Martina Zimmermann

Martina Zimmermann, Jahrgang 1965, studierte nach einer klassischen humanistischen Schulausbildung Betriebswirtschaft an der Universität Bayreuth. Danach war sie über neun Jahre als Unternehmensberaterin im In- und Ausland tätig.
Sie schaffte den Sprung ins Management zu einer Zeit als nur sehr wenige Frauen in Spitzenpositionen waren. So sammelte sie sieben Jahre lang als Mitglied des Managementteams eines internationalen Beratungsunternehmens eigene Führungserfahrung.
Heute arbeitet Martina Zimmermann als eigenständiger Coach und Counselor und bietet mit ihrem 2006 gegründeten Unternehmen Bukepha außerdem  professionelles pferdegestütztes Persönlichkeits- und Führungstraining an. Im Coaching bringt sie Ihre Stärken vor allem in folgenden Bereichen ein: Personal Empowerment , Zentrierung und Authentizität, Wirkungsvolle Führung, Emotionale Intelligenz, Stressmanagement, Burn out Behandlung, Veränderungsmanagement.
Ihr Versprechen „Empowering Leaders“ ist gelebtes Programm: sie befähigt Führungskräfte mit innovativen, erlebnisorientierten Methoden aus der eigenen Mitte heraus klar, souverän, vital und wirkungsvoll zu agieren.

 

Nachhaltig führen – ein Paradigmenwechsel

Frau Zimmermann, was verstehen Sie unter nachhaltiger Führung?
Wir befinden uns in einem gesellschaftlichen Wandel. Wenn wir uns umschauen, stellen wir fest, dass um uns herum etablierte Systeme  - Finanzmärkte, Unternehmen etc. – nicht mehr im gewohnten Maße funktionieren bzw. dass wir es mit immer komplexeren Herausforderungen zu tun haben. Herkömmliche Lösungswege scheinen ausgereizt. Erschöpft. Führen an die Grenze von Wachstums- und Lösungsmöglichkeiten.

Um diese Umbrüche  konstruktiv zu meistern, ist eine neue, verantwortete Form der Führung notwendig, die ganzheitlich sowohl ökonomische als auch ökologische und soziale Aspekte berücksichtigt. Das verstehe ich unter Nachhaltigkeit.

Ziel einer nachhaltigen Führung ist die aktive Gestaltung eines Unternehmens, das aus eigener Kraft langfristig gut überlebensfähig und gesund ist. Nachhaltige Führung orientiert sich dabei an Werten und manifestiert sich aus meiner Sicht im erlebbaren Einklang von Denken, Reden und Handeln. Für mich ist hierbei nicht die Absicht, sondern die Wirkung ausschlaggebend - und zwar nach innen und nach außen.

Was heißt das konkret für nachhaltige Führungsarbeit? Ein Paradigmenwechsel: Es geht weniger um das operative Management, sondern vielmehr um die Kunst der Menschenführung. Rahmen schaffen mit Menschen, für Menschen, fordern und fördern, ein Miteinander ermöglicht, eine gemeinsame Ausrichtung erreichen, Kräfte bündeln und synchronisieren.

Führen der Zukunft im Sinne der Nachhaltigkeit ist ein sehr dynamischer Prozess. Besondere Qualitäten wie beispielsweise Sinngebung, Werteorientierung, emotionale Intelligenz, ganzheitliche und langfristige Sichtweise und Eigenverantwortung sind daher ebenso erforderlich für eine Führungskraft, wie die Fähigkeit, sich mit hoher Präsenz auf unterschiedliche, häufig wechselnde Situationen und Personen einzustellen. Mal mit Dominanz und Stringenz, mal mit Einfühlungsvermögen und der Fähigkeit loslassen zu können. Dies bedingt die persönliche Bereitschaft,  lebenslang zu lernen und sich für Neues zu öffnen. Führen im Sinne der Nachhaltigkeit bedeutet also nicht, dass man in der Vergangenheit schlecht geführt hat. Es geht vielmehr darum, sich immer wieder selbst zu dynamisieren und auf neue Anforderungen gut einzustellen. Erfolgreich werden die Führungskräfte sein, denen es gelingt Kompetenzen in Wirkung zu bringen und nicht nur Fähigkeiten. Kompetenzen sind die selbständige und koordinierte Anwendung und Bündelung von Fähigkeiten und zwar situations- und bedarfsgerecht. Dies ist ein komplexes Zusammenspiel, das meiner Erfahrung nach nur in der Praxis ausgebaut und verfeinert werden kann. Führen lernt man am besten durch Führen – und nicht in Büchern oder auf Trainings.

