Manfred Zinner

Manfred Zinner, Jahrgang 1961 hat nach einer kaufmännischen Ausbildung und einem betriebswirtschaftlichen Studium über 20 Jahre in einem Maschinenbaubetrieb als Einkaufsleiter gearbeitet. Der Werteverfall unserer Gesellschaft und die Verschwendung von Rohstoffen sowie die stetig wachsende Belastung unserer Umwelt haben ihn bewegt, eine umweltfreundliche Verpackungstechnologie in den Markt einzuführen. Er gründete im Januar 2010 die ViriPack GmbH. Sein größtes Interesse ist es, die Produkte seiner Kunden schöner zu präsentieren und dabei die Umwelt so gering wie möglich zu belasten und Ressourcen einzusparen. Produkte wie Einkaufstaschen aus Papier, Schachteln, Dosen sowie eine Technologie, die Blister- und Skinverpackungen umweltfreundlich ersetzen, gehören zum Angebot der ViriPack GmbH. Das Unternehmen ist bei allen Aktivitäten bestrebt, die Umwelt zu schonen. So werden Zulieferanten regional ausgesucht, Transporte möglichst umweltfreundlich durchgeführt und bei allen Aktivitäten hinterfragt, welche Spur wir  hinterlassen?

Weitere Informationen:
www.viripack.com

 

Nachhaltigkeit - eine neue Werbebotschaft?

Nachhaltigkeit hat sich in vielen Köpfen als Schlagwort entwickelt. Es liegt im Trend, sich als nachhaltig zu vermarkten. Leider beobachte ich bei vielen Unternehmen, das es oft nur eine Marketingbotschaft ist, um eine grüne Weste nach außen zu zeigen. Nachhaltigkeit hört sehr oft auf, wenn es um Gewinnoptimierung geht. Man möchte gerne die Plastiktasche für den Verkauf gegen eine Papiertasche ersetzen, nur sind die paar Cent, die die Papiertasche mehr kostet, zu teuer. Ich denke, wir müssen unsere Werte - jeder für sich selber - überprüfen. Beobachten wir uns doch jeder einmal selber: Wie gehen wir einkaufen? Wofür geben wir unser Geld aus? Bei Marktbeobachtungen musste ich sehr oft feststellen, dass sehr viel bei den Grundbedarfsmitteln gespart wird. Viele Discounter profitieren davon. Diese Geiz- ist-Geil-Einstellung ist populär. Man kauft das Billigprodukt, welches mit sehr viel Plastik verpackt ist, einen langen Transportweg hinter sich hat, da es in einem Billiglohnland hergestellt wurde, um Geld zu sparen für Dinge, die uns wichtig geworden sind. Es ist wichtig, mit Handy, Auto, Urlauben zu zeigen, ich bin wer, ich kann mir diesen Luxus leisten. Aber macht uns das alle glücklich? Setzen wir doch mit diesem Konsumverhalten unsere Umwelt, unsere Gesundheit und auch unsere Seele aufs Spiel.                                  

Billige Produkte kommen sehr oft aus Billiglohnländern. Jeder kann sich doch selber ausrechnen, wo der Profit bleibt - zum Beispiel bei einem Kilo Kaffee für sieben Euro? Jede Woche werden wir überschwemmt mit tollen Angebotsheften von den großen Discountern. Wird da nicht sehr oft etwas gekauft, was man eigentlich gar nicht benötigt? Die Waren sind meistens sehr umweltschädlich mit viel Plastik verpackt und bestehen selber aus sehr viel Plastik. Plastik, das aus hochwertigen Rohstoffen gefertigt wurde, was sehr oft nicht in den Materialkreislauf zurückgeführt wird und dann unsere Umwelt und unser Leben gefährdet.

Bio die Umweltlüge?

Bei den Tragetaschen sind einige Unternehmen dazu übergegangen, diese aus Bio-Plastik einzusetzen. Bioplastik gefertigt aus Maismehl, welches in Monokulturen angebaut wird und hier schon unsere Umwelt sehr stark belastet. Wenn uns dann noch Unternehmen dieses Material als Einkaufstasche verkaufen, ist das ein Hohn. Dieses Material kann beim Recycling sehr schwer sortiert werden. Es wandert zum normalen Müll oder zum Plastikmüll und belastet da noch einmal unsere Umwelt.

