Michael Mack

Michael Mack, Jahrgang 1978, ist der Sohn von Roland Mack, Inhaber des Europa-Park und seiner Frau Marianne. Von 1999 bis 2003 absolvierte er den trinationalen Studiengang International Business Management in Basel, Lörrach und Colmar, den er als Diplom-Betriebswirt abschloss. Bereits in seiner Jugend sammelte er erste Erfahrungen im Familienbetrieb. Während des Studiums absolvierte Michael Mack zahlreiche Praktika in Freizeitparks im In- und Ausland. Seit Anfang 2005 verstärkt Michael Mack die Zusammenarbeit des Produktionsbetriebs Mack Rides in Waldkirch mit dem Europa-Park und ist in der Geschäftsleitung der Mack Rides GmbH & Co KG tätig. Zudem verantwortet er als Prokurist seit April 2007 Mack Solutions, Mack Media, die strategische Geschäftsentwicklung, Entertainment und Baumanagement im Europa-Park. Am 13. Februar 2008 wurde er in den Vorstand des Verbandes Deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen e. V., VDFU, gewählt und im Januar 2010 in den europäischen Vorstand des Weltverbandes der Freizeitindustrie IAAPA berufen. Michael Mack ist seit 2010 mit Miriam Mack verheiratet und hat einen Sohn.

Weiterführende Informationen:
www.europapark.de

 

Wir denken in Generationen, nicht in Quartalszahlen ...

Der Europa-Park wurde vor über 37 Jahren von Ihrem Großvater Franz Mack und Ihrem Vater Roland Mack gegründet. Sie und Ihr Bruder Thomas repräsentieren die 3. Generation in der Geschäftsführung. Welche Bedeutung hat nachhaltiges Wirtschaften für Ihren Unternehmenserfolg?

Die Firma Mack ist sogar noch viel älter. 1780 begann unsere Familie in Waldkirch bei Freiburg Stellwägen und Kutschen für Schausteller zu bauen. Mittlerweile baut Mack Rides Achterbahnen und Attraktionen, die in die ganze Welt verkauft werden. Mein Bruder und ich sind bereits die achte­ Generation. 1975 wurde dann der Europa-Park eröffnet, was unsere Familie zur einzigen Familie macht, die gleichzeitig Betreiber und Hersteller von Freizeitpark-Attraktionen ist. Ohne nachhaltiges Wirtschaften wäre das natürlich nicht möglich gewesen. Qualität, die Beziehungen zu unseren Kunden und absolute Liebe zum Produkt waren und sind erfolgsentscheidende Faktoren in unserem Familienunternehmen. Wir entscheiden nicht nach dem Aktienwert, sondern im Hinblick auf die kommenden Generationen.

Zu Ihren Aufgaben gehört die strategische Geschäftsfeldentwicklung. Worauf liegt Ihr Fokus?

Diversifizierung ist ein wichtiges Thema. Wir wollen das Erlebnis »Europa-Park« für unsere Besucher ausweiten. Sie sollen sich das Erlebte nach Hause ins Wohnzimmer holen können. Mit Mack Media haben wir eine Produktionsfirma, die im Winter 2011 unseren ersten Film »Das Geheimnis von Schloss Balthasar« entwickelt hat. Dieser kam bei unseren Besuchern so gut an, dass wir ihn nun auch in anderen Ländern anbieten.
Mit Mack Solutions beraten wir Freizeitparks auf der ganzen Welt. Wir bieten Unterstützung bei Designfragen oder aber auch logistischen Problemen wie der Lenkung von Besucherströmen.
Mir ist dabei wichtig, egal was wir tun, alle 3.500 Mitarbeiter mit auf diese Reise zu nehmen.

Wie hat es Sie als Persönlichkeit geprägt, dass Sie bereits in so jungen Jahren für ein so großes Unternehmen immense Verantwortung übernommen haben?

Ich bin immer mit großer Demut und viel Respekt für die großartige Arbeit, die meine Vorfahren geleistet haben, an diese Aufgabe herangegangen. Dass ich nun selbst Teil unseres Familienunternehmens bin, erfüllt mich mit Stolz und ich gehe mit viel Freude und mit vielen Ideen an die Arbeit.

Gerade haben Sie Ihr fünftes Hotel eröffnet. Ihre Umsätze und Gewinne steigen ständig. Wie erklären Sie sich dieses Phänomen?

