Laura Kröll

Laura Kröll, Jahrgang 1981, geboren in München wollte immer Entwicklungshelferin werden. Nach dem Abschluss auf der FOS für Sozialwesen und zwölf Monate Erfahrung in verschiedenen sozialen Einrichtungen führte sie ihr Weg jedoch an die internationale Modeschule Esmod in München. Nach ihrem Abschluss als Modedesignerin begann sie, 2006 ihr aus der Diplomarbeit entsprungenes Label HeimatPunk aufzubauen. 2009 eröffnete sie gemeinsam mit anderen Designern einen eigenen Laden im Münchner Westend, in dem sie handgefertigte Einzelstücke ihrer Kollektionen verkaufte, die von Heimat, Kindheit und von Freiheit erzählten. Doch der Wunsch, mit Menschen zu arbeiten, die Sehnsucht nach mehr Gerechtigkeit untereinander, und die Suche nach einer sinnvollen Aufgabe, die etwas bewegt, ließ sie nicht los. 2012 gründete sie mit HeimatPunk ein sozial-ökologisches-Projekt, mit dem sie vom Schicksal benachteiligte Menschen eine Stimme geben möchte.

Weitere Informationen:
www.heimatpunk.de
http://www.startnext.de/heimatpunk-projekt

 

Entrepreneurship der anderen Art – HeimatPunk

Mit meiner Kollegin Simone Graber, Designerin vom Recycling Modelabel Luxusbaba, habe ich einen eigenen Laden im Münchner Westend eröffnet. Mein Label heißt HeimatPunk. Auf den ersten Blick nichts Ungewöhnliches. Jedoch unterscheidet mich von anderen Unternehmensgründerinnen der Modebranche, dass meine Kollektion als sozial-ökologisches Street-Art-Modeprojekt angelegt ist, das sich für Integration und Chancengleichheit einsetzt.

Ich führe regelmäßig Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten zusammen: Eine bekannte Persönlichkeit und eine vom Schicksal benachteiligte Person arbeiten an einem gemeinschaftlichen Projekt. Zusammen designen sie T-Shirts, die fair und ökologisch produziert werden und von deren Verkauf jeweils 5 Euro an eine gemeinnützige Organisation gespendet werden.

Das Motiv für die T-Shirts entsteht durch das gemeinsame Ergründen des Begriffs Heimat. Was ist Heimat? Ist es ein Ort oder vielmehr ein Gefühl? Jeder Mensch, egal woher er kommt, wo er seine Wurzeln hat und wo immer er auch lebt, trägt ein Stückchen Heimatgefühl in seinem Herzen – sehnsüchtig, schwärmend oder suchend. Der Gesprächsstoff dient als Grundlage für das Motiv, das seine ganz eigene Geschichte erzählt. Es wird gezeichnet, gebastelt, ausprobiert – Kreativität verbindet, integriert und lässt Grenzen und Vorurteile oft verschwindend klein werden.

Aktuelles Beispiel sind Profifußballer Jérôme Boateng und der begeisterte Fußballspieler Murat Traore, der bei der Münchner Straßenfußballliga „buntkicktgut“ spielt. Das brandneue Motiv der beiden und Hintergründe zu dessen Entstehung kann man sich derzeit auf startnext, einer Crowdfounding Plattform, im Internet ansehen. Mit der Unterstützung der Crowd möchte ich die Produktionskosten des neuen T-Shirts erwirtschaften.

Auch Loomit, Münchens weltbekannten Graffiti-Künstler und Wolfgang Räuschl, Verkäufer des Biss-Magazins mit Standort am Münchner Gasteig, habe ich zusammen gebracht. Geplant sind noch viele weitere T-Shirts, die Menschen verbinden, ihnen eine Stimme geben und die Vielfalt ihrer Gedanken zu Heimat und Integration transportieren. Genau das ist es, was ich mit dem HeimatPunk Projekt erreichen möchte: Menschen zusammen bringen, die normalerweise nie miteinander gesprochen hätten, um deren Verständnis füreinander zu fördern. Die Welt ein kleines bisschen bunter machen und den Menschen Mut, indem man ihnen eine Stimme gibt und ihre Botschaft auf den T-Shirts in die Welt hinaus trägt.