Nicole Haack

Nicole Haack, Jahrgang 1971, ist Geschäftsführerin der Beratungsfirma utr development, deren Sinn und Zweck die Beratung und Begleitung von Unternehmen und Unternehmungen in dem Bereich der Entwicklung und Implementierung von Nachhaltigkeitsstrategien ist. Hierbei liegt ihr Schwerpunkt auf CSR, also auf dem „WIE werden Gewinne erwirtschaftet“. Ihr Ziel ist es, das Kerngeschäft einer Unternehmung zukunftsorientiert, umweltfreundlich, ethisch und sozial verantwortlich zu entwickeln und dadurch den ökonomischen Erfolg langfristig zu sichern. Vor der Gründung ihrer Firma arbeitete Nicole Haack acht Jahre als Key Account Managerin und personalverantwortliche Vertriebsleiterin in der IT- und Telekommunikationsbranche. Seit 2008 ergänzte sie ihre Kompetenzen durch eine Ausbildung zum Coach der Wirtschaft und bildete sich zur zertifizierten CSR-Managerin weiter.

Sie arbeitete seit 2009 als freiberufliche Dozentin in der Aus- und Fortbildung und als Personal Coach, mit dem Schwerpunkt der Führungskräfteentwicklung, Entwicklung von Sozial- und Selbstkompetenz sowie der Kommunikation und Gesprächsführung.

Nachhaltigkeit bedeutet Selbst-Verantwortung und Selbst-Bewusstsein

Für mich ist Nachhaltigkeit ein Wert, der aus der Sinnstiftung vieler Werte entsteht. Das „Bewusstwerden“ stand für mich am Anfang und es gab für mich hierbei keine Grenze zwischen meiner persönlichen und meiner beruflichen Entwicklung. Im Gegenteil, dieses „Bewusstwerden“ musste meine Entwicklung ganzheitlich prägen und zu neuen Wegen führen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Ich wurde mir, insbesondere innerhalb meiner Ausbildung zum Coach der Wirtschaft, bewusst darüber, welcher Wert mich insbesondere prägt: „Selbst-Bestimmung“. Das Recht mich entscheiden zu dürfen, frei handeln zu können und die Chance, mich individuell zu entwickeln, stellt für mich die höchste Form der Freiheit dar. Matthias Claudius schrieb schon in der Zeit der Aufklärung: „Niemand ist frei, der über sich selbst nicht Herr ist.“
In dem Bereich der Kommunikation gilt für mich: „Ein Gespräch beinhaltet viele Unbekannte, ich darf keine davon sein.“ Mir meiner bewusst zu werden, insbesondere meines Handelns und derer Konsequenzen, war und ist kein durchgehend angenehmer Weg.


Mir stetig die Frage zu stellen:

• Wer ist an meinen Handlungen beteiligt, wer von ihnen ist direkt und indirekt betroffen?
• Welche Konsequenzen haben meine Handlungen für alle Beteiligten und Betroffenen?
• Kann und will ich Verantwortung für die resultierenden Konsequenzen tragen?

Die Antworten auf diese Fragen führen mich letztendlich dazu, selbst zu bestimmen, wie ich mich verhalten und wie ich handeln will / kann / werde → Selbstbestimmung. Mir ist die Freiheit der Selbstbestimmung in diesem Sinne wichtig und was ich für mich beanspruche, will ich mindestens allen Anderen zusprechen.

Im Rückschluss heißt das:

Keine meiner Handlungen begrenzt das Entscheidungsrecht, die Handlungsfreiheit und die Individualität eines Anderen.

Doch ist das für mich, über all meine täglichen Handlungen machbar, in Gänze real durchführbar?

Ich denke nein, das ist es für mich nicht.

So sehr ich mir das auch wünsche, denn ich lebe in alltäglichen Abhängigkeiten, sozialen Bindungen und Systemen. Mir ist es jedoch möglich, die Verantwortung für mich zu übernehmen, diese in Anbetracht meiner Moral, mit meinem ethischen Verständnis, im Rahmen meiner Möglichkeiten, zu tragen und wert(e)schätzend mit Mensch und Natur umzugehen.