Familien kommen gerne zu uns, um zwei, drei Tage in eine völlig andere Welt einzutauchen. In unserer digitalisierten Welt ist der Alltag sehr schnelllebig. Bei uns können die Besucher durchatmen und die Fülle an Attraktionen und Shows genießen. Für jedes Alter ist etwas geboten, da gibt es kaum vergleichbare Angebote. Nur wenn es den Gästen gut gefallen hat, kommen sie auch wieder. In unserem Fall tun das über 80 Prozent.

Sind Sie stolz darauf, keine staatliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen und aus eigener Kraft zu wachsen?

Mein Opa hat immer gesagt: »Bleib mit beiden Beinen auf dem Boden, pass auf, dass Du nur ausgibst, was Du verdient hast und nimm keine Hilfe von außen an, dann musst Du Dich auch bei niemandem bedanken.«
Das Unternehmen ist immer dynamisch gewachsen und große Investitionen haben wir meist alleine gestemmt. Auch Werte wie Tradition und Bescheidenheit sind in unserer Familie fest verankert und helfen uns dabei, das Unternehmen nachhaltig zu entwickeln. Wir sind stolz darauf, als Familienunternehmen im Weltmarkt ganz vorne mitzuspielen.

Zu Ihrer Unternehmensgruppe gehört auch der Achterbahnhersteller Mack Rides. Sie beliefern weltweit Freizeitparks mit Fahrgeschäft und verdienen damit selbst an Ihrer Konkurrenz?

Der Exportanteil von Mack Rides liegt bei 95 Prozent, und die Kunden liegen damit nicht im Einzugsgebiet des Europa-Parks. Die Mitbewerber kaufen gerne bei uns, weil wir als Hersteller und Betreiber über einzigartiges Know-how verfügen. Diese Kompetenz kaufen sie natürlich gerne mit.

Was sind zur Zeit Ihre größten unternehmerischen Herausforderungen?

Eine der größten Herausforderungen ist es, die Konzentration der Mitarbeiter auf ihre Arbeit und unser Produkt trotz der zunehmenden Ablenkung durch Handys, E-Mails und mobiles Internet bei einhundert Prozent zu halten.

Welche Bedeutung hat Innovationsmanagement für Ihr Unternehmen?

Innovationsmanagement ist absolut entscheidend, um erfolgreich zu sein. Wir haben 80 Prozent Wiederholungsbesucher. Diese Zahl können wir nur halten, wenn wir immer neue Angebote entwickeln. Wir arbeiten mit innovativen Partnern wie Vodafone oder Siemens und vielen weiteren zusammen, um auch hinter den Kulissen perfekt aufgestellt zu sein. Gerade haben wir den gesamten Park mit einem LTE-Netz ausgerüstet. Darüber hinaus haben wir eine top Infrastruktur. So haben wir zusammen mit den lokalen Behörden jüngst eines der modernsten Wegeleitsysteme Deutschlands umgesetzt, um den PKW-Verkehr zum und vom Europa-Park zu optimieren. Auch für die Kunden von Mack Rides ist ein innovatives Produkt wie unser »Megacoaster«, unsere erste Loopingachterbahn, interessanter als ein bereits bekanntes.

Welche positiven Erfahrungen machen Sie im Umgang mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen?

Spaß ist international und kennt keine Grenzen. Wenn die Menschen in einer Achterbahn sitzen und in die Tiefe rauschen, spielt es keine Rolle, woher sie kommen, es verbindet sie allein das Erlebnis. Was unsere Mitarbeiter angeht, ist es toll zu sehen, wie gut die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Nationen funktioniert. Im Bereich des Parks sind das hauptsächlich Deutsche und Franzosen. Bei den Künstlern haben wir rund dreißig Nationen, die alle zusammenarbeiten, um den Tag im Europa-Park für unsere Gäste zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen.

Worauf achten Sie bei der Auswahl von Mitarbeitern besonders und wie motivieren Sie diese?

Alleine in diesem Jahr haben wir 300 neue Mitarbeiter eingestellt. Für unser fünftes Hotel Bell Rock haben wir gezielt nach Mitarbeitern im Ausland gesucht. Wir haben zum Beispiel ein neues Mitarbeiterhaus gebaut, um unseren Angestellten eine Unterkunft stellen zu können. Außerdem haben wir bereits vor vielen Jahren die Europa-Park Akademie ins Leben gerufen. Hier bieten wir kontinuierlich Schulungen für unsere Mitarbeiter an. Auch Sprachkurse stehen auf dem Programm. Verschiedene Sport- und Freizeitangebote runden das Angebot ab. 98 Prozent unserer Mitarbeiter kommen in der folgenden Saison wieder, was für ein tolles Arbeitsklima spricht.

