Marc Sommer

Seit dem 1. Oktober 2012 ist Marc Sommer Vorsitzender der Geschäftsführung von hessnatur neben Geschäftsführer Maximilian Lang. Marc Sommer war von Juli bis September 2012 Vorsitzender des Beirats von hessnatur. Der gebürtige Hamburger und Vater von drei Kindern belegte neben dem Studium der Wirtschaftswissenschaften die Fächer Dirigieren und Komponieren am Conservatoire National Supérieur in Paris. In den 1990er Jahren verantwortete er als Marketing Direktor und Geschäftsführer das Musiklabel BMG Ariola Classics. Bis 2005 wirkte er als Geschäftsführer der France Loisirs Gruppe in Paris; er managte erfolgreich die Repositionierung der Marke, trieb den Ausbau der E-Commerce-Aktivitäten voran und baute neue Geschäftsfelder auf, zudem ist er Mitglied im Aufsichtsrat eines in Europa führenden Buchdruckunternehmens, der CPI Group Paris.

In den Jahren 2006 bis 2010 war Marc Sommer Mitglied des Vorstands von Arcandor (ehemals KarstadtQuelle) und für die Versandhandelsgeschäfte von Quelle und mehreren Spezialversendern verantwortlich. In dieser Zeit lernte Sommer das Unternehmen hessnatur bereits gut kennen, das zur Spezialversendergruppe des Konzerns gehörte. Bei hessnatur verantwortet Marc Sommer die Bereiche Marketing und Vertrieb, die Markenführung und Unternehmenskommunikation sowie die Kundenbetreuung, Logistik und IT, Personal und Finanzen. Ein besonderes Augenmerk legt er auf Transparenz und aktive Einbindung der hessnatur-Community, die neben den erfolgreich eingeführten Produkttester-Aktionen durch persönliche „Round Table“-Gespräche und den hessnatur-Kundenrat in 2013 intensiviert werden wird.

Weitere Informationen:
www.hessnatur.com

 

Von der Ökologie zur Nachhaltigkeit

Nachhaltiges Wirtschaften

hessnatur ist ein besonderes Unternehmen. Seine einzigartige Geschichte und seine Vorreiterrolle sind für mich Anspruch und Verpflichtung zugleich. Die ökologisch-soziale Konsequenz zu wahren, auszubauen und hessnatur nachhaltig in die Zukunft zu führen, ist ein Privileg. Nachhaltiges Wirtschaften bedeutet für hessnatur nicht nur ökologische und soziale Verantwortung zu übernehmen, sondern auch ökonomisch korrekt zu handeln. Nur wenn das Unternehmen langfristig erfolgreich wirtschaftet, kann es von Nutzen für Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Gesellschaft und Eigentümer sein. Folglich müssen zu einem nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen alle Ebenen der Verantwortung gehören: ökologische, soziale und ökonomische. Dabei achtet hessnatur darauf, die ökonomische Verantwortung den Feldern Ökologie und Soziales gleichzustellen und sie nicht über diese zu stellen. Teil dieser ökonomischen Verantwortung ist unter anderem eine Intensivierung der Liquiditätssteuerung, um weiterhin hohen Innenfinanzierungsanteil sicherzustellen. Die Erreichung der Ziele ist Voraussetzung für eine sichere und langfristige Entwicklung der Gesellschaft

Im Rahmen des Selbstverständnisses von nachhaltigem Wirtschaften bedingen sich diese drei Themen gegenseitig. Da das Geschäftsmodell auf den Säulen Ökologie und Soziales basiert, würde hessnatur ohne diese bzw. bei geringerer Gewichtung auch ökonomisch nicht erfolgreich sein. Die Nachhaltigkeitsstrategie zeichnet sich also durch einen ganzheitlichen Ansatz aus, um allen drei Säulen der Nachhaltigkeit gerecht zu werden als auch in jedem einzelnen Bereich verantwortlich und vorausschauend zu handeln.

hessnatur steht seit über 35 Jahren für natürliche Kleidung, die unter  Berücksichtigung strenger ökologischer und sozialer Standards gefertigt wird. Das Unternehmen wurde 1976 in Bad Homburg von Dorothea und Heinz Hess gegründet. hessnatur hat über drei Jahrzehnte hinweg die textile Wertschöpfungskette kontinuierlich optimiert und ist bis heute Pionier im Bereich der nachhaltigen Textilproduktion und führender Anbieter für konsequent natürliche Bekleidung. Nach wie vor bildet  die Philosophie von Heinz Hess die Basis der Arbeit von hessnatur: die konsequente Verwendung von natürlichen Fasern, die schadstofffrei angebaut, verarbeitet und unter sozialgerechten Bedingungen produziert werden.  Der dabei zugrundeliegende ganzheitliche Ansatz – das so genannte holistische Prinzip – bezieht die Umwelt, faire Arbeitsbedingungen und humantoxikologische Aspekte entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette gleichermaßen mit ein. Er umfasst sowohl Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten als auch die Produkte. 

hessnatur hat den Anspruch, der wegweisende und führende Anbieter für nachhaltigen Konsum und Lifestyle zu sein, durch eine konsequente und transparente Entwicklung und Auswahl der Produkte.

Von hessnatur entwickelte Produkte sind wegweisend in ökologischen und sozialen Aspekten. Die Auswahl von Partnerprodukten entspricht führenden nachhaltigen und marktfähigen Kriterien. Wir denken und handeln ökologisch, sozial verantwortlich, authentisch und wegweisend.

