Marie-Lucie Linde

Marie-Lucie Linde hat im Bachelor Mehrsprachige Kommunikation an der Fachhochschule in Köln und im Master Europawissenschaften an der RWTH in Aachen studiert. Nach dem Studium ist sie für eine Orientierungsphase nach Mauritius gereist, wo sie in einer Nichtregierungsorganisation in verschiedenen Nachhaltigkeitsprojekten gearbeitet hat und durch ihre dortige Arbeit maßgeblich dazu inspiriert wurde, sich auch beruflich mit dem Thema der Nachhaltigkeit zu widmen.

Etwa fünf Jahre hat Marie-Lucie Linde für den N-Kompass (www.n-kompass.de) – eine Marke des NWB Verlag – gearbeitet und dort als verantwortliche Redakteurin und Produktmanagerin dazu beigetragen, das Thema der unternehmerischen Verantwortung in den Mittelstand zu tragen. Vor allem der intensive Austausch mit Stakeholdern wie Unternehmen, Beratern, Partnern, Fachautoren und Praxisexperten sowie die Beschäftigung mit Einzelthemen rund um die nachhaltige Unternehmensführung bereiten ihr besondere Freude.

Weitere InformÜberschrift 1ationen:
https://www.xing.com/profile/MarieLucie_Linde
https://www.n-kompass.de/inhaltewelt
http://www.csrcamp.de/2016/01/interview-mit-marie-lucie-linde/
https://www.youtube.com/channel/UCBsTH7QrGtrPPmFnqHh5AZw
 

Unternehmerische Verantwortung im Mittelstand – eine Zwischenbilanz

Beim NWB Verlag und beim N-Kompass teilen wir die Definition, wonach Corporate Social Responsibility (CSR) den spezifischen Beitrag bezeichnet, den Unternehmen zum nachhaltigen Wirtschaften bzw. zur Nachhaltigkeit leisten können. Entscheidend ist dabei aus unserer Sicht vor allem der ganzheitliche Ansatz, bei dem alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Ökologie, Ökonomie und Soziales – in Balance zueinander gehalten werden. Gerade im Mittelstand habe ich beobachten können, dass unternehmerische Verantwortung zwar zunehmend an Relevanz gewinnt, vielen Unternehmen der Einstieg und vor allem die Verknüpfung mit dem Kerngeschäft trotzdem noch nicht gelingt. Nicht zuletzt die Komplexität der Materie scheint ein wesentlicher Grund für die immer noch träge nachhaltige Entwicklung in der Wirtschaft zu sein. Hinzu kommt, dass gerade in kleineren Unternehmen oftmals die nötigen Ressourcen fehlen, die sich dem Thema vollumfänglich annehmen können.

Zudem sollten CSR-Maßnahmen nicht aus der reinen PR-Motivation heraus umgesetzt werden. Leider scheinen einige Großunternehmen den Fokus ihrer Aktivitäten auf den größtmöglichen Imagegewinn zu legen und geraten dadurch häufig in der kritischen Öffentlichkeit in den Verdacht des Greenwashings. Diese Unternehmen vernachlässigen die systematische Analyse der für ihren Betrieb tatsächlich wirksamen Hebel in Sachen Nachhaltigkeit. Ein weiteres Problem in Großunternehmen als auch in KMU ist die Tatsache, dass unternehmerischen Verantwortung oftmals noch in isolierte Stabstellen bzw. Abteilungen verankert wird, was eine vernünftige Mitarbeitereinbindung und Verankerung des Themas in der Unternehmenskultur erschwert. Zentrale Werte der Nachhaltigkeit müssen hingegen als integraler Bestandteil der guten Unternehmensführung definiert und gelebt werden.

Nicht zuletzt die Einbindung verschiedener Stakeholder, vor allem der Mitarbeiter, ist sowohl bei der Entwicklung von CSR-Strategien als auch ihrer Umsetzung von elementarer Bedeutung und bestimmen maßgeblich deren Erfolg. Dafür sollte das Top-Management in KMU als auch in Konzernen eine zentrale Rolle zugesprochen werden. Führungskräfte müssen heutzutage nicht nur disziplinarisch und/oder fachlich führen können, sondern zudem es verstehen die gemeinsamen Werte der unternehmerischen Verantwortung im Unternehmen vorzuleben und so das Prinzip „lead by example“ mit Leben zu füllen.

Stand: Juli 2017