Welche Bedeutung haben bei der Auswahl Ihrer Führungskräfte unternehmerische Fähigkeiten und persönliche Integrität?

Gerade als familiengeführtes Unternehmen ist es uns wichtig, dass die Führungskräfte, aber auch alle anderen Mitarbeiter über den Tellerrand hinausschauen und gewisse unternehmerische Fähigkeiten mitbringen. Herr Hück (Porsche Betriebsratschef) hat mal gesagt: »Arbeite für dein Unternehmen, als wäre es dein eigenes – dann wird  dich das Unternehmen auch wie sein eigenes Kind behandeln.«

Als elfte Achterbahn im Park haben Sie vor ­kurzem eine Holzachterbahn eingeweiht. Welche Über­­­legungen haben Sie dazu bewogen, auf ein solch nachhaltiges und leicht recyclebares Material zu setzen?

Achterbahnen aus Holz sind der Ursprung des Achterbahnbaus. Mack Rides selbst hat 1921 die erste Holzachterbahn in Europa gebaut. Nun haben wir die erste Holzachterbahn im Europa-Park. Auch der ökologische Rohstoff Holz ist natürlich interessant für uns, das Holz stammt fast vollständig aus nachhaltigem deutschen Holzanbau. Das Achterbahnportfolio des Europa-Park ist somit um eine historische Attraktion erweitert, die in keinem Park fehlen sollte.

Haben Sie sich für die nächsten fünf Jahre eine Senkung des Energieverbrauches bei nicht erneuerbaren Energien und eine Reduktion von nicht recyclebaren Abfällen zum Ziel gesetzt?

Bereits vor Jahren haben wir die Stelle des ­Um­welttechnikers und des Energiemanagers ge­schaffen. In diesem Zuge haben wir tausende Glüh­birnen im Park durch stromsparendere und langlebigere LEDs ausgetauscht. Am Besucherparkplatz haben wir 2001 eine 300 Meter lange Solaranlage mit rund 2.500 Solarmodulen in­stalliert. Dazu kommt unser eigenes Wasserkraftwerk. Auch bei der Abfalltrennung haben wir ein ausgeklügeltes System entwickelt. Wir trennen in 39 Fraktionen und können mittlerweile ca. 75 Prozent unseres Abfalls recyclen. Schon beim Einkauf von Waren achten wir darauf, dass möglichst wenig Verpackung beziehungsweise ausschließlich recyclebare Verpackungsmaterialien bei uns ankommen.­
In unserem Hotel Resort arbeiten wir seit langem mit unserem Partner Hansgrohe zusammen, um den Wasserverbrauch zu reduzieren. Durch innovative Produkte und Partner konnten wir den Verbrauch bereits um rund 30 Prozent senken. Gleichzeitig sparen wir auch wieder Energie, da wir weniger Wasser erwärmen müssen. Außerdem nutzen wir Grundwasserwärmepumpen, um unsere Hotels im Winter zu heizen und im Sommer zu kühlen. Insgesamt haben wir 31 solcher Anlagen im Europa-Park. Und so gibt es noch viele weitere Projekte. Als Marktführer in Deutschland ist es uns wichtig, auch anderen Parks Vorbild zu sein. Zusammen mit dem TÜV Süd arbeiten wir zurzeit an der Zertifizierung »Green Parks«, die wir bis Ende des Jahres anstreben. Der Europa-Park ist somit nicht nur an der Entwicklung dieser Zertifizierung maßgeblich beteiligt, sondern wird auch der erste Park sein, der die Voraussetzungen selbst erfüllt und somit das Zertifikat »Green Park« erhält.

Weshalb sollte Nachhaltigkeitsmanagement in die jeweiligen Organisationsstrukturen und Prozesse des Unternehmens integriert werden?

Nachhaltiges Handeln muss alltäglich werden. Mitarbeiter müssen die Prozesse und nötigen Handlungen verinnerlichen, um z. B. den Müll wie selbstverständlich zu trennen.
Dazu kommt, dass für uns als Unternehmen Nachhaltigkeit nicht nur aus ökologischen Gesichts­punkten interessant ist, auch ökono­misch macht es durchaus Sinn. Allein durch Abfalltrennung, gezielten Einkauf und logistische Maßnahmen konnten wir die anfallenden Entsorgungskosten um mehr als die Hälfte senken.

