Marcus Vitt

Marcus Vitt, Jahrgang 1966, ist Sprecher des Vorstandes der DONNER & REUSCHEL Aktiengesellschaft. Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann und Anlage- und Vermögensberater war er Anfang der 1990er Jahre für den Handel an der Deutschen Terminbörse, in Derivaten und an den Regionalbörsen bei der BfG (heute SEB) in Frankfurt verantwortlich. Danach übernahm er die Gesamtverantwortung für das Risikocontrolling der Bank. Von 1996 bis 2002 war er Leiter mehrerer Fusions- und Sanierungsprojekte bei den Berliner Volksbanken und verantwortete die Aktiv-/Passiv-Steuerung und die Handelsbereiche, das Individualkundengeschäft und die Gesamtbanksteuerung Controlling/Rechnungswesen). Im Rahmen der Fusion zur Berliner Volksbank und der strategischen Neuausrichtung leitete er zusätzlich Den Bereich Vorstandsstab/Unternehmenskommunikation
sowie die Koordination der Sanierung mit der Sicherungseinrichtung des BVR. Im Januar 2002 wurde Marcus Vitt Mitglied des Vorstandes der CONRAD HINRICH DONNER BANK in Hamburg und zuständig für die Bereiche Private Banking, Personal, Informationstechnologien, Revision, Institutionelle Kunden sowie Treasury & Trading. Parallel war er von 2004 bis November 2010 in der Geschäftsführung - zuletzt als Sprecher - der SIGNAL IDUNA Asset Management GmbH tätig, die das Vermögen der SIGNAL IDUNA Gruppe verwaltet. Im November 2009 erwarb die CONRAD HINRICH DONNER BANK unter seiner Federführung das Bankhaus Reuschel & Co. in München. Seit April 2010 ist Marcus Vitt Sprecher des Vorstandes der zusammengeführten DONNER & REUSCHEL 

Weitere Informationen:
www.donner-reuschel.de

 

Helene Donner - Nachhaltigkeit hat Tradition

Von Marcus Vitt

Helene Donner (1819 bis 1909) war eine Hamburger Stifterin und Wohltäterin. Sie war die Tochter des Hamburger Unternehmers Johann Heinrich Schröder, Kaufmann und Bankier in Hamburg und London, der 1868 in den preußischen Freiherrnstand erhoben wurde. Sie heiratete 1838 in Hamburg den Kaufmann und Bankier Bernhard Donner, Inhaber der „Conrad Hinrich Donner Bank“, Erbe der Besitzungen seines Vaters und Erbauer des Donner-Schlosses. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts prägte die schon früh verwitwete Etatsrätin Helene Donner ihre Zeit und die Familie. Sie nutzte ihren Einfluss und ihr Vermögen, um mit den ererbten und erarbeiteten Geldern im großen Stil soziale und unternehmerische Projekte zu fördern, die zum Teil noch heute Bestand haben. So gründete sie den „Vaterländischen Frauenverein“, der alleinstehende Frauen förderte und ihnen eine Krankenpflegeausbildung ermöglichte – damals die einzige gesellschaftlich anerkannte Berufsperspektive für unverheiratete Frauen. Damit war der Ursprung der DRK-Schwesternschaft Hamburg e.V. gelegt. Ein weiteres großes Projekt von Helene Donner war die Gründung eines Kinderkrankenhauses. Mit erheblichen Summen und großem Engagement unterstützte sie das Altonaer Kinderkrankenhaus, die Diakonissenanstalt und die Stadtmission. Noch heute besteht der „Helene-Donner-Saal“ im Altonaer Kinderkrankenhaus. Ein Gemälde von Helene Donner erinnert an ihr Engagement.

Die Mitglieder der Gründerfamilie unseres Bankhauses waren ihrer Zeit weit voraus. Sie nutzten ihren Einfluss und ihr Vermögen, um soziale und unternehmerische Projekte zu unterstützen, die zum Teil bis heute Bestand haben.

Im Jahr 1798 gründete Conrad Hinrich Donner in Hamburg ein Bankhaus, das seinen Namen trug und das den Weg für weltweite Handelsbeziehungen ebnete. Seine Schwiegertochter Helene war in sozialen Aktivitäten unermüdlich: Sie gründete im 19. Jahrhundert den Vaterländischen Verein. Dieser förderte alleinstehende Frauen und ermöglichte ihnen eine Ausbildung in der Krankenpflege. Damals gab es für unverheiratete Frauen keine „ehrbaren” beruflichen Alternativen.

Für die Angliederung eines Säuglingsheims an das neu zu erbauende Altonaer Kinder-Hospital übernahm sie die Kosten und ließ ein Wohnheim und eine Ausbildungsstätte für Krankenschwestern bauen.

Helenes Investitionen sind, aus heutiger Sicht, Musterbeispiele der Nachhaltigkeit: Sämtliche Gebäude bestehen noch immer und zeugen von der Beständigkeit klarer Wertvorstellungen.

Zu den weitblickenden und höchst erfolgreichen unternehmerischen Entscheidungen der Familie läßt sich der Einsatz Conrad Hinrichs II., Enkel des Bankgründers, für die Errichtung der Hamburgischen Electricitätswerke rechnen. Er war von der Bedeutung der Elektrizität für Privathaushalte und Wirtschaft überzeugt. Heute würde man sagen, „er setzte auf neue Energien“.

„Die eine Generation baut die Straße, auf der die nächste fährt.“

Aus China stammt die Weisheit, die die gelebte Verantwortung der Familie Donner treffend beschreibt. Für uns bedeutet Nachhaltigkeit, gemeinsam eine Generation weiter zu denken und gleichzeitig auf die Grundsteine der vorherigen Generation aufzubauen.