Luisa Tegtmeyer

Luisa Tegtmeyer, Jahrgang 1993 geb. in Leverkusen, absolvierte 2011 ihr Abitur. Seit Juni 2014 hat sie ein abgeschlossenes Bachelorstudium im Bereich Kunst-Pädagogik-Therapie an der Alanus Hochschule. Dort gewann sie Einblicke in mehrere künstlerisch-soziale Projekte. Durch ein Projekt im Gefängnis und der dadurch entstandenen Auseinandersetzung mit Kindern im Alter von fünf bis zehn Jahren, entdeckte sie ihre Leidenschaft mit Kindern in diesem Alter zu arbeiten. Seit Oktober 2014 studiert sie nun Grundschullehramt an der Universität zu Köln. Sie schrieb ein Kinderbuch für Kinder von Inhaftierten und versucht ihr Projekt aus dem Gefängnis im Zusammenhang mit ihrem Buch zu veröffentlichen.

Weitere Informationen:
http://www.buch-und-video.de/tips/60/
https://www.betterplace.org/de/projects/22326-buddy-ein-projekt-fur-kinder-von-inhaftierten/opinions

 

„BUDDY“- Ein Projekt für Kinder von Inhaftierten

Im  Rahmen meiner Bachelorarbeit entwickelte ich als ehemalige Kunststudentin der Alanus Hochschule Bonn/Alfter in Zusammenarbeit mit der JVA Köln-Ossendorf ein Projekt, das Kindern eine Chance gibt, die emotionale Bindung zu ihrem inhaftierten Elternteil aufrecht zu erhalten und zu stärken.

Ich schrieb ein problemorientiertes Kinderbuch, das sich speziell an Kinder von Inhaftierten richtet. Es nimmt die Problematiken dieser auf und regt die Identifizierung mit der Hauptfigur „Buddy“, einem kleinen Bären, an. Den Kindern soll ein Buch an die Hand gegeben werden, das sie im Kontakt mit ihren inhaftierten Bezugspersonen unterstützt, Problematiken darstellt, Fragestellungen aufgreift und sie begleitet.

Das Buch ist ein Teil eines Gesamtprojekts. Dieses soll nun in weiteren JVAs umgesetzt werden:

Den Inhaftierten soll die Gelegenheit gegeben werden, sich mit ihren Kindern zu treffen und gemeinsam das Kinderbuch zu lesen. Dabei spürt das Kind wichtige Bindungsaspekte wie Nähe und Zuwendung. Um dieses Gefühl zu stärken und den Kindern Halt und Kraft zu geben, wird der kleine Bär ´Buddy´ als Kuscheltier greifbar und real gemacht und dem Kind als ständigen Begleiter an die Hand gegeben. Dieser Teddy wird von Inhaftierten der JVA Köln-Ossendorf selber hergestellt.

Zu Kuscheltieren bauen Kinder eine starke emotionale Beziehung auf. Diese soll genutzt werden, um die Wirkung des Kinderbuches zu stärken. Das Kind gewinnt in „Buddy“ einen Freund, der es im und außerhalb des Gefängnisses im Alltag begleitet.

Ein weiteres Modul des Gesamtprojektes ist die Gestaltung des Gefängnisgebäudes selber. Dabei taucht die Figur „Buddy“ in Form von großen Wandbildern auf. Zusätzlich wird mit Bodenaufklebern in Tatzenform der gesamte Weg, bis hin zu den Besucherräumen, kenntlich gemacht, um dem Kind Orientierung und Sicherheit zu geben. Um dieses Projekt ausbauen und an weiteren JVAs realisieren zu können, werden Interessenten gesucht, die die Umsetzung fördern und finanziell unterstützen.

Stand: Dezember 2014