Jutta Speidel

Jutta Speidel, Jahrgang 1954, stand bereits als Schülerin ab 1969 in zahlreichen Kinofilmen vor der Kamera ('Pepe, der Paukerschreck', 'Hurra die Schule brennt', 'Rosi und der Herr aus Bonn'). So konnte sie an der Seite grosser Kollegen erste berufliche Erfahrungen sammeln. Von 1972 bis 1976 besuchte sie die private Schauspielschule Ursula Kube–Neureuther und erhielt eine Tanzausbildung bei Billi Millie. 1976 holte sie der renommierte Regisseur  Rudolf Noelte als ELEKTRA nach Berlin ans Renaissancetheater. In den folgenden Jahren wechselten sich ihre beruflichen Engagements zwischen Film, Fernsehen und Theater ab. Sie spielte in Wien am Theater in der Josefstadt und am Burgtheater, im Festspielhaus Bad Hersfeld, in der Komödie im Bayerischen Hof, München  sowie bei diversen Theatertourneen. 1975 wurde der Filmregiesseur Rainer Erler auf sie aufmerksam. Unter seiner Regie drehte sie u.a. den legendären Film 'FLEISCH'. Im Laufe ihres mittlerweile 40-jährigen Berufslebens drehte sie weit über 150 Filme und bekam dafür zahlreiche Auszeichnungen. Im Jahre 1997 gründete Jutta Speidel den Verein HORIZONT,  der sich um obdachlose Kinder und deren Mütter kümmert.  2006 konnte das aus Spenden finanzierte HORIZONT-Haus gebaut werden,  wo seitdem Wohnungen für 24 Mütter mit bis zu 50 Kindern bereit stehen. Die teilweise schwer traumatisierten Bewohnerinnen werden von einem 6-köpfigen sozialpädagogischen Fachteam intensiv betreut und von Ehrenamtlichen zusätzlich unterstützt. Um größtmögliche Sicherheit und Geborgenheit zu gewährleisten, ist auch die Pforte rund um die Uhr mit pädagogischen Fachkräften besetzt. So erhalten Familien nachhaltig die Chance, in der Gesellschaft wieder Fuß zu fassen und mit neuem Mut in die Zukunft zu blicken. Neben vielen wichtigen Auszeichnungen für ihr soziales Engagement erhielt Jutta Speidel 2006 DAS BUNDESVERDIENSTKREUZ AM BANDE und 2011 DEN BAYERISCHEN VERDIENSTORDEN. Jutta Speidel wohnt in München und hat zwei erwachsene Töchter.

Weitere Informationen:
http://www.horizont-ev.org/

 

HORIZONT hat aus traurigen Kindern Sonnenblumen gemacht

Als ich vor 16 Jahren im Rathaus bei unserem Oberbürgermeister Christian Ude saß – wild entschlossen, eine private Initiative für obdachlose Münchner Kinder und deren Mütter zu gründen –, ahnte ich bei Gott nicht, auf was ich mich da eingelassen hatte. Unterstützend setzte sich Oberbürgermeister Ude seinen damaligen Sozialreferenten Friedrich Graffe an die Seite. Von keinem der beiden Herren wurde mir großes Vertrauen entgegengebracht. Beim Verlassen des Amts­zimmers hat mich aber der Satz „Na, dann mach mal, dann sehen wir schon“ erst recht bestärkt und ein halbes Jahr spä­ter war HORIZONT e.V. gegründet. Seitdem wächst und gedeiht er auf fruchtbarem Boden, mittlerweile im 15. Jahr.

Das HORIZONT-Team hat zusammen mit unseren BewohnerInnen schlimme Zeiten durchgestanden. Aber wir haben auch mit frohem Herzen Entwicklungen beobach­tet und das Aufblühen aus dunklen, tränenreichen und angstvollen Tagen erlebt. Dies alles hat auch uns wachsen lassen und unsere wertvolle Arbeit bestätigt. Die kraftvol­le und liebevolle Art des gesamten Teams hat aus grauen traurigen Kindern Sonnenblumen gemacht! Sie sind zu Persönlichkeiten herangewachsen, die zu sich stehen und mit Mut zuversichtlich in die Zukunft schauen.

Nein, ich habe es niemals bereut, dieses Ehrenamt und die Verantwortung für so viele Menschen zu tragen. Es war und ist mir in 15 Jahren immer eine Ehre gewesen, für sie da zu sein. HORIZONT ist ein wichtiger Teil meines Lebens, der mich durch seine Anforderung angstfrei und klüger hat werden lassen und mich selbst als Mutter und Partnerin stark gemacht hat.

Somit geht mein Dank an mein 27-köpfiges Team, an meine treuen Vorstandsfreundinnen, die so viele Jahre an meiner Seite wirken, an meine kluge Mutter, die unser Ehrenvor­stand ist, an meine Familie und Freunde für ihr Verständnis, an meinen Stiftungsvorstand für seinen Rat und Beistand. Mein Dank geht aber auch an die 1.423 Kinder und Mütter, die seit der Gründung von HORIZONT e. V. bei uns leben und lebten. Sie haben ihre Chancen genutzt und sich auf den Weg in ein besseres Leben gemacht! Freuen wir uns auf eine nachhaltige Zukunft!