktivität – vor allem im Freien – das sind die Tankstellen für Ihren Körper, wenn Sie als Führungskraft auf sehr hohem Niveau Leistung bringen möchten. Überhaupt hat der Aufenthalt in der Natur zahlreiche positive Effekte auf uns Menschen.
 
Akzeptieren Sie sich selbst – mit Ihren Fähigkeiten, Vorlieben, Abneigungen und mit Ihren Grenzen. Achten Sie sich und fördern Sie sich selbst, indem Sie mögliche Fehler wahrnehmen, sich in den Bereichen entwickeln, in denen es nötig ist – ohne sich dafür zu schämen oder selbst zu verurteilen.

Nehmen Sie Ihre Bedürfnisse ernst: Dazu gehört, dass Sie Ihre eigenen Pläne und Ideen genauso ernst nehmen wie das, was im Unternehmen gerade relevant ist. Tragen Sie sich zum Beispiel Ihre privaten Termine in Ihren Kalender ein, reservieren Sie die Zeit und behandeln Sie Verabredungen, sportliche Aktivitäten oder Freizeitvergnügen mit derselben Priorität wie das Alltagsgeschäft im Unternehmen.

Halten Sie Kontakt zum Leben: Pflegen Sie Ihre Beziehungen. Sie sind nicht nur „Chef“, sondern auch eine Person mit Bedürfnissen und Gefühlen – und es gibt ihn Ihrem Leben Menschen, die Ihnen wichtig sind. Achten Sie darauf, dass Ihre Beziehungen nicht zu kurz kommen und nehmen Sie mögliche Signale dafür rechtzeitig wahr. Erfolg im Beruf kann eine glückliche Beziehung niemals aufwiegen!

Sagen Sie Nein: Machen Sie anderen deutlich, wozu Sie bereit sind – und wozu nicht. Das gelingt, indem Sie ruhig und bestimmt zeitliche, räumliche und emotionale Grenzen setzen, sich nicht hetzen oder unter Druck setzen lassen.

Seien Sie auch „mal weg“. Sorgen Sie an den Wochenenden und im Urlaub dafür, dass Sie tatsächlich weg sind: Ein anderer Ort, fernab vom Gewohnten. Ausspannen bei den Tätigkeiten, die im Alltag zu kurz gekommen sind. Stellen Sie immer wieder einmal Abstand zum Alltag her, so können Sie anschließend umso effektiver wieder durchstarten.

Setzen Sie die richtigen Prioritäten: Fragen Sie sich immer wieder einmal, wie wesentlich ein Problem, eine Diskussion oder eine Auseinandersetzung tatsächlich ist. Wie wichtig wird das Thema in der nächsten Woche noch für Sie sein? In einem Jahr? Falls Sie merken, dass es gerade um etwas geht, was für Sie nicht nachhaltig relevant sein wird, verändern Sie Ihre Prioritäten entsprechend (siehe auch Seite xx, Kapitel).

Arbeiten Sie an der Struktur: Bauen Sie Ihr Team zu einem gut funktionierenden System aus. Definieren Sie Zuständigkeiten klar, vertrauen Sie darauf, dass Ihre Mitarbeiter die ihnen anvertrauten Aufgaben übernehmen und erfüllen.

Seien Sie ersetzbar. Viele Führungskräfte machen den Fehler, dass sie angstbestimmt handeln und Mitarbeitern Informationen vorenthalten oder bestimmte Bereiche nicht abgeben. Damit torpedieren sie sich selbst. Eine gute Führungskraft arbeitet sich nicht auf, sondern sorgt dafür, dass sie ihrem Team in wesentlichen Belangen zur Verfügung steht – und in den Bereichen, die delegierbar sind, Verantwortung abgibt. Bauen Sie sich einen optimalen Stellvertreter auf, der Ihre Aufgaben übernimmt, wenn Sie nicht vor Ort sind.

Führen – nicht nachputzen. Bleiben Sie in der Führung. Ihre Rolle ist so anspruchsvoll, dass Sie nicht „eben noch schnell“ eine Fachkraft in Ihrem Team ersetzen können. Delegieren Sie das, was sinnvoll und möglich ist, betreiben Sie kein „Mikromanagement“, indem Sie sich um Details kümmern, die einer Ihrer Mitarbeiter ebenso gut bearbeiten kann.

Stand: September 2016