Für mich sicher eine Frage meiner Individualität, ganz sicher eine Frage meiner steten Entwicklung.

Wie setze ich Nachhaltigkeit für mich um?

… in dem ich mir und den Menschen in meinem Umfeld diese Verantwortung bewusst und uneingeschränkt zuspreche. Für mich stellen die Handlungsfelder der Nachhaltigkeit, des Nachhaltigkeitsmanagement, eine Chance dar, (m)eine (Unternehmens-)Welt so zu gestalten, dass andere dazugehören möchten, Mitarbeiter, Kunden, Mitmenschen...

Innerhalb meines beruflichen Umfeldes empfinde ich es als Herausforderung, den Bogen über den wirtschaftlichen Erfolg, die äußeren Rahmenbedingungen, die qualitativen Ansprüche und die innovativen Entwicklungen zu spannen.

Aus meiner Sicht gilt auch hier:

• Was ist möglich und realistisch umsetzungsfähig?
• Auf welche Erfahrungen stützt sich das Unternehmen?
• In welcher Situation befindet sich das Unternehmen?
• Was ist für das Unternehmen die charakteristische Individualität?
• Welche externen und internen Rahmenbedingungen sind gegeben?
• Welche Entwicklungschancen können entstehen?

Letztendlich:
Was ermöglicht dem Unternehmen seine Wert(e)steigerung?

Als Unternehmensberaterin sehe ich meinen Auftrag in der strategisch ökonomischen Entwicklung, ausgerichtet an der Bildung der höchstmöglichen Nachhaltigkeit, in Bezug auf die Ansprüche der Ökologie und auf die gesellschaftliche Verantwortung. Den Rahmen hierfür bildet die wirtschaftliche Basis, denn letztendlich ist ein Unternehmen auch ein Mitglied der Gesellschaft und in mehr oder weniger starker Abhängigkeit zu den ökologischen Ressourcen – somit sein eigener Stakeholder.

Neben den mir bekannten Managementmethoden fand ich innerhalb meiner Ausbildung zur CSR-Managerin das Handwerkszeug, um Ökonomie, Ökologie und Soziale Verantwortung zu verbinden.

Für mich bietet sich hierdurch die Chance, die Zweckmäßigkeit der einzelnen Methoden und Systeme, ganz faktisch, um die Sinnhaftigkeit zu ergänzen. Ebenso wird die Wirtschaft, die Ethik und der Anspruch der Nachhaltigkeit in ein ganzheitlich gewinnbringendes Verhältnis gesetzt.

Diese Verhältnisse nachvollziehbar darstellen zu können, birgt die Chance zu beweisen, dass diese nicht in einem Widerspruch zu einander stehen, sondern einander langfristig zwingend bedingen.

Aus welchem Grund ist mir das wichtig?

Purer Egoismus!

Ich möchte, dass es mir so oft, so lange und so viel wie möglich „gut“ geht und das kann ich für mich nur dann erlangen, wenn ich sicher sein kann, dass weder ich, noch ein anderer einen Preis dafür bezahlen muss, zu dem ich/er nicht freiwillig und bewusst bereit bin/ist.

Ich kann keine Grenze zwischen meinem privaten und meinem beruflichen Handeln ziehen, da ich mir grundsätzlich wünsche, die Freiheit zu haben, über alle Bereiche meines Lebens authentisch handeln zu dürfen.

Die Frage nach dem umfassenden Sinn des Lebens ist für mich zu übermächtig. Erkennen durfte ich, dass es für mich sinnvoll ist, wenn ich meine Werte leben kann, in allen meinen Lebensbereichen und Lebensrollen.

• selbst-bewusst
• selbst-verantwortlich
• selbst-bestimmt

Und „egal“ in welchem System und mit welcher Methode ich agiere, so bin letztendlich ich, mit meiner Haltung, als ein Teil des Systems, auch für die Nachhaltigkeit des Gesamtsystems verantwortlich.

Ich freue mich darauf, mich innerhalb meiner Systeme sinnvoll und hoffentlich sinnstiftend immer weiter zu entwickeln. Für diese Freiheit bin ich sehr dankbar!

Stand: Oktober 2014