Fathi Karaburun

Fatih Karaburun wurde in Günzburg geboren. Nach der Grundschule in Leipheim wechselte er auf das Dossenberger Gymnasium in Günzburg und schrieb dort sein Abitur im Jahr 2012. Nach einem Auslandssemester in Madrid hat er das Studium „Nahost Studien und Ethologie“ an der Eberhard Karls Universität in Tübingen aufgenommen. Außerhalb der Universität ist er im Bereich Medien aktiv: Neben der Tätigkeit bei der Jugendpresse Baden-Württemberg schreibt er als Blogger diverse Artikel für die Huffington Post. Seine Interessensgebiete sind Kultur, Gesellschaft und Politik sowohl in den Ländern des Nahen Ostens als auch in Deutschland. In seiner Freizeit arbeitet er auch als ehrenamtlicher Mentor in einem Kulturverein in Reutlingen/Tübingen, wo er bei der Betreuung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund mitwirkt. Das Team spezialisiert sich auf den Bereich Bildung: Mit verschiedenen Projekten und Seminaren beraten sie Familien und helfen den Kindern, eine erfolgreiche schulische Ausbildung zu absolvieren.


Bildung für eine bessere Zukunft-langfristig betrachtet!

Eine Studie der PISA aus den Jahren 2000-2001 zeigt uns deutlich, wie der aktuelle Status der Bildungschancen lautet: Ungerecht, unakzeptabel und verbesserungswürdig! Aus Erfahrung kann ich in diesem Kontext berichten, dass dies eng verbunden mit der Herkunft auftritt: Trotz unserer „Kriegserklärung“ gegen den Rassismus sind wir stets mit demselben Problem konfrontiert: Schülern verschiedener sozialer Schichten stehen leider nicht die gleichen Möglichkeiten zur Verfügung. Dies können Sie insofern unterschreiben, wenn sie beispielsweise zwei Familien vergleichen: Auf der einen Seite eine akademisch ausgelegte Schicht und auf der anderen Seite die jedem bekannte Arbeiterschicht mit geringer Bildungsrate.

Dies hat zu Folge, dass dementsprechend verschiedene Situationen hinsichtlich der Bildungsmöglichkeit auftreten. Für diese ungerechte Verteilung spielen sämtliche Faktoren eine wichtige Rolle, ich möchte jedoch nur auf eines eingehen: Die Bildung der Schüler mit Migrationshintergrund. Lassen Sie mich aus Erfahrung in Kürze berichten, welche Probleme auftauchen und wie diese gelöst werden könnten.

Da ich neben meinem Studium als Mentor in einem Kulturverein im Raum Stuttgart tätig bin und bei der Betreuung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund mitwirke, fallen mir einige interessante-teils auch traurige-Phänomene auf. Der Grund, warum Schüler mit Migrationshintergrund stets in den hinteren Reihen der Unterrichtklasse sitzen, verrät uns auch schon weitere Aspekte: Zunächst ist zu erwähnen, dass diese Gruppe von Schülern öfters eine gewisse zurückgezogene Haltung aufzeigt. Dies ist damit verbunden, dass sie sich nicht trauen, in der Öffentlichkeit aufzutreten: Sei es wegen geringem Vokabular oder der fehlerhaften Grammatik beim Sprechen. Dies führt dazu-in vielen Umkreisen-dass man spöttisch ausgelacht und später vielleicht auch zu einem Mobbingopfer in der Klasse wird. Diese Art von Diskriminierung kann verhindert werden, zum einen indem die Lehrer nicht nur Ermahnungen in der Klasse verteilen, sondern auch stets betonen, welche negativen Auswirkungen Diskriminierung und Mobbing für unsere Gesellschaft haben können. Zum anderen müssen die Eltern die Aufgabe der Lehrer zu Hause fortsetzen und mit ihren Kindern so oft wie möglich dieses Thema ausdiskutieren. Damit das den Kindern auch interessant scheint, sollte man dies amüsant gestalten: Mit Filmen, Dokumentationen und Büchern über Diskriminierung und Rassismus.

Ein anderer wichtiger Faktor in diesem Kontext spricht die Eltern mit Migrationshintergrund an: Aus eigener Erfahrung kann ich erläutern, dass unser größtes Problem im Kulturverein im Bereich Kommunikation zwischen Eltern und Kinder liegt: Mama und Papa der Kinder müssen engagiert daran arbeiten, ihren Kindern eine gute Zukunft zu geben-und dies geschieht allein nur durch Bildung! In Kooperation mit sämtlichen Nachhilfe-und Kulturvereinen kann abgesprochen werden, welche „Impfstoffe“ das Kind braucht, um eine erfolgreiche Zukunft zu sichern. Bei den meisten Schülern mit Migrationshintergrund wären dies: Schulische Bildung, ehrenamtliche Tätigkeiten in sozialen Vereinen-und das Buch lesen! Ja, alleine schon das gemeinsame Lesen abends beim Tee trinken würde helfen, einen guten Start zu geben: Bessere Erziehung, mehr Kommunikation zwischen Eltern und Kind und die Erweiterung des Vokabulars!

„Wer viel liest, erhält eine bessere Perspektive und merkt, wie viel er noch tun muss!“, sagt uns ein türkisches Sprichwort. Deshalb, liebe Eltern, tut was für die Zukunft eurer Kinder und helft ihnen, eine erfolgreiche und langfristige Bildung zu bekommen!

Stand: April 2015