Gesa Köberle

Dr. Gesa Köberle ist Geschäftsführerin der DEKRA Consulting GmbH. Zuvor leitete sie den Geschäftsbereich Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutz bei der DEKRA Industrial GmbH. Davor war sie als Senior Consultant für Five Winds International tätig. Sie studierte Geo- und Politikwissenschaften und promovierte zu nachhaltigem Wassermanagement. Seit 15 Jahren ist sie in verschiedenen Nachhaltigkeitsbereichen tätig. Sie verfügt über praktische Erfahrung auf den Gebieten ökologisches Produktdesign (Design for Environment), Systemanalyse und integrierte Managementsysteme und hat eine Vielzahl von Umweltmanagement- und Integrierten Managementsystemen für Unternehmen verschiedener Branchen aufgebaut, begleitet und erfolgreich zertifiziert. Dr. Gesa Köberle unterstützt Unternehmen, EU Direktiven wie REACH, WEEE, RoHS und EuP zu interpretieren und notwendige interne Systeme hinsichtlich Rechtssicherheit aufzubauen. Sie ist als Lehrbeauftragte der Universität Tübingen tätig und Mitglied des Club of Rome sowie Vizepräsidentin der ENERGY GLOBE Foundation.

Weiterführende Informationen:
www.dekra-consulting.com

 

Nachhaltig für Sicherheit, Qualität und Umweltschutz

Welche Bedeutung hat das Thema Nachhaltigkeit für DEKRA? Und wie ist es organisatorisch bei Ihnen verankert?

Nachhaltigkeit nimmt bei DEKRA einen hohen Stellenwert ein. Wir haben unsere eigene Strategie, an der wir kontinuierlich arbeiten. Zudem begleiten und unterstützen wir mit unseren Dienstleistungen private sowie gewerbliche Kunden auf dem Weg in die Zukunft sicher, wirtschaftlich erfolgreich und nachhaltig zu sein.

Das Handeln von Unternehmen und Organisationen ist immer öffentlich. Wie wird Ihr Nachhaltigkeitsengagement kommuniziert? Und weshalb braucht das Thema eine systematische Kommunikation?

Unser Anspruch ist es, Nachhaltigkeit intern vorzuleben und erst dann nach außen zu kommunizieren. Als Beispiel können wir den DEKRANeubau anführen, bei dem DEKRA den DGNB-Qualitätsstandard anstrebt, das Gütesiegel der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen. Die Einführung eines Arbeits- und Gesundheitsschutz-Managementsystems ist ein weiteres Beispiel. Ein Unternehmen sollte ständig danach streben, nachhaltiger zu werden, sodass ein ständiger Kommunikationsbedarf entsteht.

Welchen gesellschaftlichen Anspruchsgruppen füh­len Sie sich besonders verpflichtet?

Als weltweit vertretenes und tätiges Unternehmen streben wir als DEKRA an, durch das Handeln die Welt nachhaltig und sicher zu gestalten. Daher beschränkt sich die Verpflichtung nicht nur auf einzelne Anspruchsgruppen, stattdessen bezieht sie sich auf alle!

Was verstehen Sie unter Energiemanagement? Und weshalb ist der Blick auf die nachhaltige Steuerung der gesamten Wertschöpfungskette von Relevanz?

Wir erklären »Energiemanagement« in einfachen Worten als das Wissen über den Energiefluss im Unternehmen. Das bedeutet, man weiß, an welcher Stelle verbrauche ich zu welchem Zeitpunkt welchen Energieträger in welchen Mengen. Und (dies ist mit das Wichtigste) wie kann ich genau hier Energie einsparen. Weiter gilt es über den Tellerrand hinauszublicken, da viele vor- oder nachgelagerte Prozesse direkten oder indirekten Einfluss auf den Energieverbrauch nehmen und somit weitere Einsparpotenziale bieten.

Was motiviert Unternehmen und Organisationen zur Energie- und Ressourceneffizienz?

Es gibt unterschiedlichste Beweggründe für Unternehmen und Organisationen, den Umgang mit Ressourcen und somit auch mit Energie effizient und bewusst zu gestalten. Hierzu zählen monetäre Effekte wie z. B. steuerliche Vorteile oder durch einen verminderten Verbrauch erzielte Kostensenkungen. Aber auch ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz und daraus resultierend die Verbesserung des ökologischen Images können die Motivation eines Unternehmens sein und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit steigern.

Was zeichnet ein systematisches Energie- und Umweltmanagement aus?

Es darf nicht zu einer Eintagsfliege verkommen! Das bedeutet, dass es ein von Mitarbeitern und Unternehmen aktiv gelebtes, im Plan-Do-Check-Act-Zyklus befindliches und auch zukünftig existentes System ist. Unter diesen Voraussetzungen kann ein systematisches Energie- und Umweltmanagement zum langfristigen und nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens beitragen.

Welche Maßnahmen werden von Unternehmen und Organisationen in Zeiten der Energiewende ergriffen, und wie können sie durch DEKRA unterstützt werden?

Für Unternehmen stellen wirtschaftlich schwere Zeiten große Herausforderungen dar. Der Spielraum für große und langfristige Investitionen gestaltet sich schwierig und Entscheidungen diese zu tätigen fallen nicht leicht. Aus diesem Grund gewinnen Maßnahmen, die sich relativ kurzfristig amortisieren, an Attraktivität. Auf diese Maßnahmen konzentrieren sich die Beratungsdienst­leistungen von DEKRA. Wir anlaysieren z. B. die Arbeitsabläufe eines Unternehmens hinsichtlich eines optimalen Energieeinsatzes oder helfen dabei, eine Systematik zur Erfassung des Energie­verbrauchs zu gestalten. Hierbei gehört für uns auch dazu, mit Rat und Tat bei der Beantragung der richtigen Fördermittel zur Seite zu stehen, denn für vielen Maßnahmen gibt es finanzielle Unterstützungen.

Während Großunternehmen durch ein unternehmensweites Energiemanagement ihren Energieeinsatz detailliert erfassen und systematisch senken können, fehlen KMUs und kleineren Organisationen oft die Mittel. Was raten Sie ihnen?

Speziell für KMUs bietet DEKRA viele Beratungsleistungen an. Unsere Konzepte erstellen wir in Interaktion mit unseren Kunden, auf diese Weise profitieren die Unternehmen von auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Angeboten. In Kombination mit den vielen interessanten Förderprogrammen erhalten auch KMUs, welche über keine großen finanziellen Mittel verfügen, so die Möglichkeit, gemeinsam mit DEKRA ihren Energieverbrauch systematisch zu senken.

Welche Rolle spielen branchenpolitische Maßnahmen bei der Etablierung nachhaltigkeitsorientierter Standards in Unternehmen?

Branchenstandards schaffen Vergleichbarkeit und methodische Konsistenz. Sie stellen sicher, dass Best Practices Berücksichtigung und Verbreitung finden.

Weshalb sollten Unternehmen ihre Umwelt- und Sozialaspekte analysieren (lassen)?

Unternehmen erkennen auf diese Weise Geschäftsrisiken in den Bereichen knappe Rohstoffe, Schäden an menschlicher Gesundheit oder Umwelt sowie Image und Reputation, die durchaus kritisch für den dauerhaften Fortbestand eines Unternehmens sein können.