Warum sollte Nachhaltigkeit in den Vorstandsetagen etabliert sein?

Weil wir als Familie mit gutem Beispiel vorangehen wollen und wir somit gleichzeitig die Wichtigkeit dieses Themas unterstreichen. Nachhaltiges Handeln findet täglich statt und geht über den Arbeitsplatz hinaus.

Welche nachhaltigen Leuchtturmprojekte fördert Ihr Unternehmen?

Ein besonders schönes Projekt, das wir seit mittlerweile zwölf Jahren zusammen mit dem Förderverein Science und Technologie e. V. umsetzen, sind die Science Days und die Science Days für Kinder. Bei diesen Veranstaltungen, die jeweils einmal jährlich bei uns im Europa-Park stattfinden, werden Kinder und Jugendliche spielerisch an das Thema Wissenschaft und Technik herangeführt. Über 90 Aussteller, darunter Schulen, Hochschulen und Unternehmen, treffen sich und bauen eine richtige Wissenswelt auf. Die Kinder und Jugendlichen können an den Stationen selbst mitforschen und spannende Naturphänomene entdecken, wodurch ihr Interesse an den Naturwissenschaften schon früh geweckt wird.

Stellen Sie fest, dass für Ihre Kunden das Thema Nachhaltigkeit von Produkten und Dienstleistungen eine immer größere Rolle spielt?

Die Tendenz erkennen wir schon. Gäste fragen öfter mal kritisch nach und achten zum Beispiel darauf, ob es die Möglichkeit gibt, Müll zu trennen oder Pfandflaschen zurückzugeben. Auch der Energieverbrauch eines Freizeitparks ist immer mal wieder Thema. Es ist daher wichtig, dass wir die Gäste auf all unsere Maßnahmen aufmerksam machen.

Welche nachhaltigen Projekte in Deutschland wür­den Sie gerne beschleunigt sehen? Welche sind für Sie die Herausforderungen auf dem Weg zu einer nachhaltiger lebenden Gesellschaft?

Zum einen finde ich, dass elektrische Fortbewegungsmittel eine größere Rolle im Alltag spielen sollten. Im Europa-Park haben wir rund 150 Elektrowägen. Den Tagesbetrieb organisieren wir fast ausschließlich mit solchen Fahrzeugen.
Ein weiteres wichtiges Thema ist für uns der Ausbau der Bahnstrecke Karlsruhe-Basel. Wir plädieren schon seit Jahren für einen ICE-Halt beim Europa-Park, um den Besuchern so eine attraktive Alternative zur Anreise mit dem Auto zu bieten. Laut Umfragen, die wir unter den Besuchern durchführen, haben rund 2 Millionen Gäste Interesse an dieser Alternative.

Das Geschäftfeld mit Firmen-Kunden haben Sie in den vergangenen Jahren sukzessive ausgebaut. Wie läuft das Geschäft und wo sehen Sie noch Verbesserungsmöglichkeiten?

Dieses Geschäftsfeld ist ein wichtiges Standbein für den Europa-Park geworden. Wir sind im Bereich Confertainment der wahrscheinlich bestaufgestellte Freizeitpark in Europa. Eine verbesserte Zuganbindung würde sicherlich auch hier helfen.

Mit Ihrem Sohn Paul ist die Unternehmensnachfolge gesichert.Welche Ziele verfolgen Sie mittelfristig mit dem Europa-Park? Welche nachhaltige Vision haben Sie langfristig?

Paul ist jetzt schon jeden Tag im Europa-Park unterwegs, der Park ist sozusagen sein »Spielzimmer«. Um über die Unternehmensnachfolge nachzudenken, ist es aber sicherlich noch zu früh.
Das Ziel ist es, das Angebot weiter auszubauen­ und das Erlebnis für unsere Gäste auf mehrere Tage auszudehnen. Gerade haben wir unser fünftes Hotel eröffnet. Der Trend geht zur Kurzreise und zu mehrtägigen Aufenthalten. Langfristig wollen wir natürlich den wirtschaftlichen Erfolg des Europa-Parks bewahren und sichere Arbeitsplätze anbieten. Wir treffen Entscheidungen nicht im Hinblick auf Quartalszahlen, sondern auf die kommenden Generationen der Familie Mack.