Der Markt für Bio-Lebensmittel hat sich in den letzten zehn Jahren verdreifacht. Leider werden die deutschen Produzenten für Bio-Lebensmittel immer weniger. Sehr viel Bio-Gemüse und –Obst haben einen langen Weg hinter sich. Kartoffeln aus Afrika, Äpfel aus Argentinien, Hülsenfrüchte aus China usw. Deutsche Ackerflächen werden subventioniert für Produkte die zur Biogasproduktion angebaut werden. In Monokulturen optimiert mit Dünger und vor Schädlingen mit Pestiziden geschützt. Die Konsequenz: Die Pestizide und Düngemittel nehmen wir über die Lebensmittel und unser Wasser auf. Spuren, die unser Leben gefährden.

„Welche Spuren habe ich heute wieder hinterlassen?“

Wir Menschen hinterlassen im Laufe unseres Lebens eine Vielzahl von Spuren, positive wie negative. Wir sollten uns bei jeder unserer Aktivitäten fragen, welche Konsequenz diese Aktion hat. Wenn wir etwas kaufen, brauchen wir das wirklich? Bei jeder Fahrt, kann gefragt werden: Ist das nötig? Habe ich das richtige Verkehrsmittel gewählt? Muss der Urlaub unbedingt so weit sein? Sicher ist es interessant, in ferne Länder zu reisen, aber auch in unserer näheren Region gibt es sehr schöne Plätze. Die CO2-Emissionen des Luftverkehrs tragen bereits jetzt etwa fünf Prozent zur globalen Erwärmung bei, und die Industrieländer sind dabei die Hauptverursacher.

Was hinterlassen wir bei unseren Mitmenschen? Liebe, Freundlichkeit, Verständnis, Freude oder eventuell Ärger, Neid, Hass. Das geht in unserer Familie los und hört noch lange nicht bei unserem Mitmenschen auf, der z.B. die Kaffeebohnen in Äthiopien anbaut. Auch als Unternehmer sollten wir uns überlegen, eine soziale Verantwortung - heute sehr gern als Corporate Social Responsibility (CSR) verkauft - passt nicht zu  Zeitarbeitskräften mit einen Niedriglohn. Auch unsere Lieferanten sind Menschen, die ihre Existenz bestreiten müssen. Geben wir unseren Lieferanten eine Motivation, um Innovationen und Forschung in neue umweltfreundliche Technologien zu ermöglichen. Wo ist denn das Kapital geblieben, das wir durch immer günstigere Produktionsstandorte und Produktionstechnologien erwirtschaftet haben? Über vier Millionen Beschäftigte in Deutschland verdienen weniger als sieben Euro pro Stunde, 1,4 Millionen gar unter 5 Euro die Stunde. Viele werden immer Ärmer und wenige immer reicher. Das sind Spuren, unter der viele unserer Nachfahren noch leiden müssen. Kinder aus Armutsgefährdeten Familien haben es schwer, aus dieser sozialen Schicht heraus zu kommen.

Ist es sinnvoll, Ware um die halbe Welt zu transportieren und hier Arbeitskräfte auf die Straße zu setzen und  dabei die Umwelt durch lange Transportwege zu belasten. Eine soziale Verantwortung haben wir allen gegenüber. Das Leben ist nicht nur Fun, es ist auch Verantwortung für unsere Nachkommen. Die wahre Freude ist die Freude, die wir unserem Nächsten bereiten. Die Jesuworte „Was Du einem meiner geringsten getan hast, hast Du mir getan“ zeigt uns doch, Gott freut sich wenn wir unserem Nächsten Gutes tun. Er ärgert sich aber, wenn wir unseren Nächsten schlecht behandeln.

Die wahre Freude kommt durch ein verantwortungsvolles Leben. Wir fühlen uns besser, wenn wir positive Spuren hinterlassen. Dies ist das wahre Glück im Leben? Ich wünsche mir, dass dieser Artikel viele Leser zum Nachdenken bringt. Es wird höchste Zeit, dass wir uns umorientieren. Unsere Nachkommen werden unsere Aussaat ernten. Wir müssen heute unser Leben ändern. Die Zukunft hat bereits begonnen. Gelebte Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung muss in allen unserer Köpfe gelebt werden und darf nicht nur eine Marketingmaßnahme bleiben.