Jessica Lange

Jessica Lange ist freiberufliche Unternehmensberaterin im Bereich Wertemanagement und Wirtschaftsethik und hat sich auf die Er- und Bearbeitung von Leitbildern spezialisiert. Zusätzlich ist Frau Lange als Dozentin an verschiedenen Einrichtungen aktiv und promoviert über „Das Management von Chancen und Risiken durch Werte in der kommunalen Energiewirtschaft – Die Behandlung energiewirtschaftlicher Chancen und Risiken im Rahmen des energetischen Wandels aus ökonomischer, moralischer und kultureller Sicht“ an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg in Zusammenarbeit mit der HTWG Konstanz.

Weitere Informationen: www.wertemanagement-lange.de.

 

Nachhaltigkeit ist UNSER Ziel!

DU bist Deutschland und WIR sind unsere Gesellschaft. Nachhaltigkeit geht uns alle an. Es ist ein zentraler Verbesserungsgedanke für unsere zukünftige Gesellschaft.

Während sich der Begriff Nachhaltigkeit ursprünglich auf das Nachwachsen des Baumbestandes innerhalb der Fortwirtschaft bezog und damit vorrangig ökologisch betrachtet wurde, hat er heute eine umfassender und weitreichendere Bedeutung erfahren und bezieht sich auf sämtlich Prozesse der Wirtschaft, der Gesellschaft und des Staates. Es geht darum, wie wir unsere gegenwärtigen Bedürfnisse befriedigen können, ohne die Ressourcen zukünftiger Generationen zu gefährden. So wird Nachhaltigkeit zu einer Frage der Gerechtigkeit zwischen den Generationen (Generationengerechtigkeit). Schön formuliert dazu Jonas bereits 1988:

„Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlungen verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden!“

(Jonas, H.: Das Prinzip Verantwortung, 1988, S. 36)

Aus dem Gedanken der Generationengerechtigkeit lassen sich „Nachhaltigkeitsgleichungen“ ableiten:

Ressourcen heute = Ressourcen morgen
sowie Möglichkeiten der Bedürfnisbefriedigung heute = Möglichkeiten der Bedürfnisbefriedigung morgen

Dabei stellt sich aus heutiger Sicht allerdings auch die Frage, welche unserer Bedürfnisse sind denn wirklich wesentlich? Welche Ressourcen sind notwendig für unser Leben? Was ist ein must have und was ist eben nur ein nice to have?
Dies führt zur Hinterfragung unseres „Konsumismus“ und der häufig postulierten „Wegwerfgesellschaft“. Durch einen Trend zur Nutzungsintensivierung von Ressourcen (z.B. Energieeffizienz, Reparieren statt Wegwerfen) können wir Ressourcen sparen (auch Geld!) und gleichzeitig das Risiko verringern, künftige Generationen in ihrer Handlungsfreiheit zu beschneiden. Eine gesellschaftliche Kultur der Bewahrung anstatt der Verehrung des stetig Neuen und der permanenten Entwertung des Alten sollte das Ziel sein. Dies bedeutet nicht, sich Innovationen zu verschließen, sondern nur bereits bestehende Dinge innerhalb ihrer Nutzungsdauer auch zu nutzen oder einer Nutzung durch andere zugänglich zu machen (z.B. Secondhand, Online-Flohmärkte).

Diese gesellschaftliche Entwicklung beginnt bei jedem von uns. Jeder sollte sich fragen, was brauche ich wirklich? Muss der Kühlschrank immer voll sein, obwohl ich viele Dinge dann ungenutzt nach Ablauf des Verfallsdatums wegschmeiße? Brauche ich Licht in leeren Räumen? Welche Maßnahmen kann ich als Arbeitgeber ergreifen, um den Erhalt unserer Gesellschaft durch Vereinbarkeit von Beruf und Familie sicherzustellen? Schließlich sind die Menschen von morgen auch für ein Unternehmen potenzielle Kunden und Arbeitnehmer. Jeder Prozess unseres Lebens sollte mit langfristigem Fokus hinterfragt werden können, um Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen. Nur wer sich die Fragen stellt, kann auch Antworten finden. Das ist gesellschaftliche Innovation. Nachhaltigkeit ist eine Hausaufgabe für uns alle. Fangen wir an!

Stand: November 2014