Ihrer Familie geht es ausgesprochen gut. Sie ­leben auf der Sonnenseite des Lebens. Welche Bedeutung hat für Sie soziales Engagement?

Soziales Engagement ist unserer Familie sehr wichtig. Seit Gründung des Europa-Park laden wir bedürftige Familien und soziale Einrichtungen in den Europa-Park ein, um einen unbeschwerten Tag hier verbringen zu können. Über eine Million Menschen konnten wir auf diesem Weg bereits bei uns begrüßen. Mehrere Millionen Euro flossen in Kinderprojekte wie beispielsweise die SOS-Kinderdörfer, die Aktion Mensch oder UNICEF. Meine Mutter und meine Tante haben darüber hinaus die Fördervereine »Santa Isabel« und »einfach helfen e. V.« ins Leben gerufen und engagieren sich intensiv für Menschen in der Region.

Sie denken darüber nach, eine Europa-Park Stiftung zu gründen? Welche Projekte würden Sie damit am liebsten fördern?

Mit einer Europa-Park Stiftung Franz Mack würden wir hauptsächlich regionale Projekte unterstützen. Die Familie Mack kommt aus Waldkirch. Wir leben hier und fühlen uns der Region sehr verbunden. Es ist uns wichtig, dass wir auch etwas zurückgeben können.

Gibt es Ansätze zum Thema soziale (gesellschaftliche) Innovationen?

Soziale Innovation spielt in einem Freizeitpark natürlich auch eine wichtige Rolle. Die Kommunikation hat sich verändert, mobiles Internet und soziale Netzwerke bieten uns völlig neue Ansatzpunkte, um mit unseren Besuchern zu kommunizieren. Wir haben mittlerweile eine Fanbeauftragte, die in engem Dialog mit unseren Fans steht. Auf diese Weise hören wir, was die Fans gut finden und was nicht. Diese Meinung spielt zum Beispiel bei der Entwicklung neuer Attraktionen eine Rolle, ist aber auch für den Bereich Human Resources sehr spannend.
Auch unserer Familie ist es wichtig, den Kontakt zu unseren Besuchern zu haben. Wir sind so oft es geht im Park unterwegs und hören immer gerne, was unsere Gäste denken, wie sie den Park empfinden und auch, was man vielleicht besser machen kann.

Weshalb ist die Beschäftigung mit Nachhaltigkeit immer auch ein privates Thema, das sich vom beruflichen Engagement nicht trennen lässt? Wie setzen Sie persönlich Nachhaltigkeit im täglichen Leben um?

Zuerst einmal ist Nachhaltigkeit eine Einstellung. Wenn ich möchte, dass unser Unternehmen nachhaltig agiert, dann kann ich nicht zuhause anderer Meinung sein. In unserem Fall geht dieses Thema aber noch weiter. Als Familienunternehmen haben wir zu vielen unserer Mitarbeiter eine enge Beziehung. Wir kennen uns seit Jahrzehnten, in einigen Familien arbeiten mehrere Generationen gleichzeitig im Europa-Park. Wir verfolgen eine nachhaltige Personalpolitik und es ist uns wichtig, dass sich die Mitarbeiter bei uns wohlfühlen. Eine klare Trennung zwischen unternehmerischen Entscheidungen und persönlichen Beziehungen ist hier schwierig und das wollen wir auch nicht.

Achten Sie beim Kauf von Produkten und Dienstleistungen selbst darauf, ob diese nachhaltig sind?

Da ich die meiste Zeit im Europa-Park verbringe und wir hier sehr viel Wert auf Nachhaltigkeit legen, weiß ich, dass ich zu einem großen Teil auf nachhaltige Produkte zurückgreife. Wenn es mir meine wenige Zeit erlaubt und ich selbst einkaufen gehe, achte ich natürlich auch darauf. Ich mache da keinen Unterschied ob ich privat einkaufe oder für den Europa-Park.

Sie wurden vor kurzem zum Young Leader der BMW Stiftung Herbert Quandt berufen. Was bedeutet Ihnen diese Ernennung?

In solch jungen Jahren eine Auszeichnung von einem so tollen Gremium zu erhalten, macht mich stolz.

Was zeichnet Ihre »Handschrift« aus? Was soll als Botschaft von ihr bleiben auf diesem Planeten?

»Wir denken in Generationen, nicht in Quartalszahlen.«