Marcus Noack

Marcus Noack, Jahrgang 1980, ist ein deutscher Entrepreneur. Er betreibt unter anderem die Portale ABCTrips.com, JOBVERDE.de und Umwelthauptstadt.de. Nach einer Lehre zum Bürokaufmann, Berufserfahrung und Studium der Internationalen Betriebswirtschaft in Spanien und anschließender freiberuflicher Tätigkeit entschloss er sich aus Leidenschaft für den Unternehmerweg. Aktuell treibt er die Bekanntmachung von JOBVERDE.de

Weitere Informationen:
JOBVERDE.de  www.jobverde.de
Umwelthauptstadt.de  www.lifeverde.de

Muss der Traum-Job für die Generation Y erst noch gebacken werden?

Die Generation Y weiß ziemlich genau was sie beruflich will und was nicht. Die Erwartungshaltung der zwischen 1977 und 1998 Geborenen passt oftmals jedoch nicht zu den Jobs, die auf dem Arbeitsmarkt vorhanden sind.

Zahlreiche Studien belegen, dass der Generation Y Themen wie Life-Balance, Mitbestimmung und Nachhaltigkeit äußerst wichtig sind. Fragt man die Menschen dieser Generation ob sie bei einem Arbeitgeber arbeiten, der all diese Dinge erfüllt, ist die Antwort fast immer dieselbe, „nein“ oder „nur bedingt“. Wie ernüchternd.

Aber warum ist das so? Warum scheint die Kluft zwischen den Erwartungen der Arbeitnehmer und denen der Arbeitgeber in diesem Fall so groß zu sein?

Ein Grund hierfür ist sicherlich, dass es in Deutschland bislang so war, dass sich der Arbeitnehmer den Vorgaben des Arbeitgebers beugte. Immerhin spielten Pflichtbewusstsein und Gehorsam über Jahrzehnte eine zentrale Rolle in deutschen Kinderstuben. Ein hohes Gehalt und möglichst große Sprünge auf der Karriereleiter waren die Maximen dieser Zeit. Die Dinge haben sich in dieserlei Beziehungen jedoch gewandelt. Junge Menschen heutzutage sind demokratischer aufgewachsen und konnten sich mehr austesten als es ihren Eltern vielleicht jemals möglich war. Weiterhin ist die Welt mittlerweile stark vernetzt und zusammengewachsen. Nationale sowie regionale Gewohnheiten schwinden, internationale kulturelle Einflüsse nehmen zu. Für die Unternehmen bedeutet das, dass sie sich im Eiltempo auf immer neue Situationen einstellen müssen. Ein Unternehmen, das heutzutage motivierte Mitarbeiter ansprechen möchte, sollte mit einer innovativen Unternehmensphilosophie, spannenden Produkten, einem inspirierenden Büro sowie einem attraktiven Standort glänzen können. Tut es das nicht, kann es nicht hoffen, dass es die jungen Menschen zu einhundert Prozent motivieren oder intellektuell abholen kann. Das vielbeschriebene Phänomen „war for talents“ setzt sich sicherlich aus ähnlichen Kriterien zusammen, wobei es hierbei ja mehr um die vermeintlichen High-Potentials und weniger um die Mitarbeiter-Bedürfnisse geht.

Die zentrale Frage, die sich aus dieser Problematik ergibt, ist, wer auf wen zugehen muss, damit das ganze Potenzial der Arbeitnehmer dem deutschen Arbeitsmarkt zur Verfügung steht. Für ein Unternehmen könnte es eine Chance sein, sich von der alten Personalpolitik zu verabschieden und die Personalpolitik mehr an gesellschaftlichen Issues auszurichten. Konkret könnte das bedeuten, dass ein Unternehmen beschließt sich zukünftig nachhaltiger auszurichten. Hier ist sowohl die soziale, die wirtschaftliche als auch die ökologische Nachhaltigkeit von eklatanter Bedeutung. Die jungen Menschen honorieren solche Entscheidungen sehr, mehr noch, sie suchen explizit nach Unternehmen, die über diese Werte funktionieren. Wie eine solche Management-Entscheidung letztlich umgesetzt und gelebt wird, hängt von vielen Faktoren ab - größtenteils jedoch von den Mitarbeitern, die den neuen Kurs schließlich einschlagen müssen.

Was kann man also den Arbeitgebern raten zu tun? Sicherlich mit der Zeit zu gehen und den neuen Wertekodex der Generation Y zu honorieren, versuchen zu verstehen und diesem auch gerecht zu werden.

In einer übersättigten Konsumgesellschaft, in der es Vieles in tausendfacher Ausführung gibt, müssen Unternehmen zwangsläufig Alleinstellungsmerkmale aufbauen, um sich im stark kompetitiven Umfeld behaupten zu können. Diese Tatsachse schlägt sich ebenso auf das Personal-Recruiting nieder. Mehrwerte, die auf dem Thema Nachhaltigkeit aufbauen, können dabei in Zukunft eine wichtige Rolle spielen und zu echten Motivatoren bei den Mitarbeitern avancieren.

Abschließend ein Appell an alle Unternehmer, Geschäftsführer und Personalleiter: Betrachten Sie Bewegungen wie Bio, LOHAS und Nachhaltigkeit als Chance und versuchen Sie diese Themen in Ihre Kernkompetenz zu implementieren beziehungsweise neue Unternehmenswerte hieran aufzubauen. Dieses neue Verantwortungsbewusstsein wird Ihr Unternehmen auf allen Gebieten zukunftssicher und damit attraktiver für Ihre Stakeholder machen.

Quelle: http://www.huffingtonpost.de/alexandra

Stand: November 2015