Jürgen Zahn

Jürgen Zahn, Jahrgang 1959, ist Diplom-Kaufmann und seit Januar 2012 Geschäftsführer der solopia GmbH. Als kompetenter Ansprechpartner für die Suche und Auswahl von Fach- und Führungskräften sowie Interim Managern kann er auf eine langjährige Erfahrung in Führungspositionen zurückblicken. Zu seiner Fachexpertise gehören: General Management, Finanzen & Controlling, IT, HR, M+A, Sanierung, Compliance, Organisation & Supply-Chain-Management. Zu seiner Branchenexpertise gehören Luft- und Raumfahrtindustrie, metallverarbeitende Industrie, IT-Industrie, Logistik, Banken und Versicherungen und Beratungsunternehmen.

Seinen beruflichen Werdegang begann er 1988, nach seinem Studium an der Ludwig Maximilians Universität München, bei der MTU GmbH, München im Bereich kaufmännische Sachbearbeitung und internationales Vertragswesen. Von 1990 bis 1992 war er bei Pechtl & Partner Rechtsanwälte für das kaufmännische Management, Finanzen, Controlling und EDV zuständig. 1992 wechselte Jürgen Zahn zu der Ascom Hasler GmbH, wo er die Leitung der Bereiche Rechnungswesen, Finanzen, Controlling, Berichtswesen und Auftragsabwicklung verantwortete und die Position des stellvertretenden Geschäftsführers innehatte. Parallel betreute er diese Bereiche von 1996 bis 2000 bei der Ascom Service Automation Holding GmbH, Olching und ab 1997 bis 1998 bei der Ascom EBS GmbH, Büchenbeuren. 2000 wurde Jürgen Zahn die Position des CFO in dem Bereich Mailing Systems der Ascom Autelca AG in Bern übertragen. Schwerpunkte seiner Tätigkeit stellten neben den üblichen kaufmännischen Arbeiten auch die strategische Planung, Kostensenkungsprogramme, Mergers & Acquisitions sowie die Implementierung der Balanced Scorecard dar. Im Bereich M&A verantwortete er unter anderem ein Projekt von rund. 400 Mio CHF.
Vor seinem Wechsel im Juli 2005 zu REALTECH AG war er ab 2002 für die Leitung Konzern-Finanzen, Controlling, Investor Relations und Verwaltung bei der FJH AG in München verantwortlich. Als Vorstandsmitglied (CFO) der REALTECH AG war er verantwortlich für das Ressort Finanzen, Investor Relations und Human Resources.
Ab 2008 bis Ende 2011 als Geschäftsführer verantwortlich für Finanzen und Personal eines Schnellauftoreherstellers (Efaflex) in Bayern. Seit Januar 2012 ist er als Geschäftsführer der solopia GmbH zuständig für die Vermittlung von Führungskräften. Zudem ist er seit März 2014 Generalbevollmächtigter der Stiftung Münchner Herz, die sich für Kinder, Jugendliche und Erwachsene einsetzt, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Die Nachhaltigkeit der einzelnen Projekte ist durch langfristige Spenden sicher gestellt.
Weitere Informationen: http://www.smuenchnerherz.de/
 

Warum die Bedeutung von Nachhaltigkeit in der Wirtschaft immer stärker wird

Die immer kürzeren Zyklen in der Wirtschaft stellen alle Unternehmen vor große Herausforderungen: sie müssen schnell und präzise reagieren und die Weichen immer wieder neu stellen. Interim Management ist dafür ein wirkungsvolles Instrument. Ich kenne keine bessere Möglichkeit, Führungs- und Fachexpertise punktgenau und gleichzeitig flexibel einzusetzen.

Der Grund, weshalb die Bedeutung der Nachhaltigkeit für diese Entwicklung immer wichtiger wird, liegt meines Erachtens darin, dass die Zyklen, in denen sich die Wirtschaft bewegt, immer kürzer werden. Zudem werden durch die starke Vernetzung der Wirtschaft weltweit die Amplituden entsprechend höher. Das führt natürlich auch zu immer stärkeren Reaktionen der betroffenen Firmen. Die atmende Firma kann auf diese Herausforderungen reagieren, indem sie sich der wirtschaftlichen Situation anpasst. So die Theorie. Die Praxis zeigt aber meistens ein anderes Bild. Vorratshaltung bei Mitarbeitern gibt es nicht. Dafür sind die Prozesse so optimiert, dass kein Raum dafür vorhanden ist. Qualifiziertes Personal ist knapp und nicht frei verfügbar. Aufgrund der demografischen Situation wird sich dieser Effekt noch verstärken, wenn nicht im großen Stil Fachkräfte zuwandern. Wir können in der Wirtschaft nicht wachsen und gleichzeitig immer weniger Personal einsetzen. Diese Rechnung geht nur bedingt auf, wie Porsche es dieses Jahr vorgemacht hat. Durch die Optimierung der Prozesse wurde die Belastung für die Mitarbeiter so groß, dass man die Wochenarbeitszeit um eine Stunde reduziert hat.

Wenn wir also nachhaltig - und hier liegt ganz klar der Fokus auf längerfristig, unsere Mitarbeiter im eigenen Unternehmen halten wollen - ist das immer ein Nehmen und Geben. Das schafft Vertrauen und ist eine Basis für nachhaltige und damit auch erfolgreiche Unternehmensführung.

Führung

Egal ob lang- oder kurzfristig betrachtet ist Führung immer auf gegenseitigem Vertrauen gegründet. Das bedeutet aber auch für diejenigen, die Verantwortung tragen, dass sie einschätzbar und transparent für ihr Umfeld sind. Erst wenn man sich aufeinander verlassen kann und auch sicher ist, dass dies sich so darstellt,  beginnt sich dieser Begriff sich mit Inhalt zu füllen und stellt auch eine nachhaltige Basis der Zusammenarbeit dar. Ein kleines Beispiel dazu: Als ich meine Stelle in einem Unternehmen antrat und in der Buchhaltung eine Anweisung ausgesprochen habe, kam sofort die Gegenfrage, ob man das auch schriftlich haben könnte. Natürlich, denn wenn man etwas ernst meint, dann kann man es auch hinschreiben. Im Nachgang habe ich dann erfragt, was der Grund dafür war. Mein Vorgesetzter  hatte dieses Vertrauen missbraucht und sich in mehreren kritischen Situationen aus der Verantwortung genommen, um gegenüber seinen Vorstandskollegen fehlerlos dazustehen. Ich habe es im Laufe meiner Tätigkeit dennoch geschafft, das Vertrauen wieder herzustellen und konnte, wie ich es gewohnt war, kurzfristig Entscheidungen treffen, die dann auch umgesetzt wurden. Das hat Zeit und natürlich auch Arbeitskraft eingespart, was ja immer im Sinne des Unternehmens ist.

Zudem ist es mir wichtig, dass die heutigen Führungsverantwortlichen den Mut haben, Personen mit Charakter zu zulassen und nicht stromlinienförmiges Personal „produzieren“. Es ist zwar der kurzfristig gesehen schwierigere Weg, da es ein mehr an Aufwand oder Investition bedeutet, aber man beraubt sich auch einer Vielfalt die uns eigentlich gegeben ist. Der Mensch ist ein Individuum und will auch als solches wahrgenommen werden. Und wenn das durch gute Führung unterstützt und gefördert wird, dann muss sich das Unternehmen keine Gedanken über Maßnahmen zum Halten und Gewinnen neuer Mitarbeiter machen.

Stand: August 2014