Jürgen Zahn

Jürgen Zahn, Jahrgang 1959, ist Diplom-Kaufmann und seit 2012 Geschäftsführer der solopia GmbH. Als kompetenter Ansprechpartner für die Suche und Auswahl von Fach- und Führungskräften (Executive Search) sowie Interim Managern kann er auf eine langjährige Erfahrung in Führungspositionen zurückblicken.
Er und sein Team haben sich darauf spezialisiert, nicht nur die Qualifikation zu ermitteln, sondern darüber hinaus, ob die Wunschperson zur Kultur des Unternehmens passt. Seit Januar 2012 ist er als Geschäftsführer der solopia GmbH zuständig für die Vermittlung von Führungskräften (Executive Search).
Zudem ist Jürgen Zahn seit März 2014 Generalbevollmächtigter der Stiftung „s' Münchner Herz", die sich für Kinder, Jugendliche und Erwachsene einsetzt, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Die Nachhaltigkeit der einzelnen Projekte ist durch langfristige Spenden sicher gestellt.


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Interview mit Jürgen Zahn

Laut Bundesbildungsbericht 2014 hat sich die Zahl der „unversorgten" Bewerber/innen in den letzten Jahren dramatisch erhöht (um 34,5% von 2009 auf 2013) - nämlich auf 21.000. Als zentrale Herausforderung wird das Matchingproblem zwischen Lehrstellensuchenden und Unternehmen gesehen. Eine sinnvolle Ergänzung bei der Lehrstellensuche ist das kostenlose Azubi-Portal FiRMbuk, ein Service der Solopia GmbH.

Interview mit Geschäftsführer Jürgen Zahn

Herr Zahn, wie funktioniert FiRMbuk?

Es funktioniert in zwei Richtungen: Der zukünftige Azubi erhält Anfragen von Unternehmen, und Firmen erhalten Kontakte zu potenziellen Kandidaten. Zusätzlich bietet das Portal mit der One-Touch-Bewerbung ein Werkzeug für eine einfache und effektive Bewerbung. Gebaut wird auf das Sicherheitskonzept und die Datenbanktechnologie von datenbanken24.
Dieser Dienst basiert auf IBM/Domino®, dem weltweit führenden System auf diesem Gebiet. Es wird von zahlreichen großen Unternehmen und Behörden wie z.B. dem Bundesministerium für Wirtschaft und der Volkswagen AG genutzt.
Azubis können sich kostenlos und anonym anmelden und haben immer Zugriff auf ihr Benutzerkonto. Die Stellensuchenden haben jederzeit die Möglichkeit, sich finden zu lassen oder genau dies zu verhindern.
Die Nutzerdaten werden selbstverständlich nicht weitergegeben. Die Arbeit erfolgt mit derselben Vertraulichkeit, wie es gute und seriöse Personalberatungen tun. Der Service ist kostenlos. Dies gilt für Kandidaten, die einen Ausbildungsplatz suchen oder in ein neues Ausbildungsverhältnis wechseln wollen.

Wie verläuft das Prozedere?

Der Auszubildende kann anhand eines vorgegebenen und klar strukturierten Fragenkataloges seine Bewerbung erstellen. Gleichzeitig wird er in der Datenbank mit seinen bis zu drei möglichen Berufswünschen anonym sichtbar. Unternehmen, die Lehrstellen anbieten, können nun gezielt nach diesen potentiellen Auszubildenden suchen und auch örtlich eingrenzen. Mit einer gezielten Anfrage macht das Unternehmen den oder die auserwählten Kandidaten drauf aufmerksam.

Weshalb ist das besonders attraktiv für den angesprochenen Bewerber?

Er hat jetzt ein Angebot vorliegen und muss sich nicht zigfach bewerben mit den üblichen Absagen. Die Firmen sind gehalten, eine sehr detaillierte Beschreibung der Lehrstelle vorzunehmen. Mit einem Mausklick kann nun der Bewerber seine qualifizierten Bewerbungsdokumente an die anfragende Firma senden. Erst jetzt werden die Kontaktdaten des Bewerbers für die Firma ersichtlich.

Ein Vorgang, der den bisherigen Bewerberprozess umkehrt und den suchenden Firmen eine erheblich größere Transparenz auf dem Lehrstellen-Markt bietet?

Ja, insbesondre für mittlere und kleinere Unternehmen, die auch im Handwerk angesiedelt sind, bietet dies eine enorme Chance festzustellen, ob qualifizierte Bewerber vorhanden sind. Und gerade im Handwerk beklagen ja viele Betriebe einen erheblichen Nachwuchsmangel. Große Firmen können sich Social Media-Kampagnen leisten und so die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Aber was machen jene Unternehmen, die das nicht können?
Mit den Detailangaben zu den ausgeschriebenen Lehrstellen, können sie bei potentiellen Bewerbern punkten. So werden zum Beispiel Mitarbeiter Benefits oder die Gehälter kommuniziert, um dem Bewerber eine optimale Entscheidungsgrundlage zu bieten. Mit den standardisierten Angaben - Bewerbung wie Lehrstelle - ist es um ein Vielfaches einfacher zu vergleichen.

Welche Vorteile ergeben sich für den Bewerber darüber hinaus?

Er hat die Möglichkeit, sich mit seiner in FiRMbuk erstellten Bewerbung auch außerhalb des Portals aktiv zu bewerben. Zudem kann er aktiv im Portal nach Firmen zu suchen, die Lehrstellen anbieten, für die er sich interessiert. Und wenn er dann schließlich eine Lehrstelle gefunden hat, ist er mit einem Mausklick wieder für alle Firmen unsichtbar - das heißt das Profil wird nicht mehr gefunden. Das Profil wird damit nicht gelöscht. Sollte die Lehrstelle nicht die richtige sein, kann das vorhandene Profil wieder reaktiviert werden, um nach einer anderen Stelle zu suchen.

Das Portal ist kostenlos für die Lehrstellensuchenden. Wann kostet es Geld?

Wer sich bei der Erstellung des Profils von Profis unterstützen lassen möchte, kann diese kostenpflichtige Möglichkeit nutzen.

Auch Unternehmen wird mit diesem Portal ebenfalls ein kostenloses Tool geboten, nach passenden Azubis zu suchen...

Ja, der Service ist für Firmen grundsätzlich kostenlos, und sie können selbst bestimmen, ob der Erfolg honoriert wird oder nicht.

 Ist das kostenlose Instrument auch für Lehrer eine Unterstützung?

Auf jeden Fall, denn sie haben seitens der Kultusministerien den gesellschaftlichen Auftrag, die Schüler über die Schule hinaus auf das Berufsleben vorzubereiten. Sie werden bei der Lehrstellensuche aktiv unterstützt, indem sie beispielsweise sehr gute Bewerbungsunterlagen erhalten. Auch werden die Lehrer entlastet. Das Medium ist flexibel nutzbar (keine Terminabsprachen mit Bewerbungstrainern).

Vielen Dank für das Gespräch.
Das Gespräch führte Dr. Alexandra Hildebrandt

Quelle: http://www.huffingtonpost.de/l

Stand: Juli 2015