Julius Kalmbacher

Julius Kalmbacher, genannt Jules, wurde am 18.10.1990 in Erbach im Odenwald geboren.

Seit dem Abitur studierte er Musikwissenschaften an der Universität Heidelberg und seit 2011 an der Popakademie Baden Württemberg. Schon in frühen Jahren bekam er Unterricht am Klavier und an der Gitarre. Später kam Gesangsunterricht hinzu. Seit 2012 betreibt er als Musikproduzent ein eigenes Tonstudio in Mannheim innerhalb der Naidoo Herberger Tonstudios. Er komponiert Filmmusik, schreibt Songs und spielt in verschiedenen Bands. Zuletzt komponierte er für den Kinofilm "Harms" von Heiner Lauterbach und Niki Müllerschön. Ausserdem schrieb er die Musik für die ARD Komödie "Hochzeiten II" mit Senta Berger und Friedrich von Thun. 2013 produzierte er Xavier Naidoo´s Album "Bei Meiner Seele". Zudem ist er Produzent von „Tu Es!“, dem Song der „Gesichter der Nachhaltigkeit“.

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„Tu Es!“

Interview mit Jules Kalmbacher

Sie sind im Odenwald geboren und aufgewachsen. Haben Sie deshalb einen besonderen Bezug zu nachhaltigem Handeln?

In einer ländlichen Region aufzuwachsen schafft natürlich eine besondere Verbindung zur Natur. Nachhaltigkeit hängt für mich aber nicht nur mit einem "grünen" Bewusstsein zusammen, sondern ist vielmehr eine grundsätzliche Einstellung zu den Werten und Taten innerhalb einer Gesellschaft.

Weshalb ist für Sie Nachhaltigkeit nicht nur ein ökologisches Thema?

Das Thema hat viele Gesichter und zeigt sich in ganz unterschiedlichen Facetten. Musik machen, Kultur fördern und im Team langfristig zusammenarbeiten gehört für mich genauso dazu wie Natur bewahren, Kindererziehung oder Pfandflaschen sammeln.

Wie kamen Sie auf die Idee, einen Song zu „Gesichter der Nachhaltigkeit“ zu initiieren und dazu verschiedene Musiker aus der Metropolregion Rhein-Neckar zusammen zu holen, die in dieser Besetzung nicht in einer Band spielen?

Das Projekt wurde mir vorgestellt und hat mich auf Anhieb begeistert. Ich denke, dass gerade Musik als emotionaler Träger viel dazu beitragen kann, eine gute Sache wie diese zu unterstützen. Ich habe ganz bewusst versucht, verschiedene Künstler für dieses Projekt zu versammeln. Da ich sowohl in meinem Studio in Mannheim als auch im Odenwald mit den K. Rings-Brüdern in deren Studio (Crinx Sound) arbeite, lag es nahe, beide Lager zu vereinen. Dadurch ergeben sich natürlich auch wieder neue Möglichkeiten, um in der Zukunft Projekte zusammen zu realisieren.

Welche Musiker sind denn bei "Tu Es" dabei?

Neben meiner Person haben die K.Rings, MC Rene & Billy Davis von den Söhnen Mannheims an dem Song mitgewirkt. Carl Crinx (K.Rings) habe ich dabei als Produzentenpartner an meiner Seite gehabt. Außerdem war Benedikt Maile neben Carl Crinx für die Mischung des Songs mitverantwortlich. Ich selbst habe mich bei diesem Projekt als "klassischer" Produzent verstanden, der die Musik komponiert und die Fähigkeiten der einzelnen Künstler zu einem tollen Gesamtmix vereint.

Was ist die Grundintention des Songs, und warum gibt es diesen kostenlos zum Download?

Der Song soll den Menschen unsere Meinung zum Thema Nachhaltigkeit nahebringen. Nachhaltigkeit kann viele Gesichter haben und jeder kann etwas beizutragen. Die Rapper auf dem Track gehen dabei aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln auf das Thema ein und zeigen in meinen Augen sehr spielerisch, dass Nachhaltigkeit auch bedeuten kann, mit Freunden zusammen Musik zu machen! Tu Es soll die Menschen dafür begeistern, ihre eigene Vision von Nachhaltigkeit einzubringen.

Sie sprechen den Trailer zum Videoaufruf an? Worum genau geht es dabei?

