Nektarios Bakakis

Dr. Nektarios Bakakis,  Jahrgang 1967, ist Geschäftsführer der Knauber Freizeit GmbH & Co. KG in Bonn. Seit 2007 leitet er diesen Geschäftsbereich des Handelshauses Knauber mit rund 700 Mitarbeitern.

Der promovierte Ingenieur startete nach seinem Studium der Verfahrenstechnik und seiner Doktorarbeit im Fachgebiet Logistik 1997 als Geschäftsführer bei der Multilift Transportsysteme GmbH & Co. KG. 2001 wechselte er als Geschäftsführer zur Fiege Deutschland GmbH & Co. KG , einem Beschaffungslogistiker für Baumärkte, Lebensmittelhändler, Pharma- und Elektrounternehmen. Mit seinem Einstieg bei Knauber Freizeit 2007 führt er sieben Märkte in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz, die eine vielfältige Sortimentsauswahl rund um Haus und Garten vertreiben.

Weitere Informationen:
www.knauber.de
www.knauber-shop.de

 

Nachhaltigkeit als Herausforderung im mittelständischen Einzelhandel

Kreativer Einzelhandel mit Fan-Gemeinde im Rheinland

Wer im Rheinland lebt, dem ist Knauber mit seinen sieben Freizeitmärkten und dem Energiehandel ein Begriff. Überregional ist das mittelständische Familienunternehmen aus Bonn bislang wenig tätig, auch weil die regionalen Wurzeln und die Nähe zum Mutterhaus in Bonn Teil der Firmenphilosophie sind.

Ich stehe als Geschäftsführer für die Marke Knauber Freizeit. Unter diesem Label findet man in unseren Märkten alles, was man zu Hause zum Wohlfühlen braucht:  ausgesuchte Materialien zur Wohnraum- und Gartengestaltung, Spielwaren, Dekorationsartikel, Künstlerbedarf, hochwertige Kochutensilien und vieles mehr. Dabei gehen wir mit unserem Sortiment weit über das eines Baumarktes hinaus. Wir wollen unsere Kunden begeistern – durch unsere eigene besondere Sortimentsauswahl, durch ein ansprechendes Ladendesign und durch unsere fachkompetenten Mitarbeiter. Das ist es, was die Knauber-Freizeit-Märkte so besonders macht und Knauber-Kunden langfristig zu Knauber-Fans werden lässt.

Eine nachhaltige Firmenphilosophie gehört ebenso zu Knauber wie seine rheinischen Wurzeln. Dauerhafte Werte zu schaffen und weiterzugeben, hat für ein Familienunternehmen wie Knauber eine ganz besondere Bedeutung. Und das beeinflusst auch die Entscheidungen innerhalb der Geschäftsführung. Deshalb wird unternehmerische Verantwortung gegenüber Mitarbeitern, der Gesellschaft und der Umwelt seit Jahrzehnten gelebt. Verantwortung und Vertrauen sind dabei die zentralen Stichworte. Denn für mich heißt Nachhaltigkeit in erster Linie, verantwortungsvoll mit dem Vertrauen umzugehen, dass Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner uns entgegenbringen. Das bedeutet zunächst einmal glaubwürdig zu leben, was wir sagen.

Unser Engagement

... für unsere Mitarbeiter: Begeisterung bei unseren Kunden erreichen nur begeisterte Mitarbeiter. Wir wissen, wie wichtig die Mitarbeiter für den Unternehmenserfolg sind und möchten für ein gesundes Arbeitsklima Sorge tragen. Knauber legt Wert auf langfristige Beschäftigungsverhältnisse der rund 1.000 Mitarbeiter. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit bei Knauber liegt bei 11 Jahren. Ich bin stolz darauf, das unsere Kunden das auch sehen können, wenn sie über Jahre hinweg ihren vertrauten Ansprechpartner bei uns finden. Darüber hinaus legen wir großen Wert auf die Aus- und Weiterbildung unseres gesamten Teams. Unsere Auszubildenden erhalten neben dem Berufsschulunterricht zusätzliche Unterrichtseinheiten im Unternehmen zur Prüfungsvorbereitung. Die hohe Übernahmequote spricht dafür, dass wir die Ausbildung unserer Mitarbeiter Ernst nehmen.

Im Januar 2013 haben wir mit der „Initiative Gesundheit“ ein großes Mitarbeiterprogramm aufgelegt, das über Fitness- und Informationsangebote und auch über einen professionellen Beratungsservice für Mitarbeiter in schwierigen Lebenslagen verfügt.

... für Umwelt & Klima: Ökologische Verantwortung ist bei Knauber eines der zentralen Nachhaltigkeitsthemen. Dabei setzt Knauber strategisch auf drei Schritte:

1. Emissionen und Umwelteinflüsse reduzieren: Eine dauerhaft eingerichtete Arbeitsgruppe setzt Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs um und konnte beispielsweise mit zentralen Licht- und Heizungssteuerungen und Schnelllauftoren an Lagerhallen große Einsparungen erreichen. Dies ist besonders für die Freizeitmärkte von großer Bedeutung. Mit einer Gesamtverkaufsfläche von 68.000 Quadratmetern schlagen diese in der Energiebilanz besonders zu Buche. Auch ein überarbeitetes Entsorgungskonzept oder die Verwendung von Regenwasser zur Bewässerung sind nur einige Beispiele für die Umweltmaßnahmen.