Je zentrierter und reflektierter eine Führungskraft als Mensch ist, umso leichter wird dies gelingen.

Welchen Beitrag kann Coaching dazu leisten?

Um die beschriebenen Qualitäten für sich erschließen zu können, ist eine Begleitung in Form eines Coachings in mehrerlei Hinsicht hilfreich und sinnvoll. Nicht nur weil wir naturgemäß so etwas wie einen „blinden Fleck“ besitzen und uns vieles erst durch eine Spiegelungen von außen bewusst wird. Die Entfaltung gewisser Potenziale bedarf einfach frischer Impulse und Reflexionen, damit man schneller und weiter vorankommt.  Gerade Führungskräfte stehen in ihrem Arbeitsumfeld meist ohne ein gleichwertiges Gegenüber auf ihrer Position und bekommen wenig ehrliches Feedback.

Dabei fängt wirkungsvolle Führung zunächst einmal bei der eigenen Person an. Nur wer sich selbst gut kennt und zu führen versteht, kann dies auch mit anderen tun. Daher muss der Fokus bei einem Coaching auf die Entfaltung der Persönlichkeit gelegt werden, mit dem Ziel den Grad an Selbstbestimmung, Eigenverantwortung und bewusster Lebensgestaltung zu erhöhen. Dies ist ein ständiger Prozess der Selbstführung.

Tatsächlich ist ein Coach „nur“ ein Impulsgeber, der diverse Anregungen gibt, um dann zu sehen, was jeweils auf Resonanz stößt. Um in einer Analogie zu sprechen, ein guter Coach ist wie ein Bergführer, der mehrere Wege zum Gipfel kennt und selbst schon oben war. Er kann Wege aufzeigen, sie vorbereiten und mitgehen. Den konkreten Weg bestimmt jedoch der Coachee selbst. Die Verantwortung, wie der Weg gegangen wird, in welchem Tempo und welche Erkenntnisse auf dem Weg gewonnen werden, liegt bei dem Einzelnen.

Letztendlich geht es um die Übernahme von Eigenverantwortung und darum, sich die Erlaubnis zu erteilen, sich seiner Selbst wieder zu „ermächtigen“. Weg von dem reaktiven „getrieben sein“, hin zu verantworteter, aktiver Gestaltung.

Wie kann Coaching nachhaltig wirken?

Für besonders wichtig erachte ich eine Begleitung über einen längeren Zeitraum hinweg und ein individuelles Coachingprogramm – alltagsnah und praxisorientiert, um ständig auf dem Laufenden darüber zu sein, welche Erfolge schon erreicht wurden und woran es noch zu arbeiten gilt. Nach einem intensiven, aber nur punktuellen Einzelseminar ist die Euphorie schnell wieder verflogen und die neuen Erkenntnisse im Alltagstrott verschüttet.  Daher ist es sinnvoll, so lange am Ball zu bleiben, bis die Ergebnisse verinnerlicht wurden und eine wirkungsvolle und dauerhafte Veränderung zur Folge haben. Somit ist außerdem ein Multiplikatoreffekt erreicht, denn ein komplett neues Selbstverständnis wirkt sich ganz automatisch auch auf das Unternehmen und das gesamte Umfeld aus – effizient und nachhaltig.

Wenn in den Coaching-Prozess außerdem die mentale, körperliche, emotionale und seelische Ebene aktiv mit einbezogen werden, führt dies zu einer guten Balance, Vitalkraft, Zentrierung und höheren Bewusstheit im Umgang mit Alltagsthemen. Die Situation im Arbeitsumfeld sollte dabei genauso betrachtet werden, wie bei Bedarf weitere Lebensbereiche.

Kurz gesagt: es geht darum, den Coachee zu befähigen aus der eigenen Mitte heraus klar, souverän und authentisch zu agieren, um stimmige und wirkungsvolle Entscheidungen zu treffen.

Somit kann ein nachhaltiges Coaching einen wichtigen Beitrag zu nachhaltiger Führung leisten!

Stand: September 2014