Die Menschen werden eingeladen, uns ihre eigene Vorstellung von Nachhaltigkeit zu schildern. In einem kurzen Video können sie frei nach ihrer Meinung mitteilen, tanzen oder vorspielen was für sie dabei wichtig ist. Aus den besten Einsendungen schneiden wir dann einen Videoclip zu dem Song und holen dadurch alle ins Boot.

Sind Sie optimistisch, dass viele Menschen Videos hochladen werden?

Ich bin auf jeden Fall optimistisch, weil ich glaube, dass die Menschen merken werden, welchen Spaß wir dabei hatten den Song zusammen zu schreiben. Die Menschen werden ja eingeladen, auch Spaß daran zu haben und coole Videos interaktiv zu erstellen. Wenn wir das richtig gemacht haben und ankommt, dass Nachhaltigkeit nicht Spießigkeit und Zeigefinger-Mentalität bedeutet, sondern vielmehr Spaß an den schönen Dingen, die länger halten als nur ein paar Minuten, dann sind wir unterwegs.

Im Oktober 2012 waren Sie noch Praktikant bei der Naidoo Herberger GbR. Michael Herberger hat Sie dann sehr schnell die Filmmusik für den ARD-Fernsehfilm "Hochzeiten 2" und den neuen Kinofilm "Harms" mit Heiner Lauterbach schreiben lassen. Wie kam es dazu?

Ich habe das große Glück gehabt, tolle Menschen kennen zu lernen, die sich nicht zu schade waren mir als jungem Menschen eine Chance zu geben. Sowie mich die K. Rings vor etwa vier Jahren bei sich aufgenommen haben und mir die ersten Tricks für das professionelle Musikbusiness beigebracht haben, so haben Michael Herberger und Xavier Naidoo mir dabei geholfen, den nächsten Schritt zu gehen und große Projekte zu realisieren. Für die Filmmusik wurde ich praktisch von Michael ins kalte Wasser geworfen. Ich finde es toll, wenn die Älteren den Jungen die Möglichkeit geben, sich zu beweisen und zu bleiben wenn sie ihre Sache gut machen. Das ist für mich auf jeden Fall auch nachhaltig! Mittlerweile sitze ich mit Heiner Lauterbach und Niki Müllerschön (dem Regisseur) an unserem dritten Filmprojekt.

Nun sind Sie mit nur 22 Jahren der Produzent des neuen Xavier Naidoo Albums. Wie verarbeiten Sie in so jungen Jahren dermaßen große Erfolge in einer Zeit, in der Sie eigentlich "hauptberuflich" noch Student an der Popakademie Mannheim sind?

Es ist ein bisschen die Frage, was man nun als hauptberuflich" ansieht. Die meiste Zeit verbringe ich mittlerweile im Studio. Es ist natürlich alles ziemlich schnell gegangen und war so nicht abzusehen. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich in den letzten Jahren nichts anderes getan habe als Songs zu schreiben und zu lernen, wie man diese gut klingen lässt. Ich glaube fest an das Prinzip von Actio gleich Reactio, und wenn man etwas tut, das man wirklich liebt, kommt früher oder später der Stein ins Rollen. Der Rest ist Glück und tolle Menschen, die mich gefördert haben, angefangen bei der eigenen Familie. Verarbeiten tue ich das, indem ich dankbar bin für das was passiert ist, und dass ich von der schönsten Sache der Welt meine Miete bezahlen kann.

Sehen Sie sich in Zukunft denn mehr als Musiker oder als Songwriter und Produzent? 

Ich mache da nur bedingt Unterschiede. Songwriter und Produzenten sind doch auch Musiker. Für mich ist es wichtig, Musik zu machen. Ob nun Live, für Filme, als Produzent oder Songwriter, bezahlt oder just for fun ist dabei egal, und gerade die Mischung macht es spannend. Das ist das Schöne an der Musik: das Privileg, Musiker zu sein, kann dir keiner nehmen. Für mich ist jeder, der singt oder eine Gitarre zupft, am Musizieren.

Was zeichnet Ihre "Handschrift" aus. Was soll als Botschaft von ihr bleiben auf diesem Planeten?

Meine Handschrift ist die Musik und damit lässt sich viel bewegen. Wenn der Spaß, den ich dabei habe, bei ein paar Menschen spürbar wird und sich überträgt, dann habe ich - glaube ich - was Nettes für den Planeten getan;-)

 

Das Interview führte Hauke Schwiezer