2. Emissionen kompensieren: die Emissionen der Treibhausgase, die wir nicht vermeiden können, kompensieren wir. Im Rahmen einer eigenen Initiative, die wir 2010 ins Leben gerufen haben – der Initiative Knauber Pro Klima, berechnen wir jedes Jahr unsere CO2-Bilanz und unterstützen entsprechend dieser Menge über Klimaschutzzertifikate weltweite Projekte, die neben dem Klimaschutz auch die nachhaltige Entwicklung im jeweiligen Land fördern.

3. Mitmacher mobilisieren: mit der Initiative Knauber Pro Klima versuchen wir, über öffentlichkeitswirksame Aktionen wie z.B. eine klimaneutrale Anfahrt für Kunden Mitstreiter für den Klimaschutz zu finden und auf den Klimawandel, seine Folgen und seine Ursachen auch in Kleinigkeiten im Alltag aufmerksam zu machen.

... für die Gesellschaft: Knauber will für jeden offen sein. In diesem Jahr wurde der Vierte unserer Verkaufsmärkte mit dem Siegel „Generationenfreundliches Einkaufen“ zertifiziert. Wir legen Wert auf eine gute Zugänglichkeit, eindeutige Beschilderung und gute Beratung, sodass sich Familien, alte Menschen oder Menschen mit Behinderungen bei uns gut zurecht finden und wohlfühlen.

Darüber hinaus engagiert sich Knauber seit Anbeginn sozial. Karitative und soziale Einrichtungen in der Region werden seit Jahren unterstützt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Förderung kultureller Einrichtungen und Events – vom Museum bis hin zu großen Musikevents in der Region Köln/Bonn.

Nachhaltige Produkte

Für den Kunden ein nachhaltiges Alternativ-Angebot schaffen – das ist das hehre Ziel, das wir uns setzen wollen. Es ist aber auch eine große Herausforderung, der sich der gesamte Einzelhandel heute stellen muss. Der Kunde steht nach Horrormeldungen aus Bangladesch und einem Wildwuchs von herstellergeprägten Umwelt-Zeichen vor einem Rätsel, wem er wirklich vertrauen kann. 

Aber auch für den Einzelhandel ist diese Bewertung von Produkten und Siegeln nicht einfach. Wer nicht selber herstellt, kann schwer den Produktionsweg prüfen. Alleine Knauber verfügt in seinem Sortiment über 300.000 gelistete Artikel, 180.000 davon befinden sich aktiv im Verkauf. Die Recherche nach nachhaltigen Produkten ist gerade für den Einzelhandel mit einem breiten Sortimentsangebot entsprechend schwer, nicht eindeutig und sehr zeitintensiv. Entsprechend selten sieht man im Einzelhandel durchgängige Konzepte, die dem Kunden systematisch Orientierung hin zu einem nachhaltigeren Einkaufsverhalten geben.

Auf viele Fragen müssen Antworten gefunden werden: Können wir es schaffen, alle Artikel nach nachhaltigen Kriterien zu bewerten? Was ist eigentlich nachhaltig? Was sind Referenzwerte für ökologisch und sozial nachhaltige Produkte? Wie kann ich die Lieferkette aus Großhändlern, Herstellern, Zulieferern durchblicken? In wie viele Richtungen der Nachhaltigkeit können wir prüfen? Ist die Bewertung der Nachhaltigkeit eines Produkt fachlich überhaupt im eigenen Hause möglich? Hier sind ganz Fachabteilungen notwendig, um die Nachhaltigkeit von Produkten zu prüfen und für den Kunden zu bewerten.

Deshalb setzen wir auf ein Konzept, das sich auf die fachliche Expertise von unabhängigen Instituten stützt. Knauber verfügt in seinem Sortiment über zahlreiche Produkte mit unabhängig nachgewiesenem nachhaltigen Wert. Das reicht von Produkten mit Siegeln wie Bio, FairTrade oder dem Blauen Engel über unabhängige Empfehlungen wie Ökotest oder Spielgut bis hin zu einem großen Angebot von regionalen Pflanzen. Wir wollen auf dieser Basis jetzt den Einstieg wagen und unser nachhaltiges Angebot für den Kunden verstärkt herausarbeiten.

Mit einer Orientierungshilfe im Dschungel der Umwelt-Siegel möchten wir unseren Kunden den Zugang zu unserem nachhaltigen Sortiment zu erleichtern und Produkte mit einem nachweisbaren Mehrwert herausstellen. Dabei setzen wir auf Produkte, die ein Siegel tragen, das unseren Kriterien einer seriösen unabhängigen Prüfung entspricht. Damit treffen wir für unsere Kunden eine Vorauswahl und möchten gezielt auf diese Produkte hinweisen. Wir starten mit dieser Orientierungshilfe in einem Online-Blog und werden das Konzept nach und nach auf unsere Verkaufsfläche ausweiten.

Wir möchten keinen erhobenen Zeigefinger, sondern Mitmacher durch Information mobilisieren - wie auch mit unserer Klima-Strategie. Durch Hintergrundinformationen und Ratgeber wollen wir ein Bewusstsein schaffen und auf Möglichkeiten hinweisen, wie man mit kleinen Entscheidungen im Alltag zu einer nachhaltigen Entwicklung der Wirtschaft beitragen kann.