Frank Selter

Frank Selter, Jahrgang 1966, ging sofort nach seiner kaufmännischen Ausbildung in die Textilbranche. Für mehrere Jahre war er hier für den Vertrieb in Süddeutschland zuständig. Nach einem kurzen Ausflug in den IT-Bereich kehrte er zu seinen Wurzeln zurück und wurde wieder für das Modeunternehmen s.Oliver tätig. Zuletzt verantwortete er hier den Bereich 'International Sales'.

Im Jahr 2011 gründete Frank Selter dann sein eigenes Unternehmen: KAIPARA - Merino Sportswear. Seine Weltreise im Jahr zuvor hatte ihn auch nach Neuseeland, der Heimat der weltweit besten Merinowolle, geführt. Fasziniert von den einzigartigen Eigenschaften dieses Naturproduktes, beschloss er, mit dem ‚Gold Neuseelands‘ eine Sportswearkollektion zu kreiieren, die – unter besonderer Berücksichtigung von Nachhaltigkeit - dem Qualitätsversprechen ‚Made in Germany‘ in vollem Umfang gerecht wird. Seit 2013 ist KAIPARA – Merino Sportswear als vertikale Marke über den eigenen Onlineshop im deutschsprachigen Raum.

Weitere Informationen: https://kaipara.de/

 

Wie aus Faszination Inspiration wurde

Interview mit Frank Selter

1. Was bedeutet der Name "Kaipara"?

Die Übersetzung von Kaipara lautet "sportlicher Wettbewerb", da das Eigenschaftswort "sportlich" auch ein Synonym für "anständig", "aufrichtig", "ehrlich" und "fair" ist. Unser Name transportiert oder vermittelt die Werte, die wir uns auf die Fahnen geschrieben haben.

2. Wie entstand die Idee zu diesem Geschäftsmodell?

Als ich 2011 unter anderem in Neuseeland war, habe ich ein T-Shirt in einer Merinoqualität entdeckt, die ich bis dato noch nicht kannte. Ich war so begeistert, dass ich mich entschloss, eine eigene Merino-Sportswear-Linie zu entwickeln. Die Maxime: Höchste Qualität in allem ereichen.Aus diesem Anspruch ergab sich dann später eigentlich fast als logische Konsequenz "Made in Germany“ - vom Zuschnitt bis zur letzten Naht.

3. Hat das Qualitätsversprechen „Made in Germany“ durch die Ereignisse in jüngster Vergangenheit nicht an Glaubwürdigkeit verloren?

Gott sei Dank haben die Skandale, auf die Sie hier anspielen, für uns keine negativen Auswirkungen gehabt. Tatsächlich hinterfragen unsere Kunden „unser Made in Germany“ noch genauer. Aber dieses Interesse begrüßen wir, denn es gibt uns einmal mehr die Möglichkeit darzulegen, was genau KAIPARA – Merino Sportswear auszeichnet und welche Werte wir vertreten.

4. Und die sind?

Nachhaltigkeit ist für uns die Leitlinie in allen Bereichen der Produktion und Zusammenarbeit. So bekommen wir zwar beispielsweise unsere Stoffe fertig eingefärbt, aber von einem Lieferanten, der MAPP und ZQ-Merino zertifiziert ist. Folglich wissen wir sicher, dass er ausschließlich mit umweltverträglichen Techniken und Farben arbeitet. Unsere Fertigung, vom Zuschnitt bis zur letzten Naht, erfolgt ausschließlich in Deutschland. Und auch die Zutaten, ob Garn oder Reißverschluss, beziehen wir von deutschen Herstellern.

Dass unser Rohprodukt nicht aus Deutschland kommt, liegt daran, dass die Wolle der hiesigen Merinoschafe zu grob ist. Die maximale Feinheit der Stoffe, die man mit deutscher Wolle, fertigen kann, liegt bei etwa 27 Mikron, und die reichen nicht aus für eine gute Hautverträglichkeit. Mit KAIPARA aber wollte ich Qualitäten bieten, die sehr gut direkt auf der Haut zu tragen sind, selbst von Neurodermitiker wie mir.

Ich werde immer wieder gefragt, ob es denn mit unserer Philosophie vereinbar sei, wenn unser Rohstoff vom anderen Ende der Welt zu uns transportiert werden muss. Meine ehrliche Antwort ist: Eine regionale Lösung wäre mir lieber. Aber am Ende des Tages, beziehungsweise der Reise ist der ökologische Fußabdruck der Neuseeländischen Merinowolle immer noch niederiger als der anderer Fasern. Laut Studie der ArgriBusiness Group über den Energieverbrauch der neuseeländischen Merino Industrie, steht Nylon mit einen Heizwert von 250 MJ/kg an erster und Wolle mit einen Heizwert von 63 MJ/kg an letzter Stelle.

Unsere Philosophie der Nachhaltigkeit findet aber auch Ausdruck in unseren Verpackungen, die wir rein zweckorientiert minimiert haben. Das heißt, wir vermeiden aufwendige Plastikhüllen oder sonstige Materialien, die dann doch nur im Müll landen.
Wir glauben, dass unser Produkt für sich alleine spricht und überzeugt. Und unsere an Nachhaltigkeit interessierten Kunden geben uns Recht.
Das Interview führte Monika Kohut

Stand: März 2016