Woher wir kommen

Die Geburt seines ersten Sohnes ist der Gründungsimpuls: Heinz Hess entwickelt die Vision von konsequent natürlicher Kleidung. 1976 gründet er zusammen mit seiner Frau Dorothea die Firma als Versand für „naturgemäße Waren“ und bringt die erste natürliche Babykollektion auf den Markt.  Der Unternehmer baut ein Netzwerk von engagierten Herstellern auf, mit deren Hilfe hessnatur den gesamten Herstellungsprozess entlang der textilen Kette nachhaltig gestalten und über drei Jahrzehnte hinweg ökologisch optimieren  kann – vom Anbau der textilen Faser, über die Garnerzeugung, bis hin zur Verarbeitung der Textilien. Mit seinen ökologischen Qualitätsrichtlinien schafft das Unternehmen Vorbilder, an denen sich heute selbst der konventionelle Markt orientiert.

Für seine Textilien verwendet hessnatur ausschließlich natürliche pflanzliche  und tierische Fasern, vorzugsweise aus kontrolliert biologischem Anbau bzw. kontrolliert biologischer Tierhaltung.

Den Grundstein für die kontrolliert biologische Rohstoffgewinnung legt hessnatur 1992:

Um den ständig wachsenden Bedarf an schadstofffreien Naturfasern zu decken, initiiert Heinz Hess mit der ägyptischen Sekem-Farm 1991 das weltweit erste Biobaumwoll-Anbauprojekt. Da er keine Investoren finden kann, finanziert er das Vorhaben mit eigenen Mitteln. Das Projekt wird Vorbild für weitere ökologische, soziale und kulturelle hessnatur-Projekte auf der ganzen Welt.

Mitte der 1990er Jahre ändert sich die Designausrichtung: vom Nimbus der Öko-Kleidung hin zu einer tragbaren Mode für alle. Durch Qualität, Design, Langlebigkeit und Deklaration der Textilien gelingt hessnatur der Wandel vom tradierten Öko-Image hin zu farbenreicher, stilvoller und hochwertiger Naturtextilkleidung. Um in Sachen Design neue Zeichen zu setzen, verpflichtet hessnatur von 2008-2012 den aus Mallorca stammenden Modedesigner Miguel Adrover als Kreativdirektor. 2010 ruft hessnatur den ersten europäischen Designpreis für nachhaltige Mode ins Leben, den Humanity in Fashion Award (HIFA), der jährlich an einen grünen Nachwuchsdesigner vergeben wird.

Die Einhaltung sozialer Standards ist seit der Gründung von hessnatur grundlegender Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Seit jeher besteht mit den Lieferanten des Unternehmens eine Vereinbarung zur Wahrung eines Verhaltenskodex. Um die Kontrolle der sozialverträglichen Arbeitsbedingungen in den Nähereien auch von unternehmensunabhängiger Seite zu gewährleisten und die Arbeitsbedingungen für außenstehende Interessensgruppen transparent und nachvollziehbar zu machen,  startet hessnatur die Zusammenarbeit mit Multi-Stakeholder-Initiativen: 2002 entwickelt das Unternehmen gemeinsam mit der „Kampagne für saubere Kleidung“ (Clean Clothes Campaign) ein Kontrollsystem, das faire Arbeitsbedingungen nachhält und sicherstellt. hessnatur bekennt sich in seinem Verhaltenskodex zu den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) der Vereinten Nationen. Dazu gehören unter anderem das Verbot von Kinderarbeit, existenzsichernde Löhne, menschenwürdige Arbeitsbedingungen, Versammlungsrecht und Diskriminierungsverbot. 2005 tritt hessnatur als erstes deutsches Unternehmen der niederländischen Fair Wear Foundation bei, die neben den Produktionsstätten auch hessnatur selbst jährlich auf die Einhaltung der sozialen Standards hin überprüft und das Unternehmen auditiert.

Neue Wege

1993 gründet hessnatur in der Schweiz die Hess Natur-Textilien AG (Langenthal) mit eigener Kundenbetreuung und legt mit dem ausländischen Tochterunternehmen den Grundstein für sein zukünftig internationales Wachstum. Mit der Liveschaltung seines Onlineshops 1997 beschreitet das Naturmodelabel kurze Zeit später einen Vertriebsweg, über den hessnatur heute rund 50 % seines Umsatzes generiert.  2006 erfolgt schließlich der Schritt des  schwerpunktmäßig im Versandhandel tätigen Unternehmens zum Stationärvertrieb: Am  Firmenhauptsitz in Butzbach gründet hessnatur seinen 1.200qm großen Laden, weitere Ladengeschäfte in Hamburg (Oktober 2007) und München (Oktober 2008) folgen. Der Einstieg in den US-amerikanischen Markt noch im gleichen Jahr bedeutet für das Naturmodelabel einen wichtigen Schritt in Sachen Imagebildung und Markenbekanntheit. Anfang 2013 zieht sich hessnatur aus dem amerikanischen Markt zurück, um sich auf das Wachstum in Deutschland, Österreich, der Schweiz und weiteren europäischen Märkten zu konzentrieren. 

„Die größte Herausforderung der nächsten Jahre ist die Versöhnung ökonomischer und ökologischer Anforderungen unserer modernen Gesellschaft. Dies kann nur durch die konsequente und aktive Bereitschaft aller Beteiligten zu einer nachhaltigen Entwicklung gelingen.“  (Heinz Hess, 1996)