Nina Ruge

Nina Ruge, Jahrgang 1956, studierte nach dem Abitur Biologie und Germanistik für das höhere Lehramt und war von 1983 an zunächst Referendarin und später Studienrätin an einem Gymnasium. Neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin hatte sie begonnen, als freie Mitarbeiterin Hörfunk-Beiträge zu produzieren und Schauspielunterricht zu nehmen. 1987 verabschiedete sie sich vom Lehrerberuf, ging nach Berlin und arbeitete als u.a. als Script-Girl und Regieassistentin bei Film- und Fernsehproduktionen. Nebenbei war sie beim SFB als Redaktionsassistentin im Frauen- und Familienprogramm aktiv. Ab 1988 war Nina Ruge beim RIAS-TV-Programm in Berlin von Beginn an als Redakteurin und als Moderatorin dabei. 1989 stieg sie beim ZDF als Co-Moderatorin im „heute journal“ ein, parallel dazu moderierte sie weiter beim RIAS-TV und bei 3sat. Von 1991 an moderierte sie diverse Sendungen des RIAS-Nachfolgers „Deutsche Welle tv“. Als das ZDF das werktägliche Nachrichtenmagazin „heute Nacht“ startete – die personalisierte Sendung mit Nina Ruge -, gab sie ihr Deutsche-Welle-Engagement auf. 1996 bis 2003 übernahm sie die sonntägliche politische Talkshow „19zehn“ bei 3sat dazu – im Wechsel mit Helmut Markwort, Gerd Ruge und später Theo Koll. Im Februar 1997 startete Nina Ruge das tägliche ZDF-Unterhaltungsjournal „Leute heute“, das sie bis 2007 moderierte. Derzeit moderiert sie im Bayerischen Rundfunk (TV) samstagsnachmittags abwechselnd mit Sabine Sauer die Talkshow Unter 4 Augen, führt gemeinsam mit dem SZ-Redakteur Dr. Marc Beise durch die Sendung „Forum Manager“ auf phoenix und ist vielbeschäftigt als Moderatorin von Kongressen, Podiumsdiskussionen und Events in den Bereichen Wirtschaft, Technolgie und Wissenschaft.

Seit 1990 ist Nina Ruge UNICEF-Repräsentantin – 2012 wurde sie zur offiziellen UNICEF-Botschafterin Deutschland ernannt. Für UNICEF war sie bereits auf Projektreisen in Nigeria, Südafrika, Rumänien. Des Weiteren engagiert sie sich seit Jahren für die Felix-Burda-Stiftung. Nina Ruge ist Schirmherrin des „Netzwerks von und für Frauen mit Behinderung in Bayern“ und Kuratoriumsmitglied u.a. der „Stiftung Preußische Schlösser und Gärten“. Zudem war Ruge „Botschafterin des Hundes 2010/2011“ des Verbandes für das Deutsche Hundewesen, ist Botschafterin für das Jane-Goodall-Institut Deutschland, Botschafterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes für das Jahr 2013 (Belange der Menschen mit Behinderung) und sitzt im Kuratorium der „Initiative für sozialkompetente Hundehalter“. Seit 2010 ist sie Patin des Kinderhospizes Bethel für unheilbar erkrankte Kinder, und seit Oktober 2012 setzt sie sich auch offiziell als UN-Dekade-Botschafterin für die Erhaltung der Vielfalt auf unserem Planeten ein. Nina Ruge möchte etwas bewegen und appelliert an die Macht der Verbraucher, mit nachhaltigem Konsum die Nachfrage nach entsprechenden Produkten anzukurbeln.

Foto: Jacqueline Krause-Burberg

Weitere Informationen:
www.un-dekade-biologische-vielfalt.de
www.nina-ruge.de

 

Was ist der Sinn meines Lebens?

EIN Sinn erschließt sich ganz schnell: so handeln, dass ich mich wohl fühle. Und ich fühle mich wohl, wenn ich anderen Gutes tue, wenn ich anderen helfe, dass sie sich wohl fühlen können. Jeder, der in der Öffentlichkeit steht, kann sehr viel bewegen. Weil man ihm zuhört, weil er Vorbild ist und im besten Falle „role model“, dem man's nachmachen will.

Als UNICEF-Botschafterin erledige ich alles, was so anfällt, um diese wunderbare Organisation zu unterstützen: Ich moderiere Spenden-Galas, UNICEF-Pressekonferenzen, nehme Spenden-Schecks entgegen, schreibe Grußworte, organisiere Charity-Veranstaltungen, werbe Unternehmen als UNICEF-Partner, arbeite im UNICEF-Komitee und gebe Interviews zu allen wichtigen Themen. MIT den Menschen vor Ort entwickelt UNICEF Projekte zur Selbsthilfe für Kinder und ihre Familien. Nichts wird dem Zufall oder den örtlichen Behörden überlassen. UNICEF plant gemeinsam mit den Betroffenen, führt die Projekte mit ihnen durch - und kontrolliert den Erfolg. Es geht vor allem darum, Familien in die Lage zu versetzen, ihre Kinder in die Schule zu schicken, Kinderprostitution und Sklaverei zu unterbinden, Kindersoldaten in ein einigermaßen "normales" Leben zurück zu führen und Gesundheitsaufklärung zu betreiben. Über meine Projektreisen nach Nigeria und in die Townships von Johannesburg habe ich in etlichen TV- und Printberichten informieren und hoffentlich viele UNICEF-Freunde gewinnen können.

Dass ich überzeugte Botschafterin für das Jane Goodall Institut (JGI) Deutschland in Deutschland bin, hat folgenden Hintergrund: Ich las ihr Buch „Reason for Hope" und habe mir den Dokumentarfilm „Jane´s Journey" angesehen. Es dauerte nur wenige Minuten, bis ich mich dazu entschloss, die Arbeit dieser sanften Kämpferin zu unterstützen. Jane Goodall steht für die zukunftsweisende Verbindung nachhaltiger Entwicklungshilfe, Umwelt-/Natur-/Artenschutz, Bildungs-und Friedensarbeit. Zudem bin ich  Schirmherrin für das Themenjahr "Selbstbestimmt dabei. Immer.", weil ich seit Jahren lerne: von beherzten, selbstbewussten, sensiblen Frauen mit Behinderung in Bayern – wie das gehen könnte und sollte in Sachen gelebter Inklusion. Seit ich das "Netzwerk von und für Frauen mit Behinderung in Bayern" unterstütze, hat sich erfreulich viel zum Positiven verändert. Doch das, was mich damals veranlasst hat, als Schirmherrin anzutreten, zeigt mir bis heute: Es ist noch wahnsinnig viel zu tun. Ich sehe im Alltag, am Arbeitsplatz, in Restaurants, in Geschäften, Kinos oder auf Partys viel zu wenig Menschen mit Behinderung. Solange das "Dabei-Sein" nicht selbstverständlich ist, gilt es aufzuklären, zu trommeln und zu kämpfen.  

Mit Leidenschaft bin ich Verfechterin eines naturverträglichen Lebensstils. So setze ich mich seit Oktober 2012 nicht mehr nur privat, sondern auch offiziell als UN-Dekade-Botschafterin für die Erhaltung der wunderbaren, traumschönen, unendlich wertwollen Vielfalt auf unserem Planeten ein. Ich möchte etwas bewegen und appelliere deshalb an die Macht der Verbraucher, mit nachhaltigem Konsum die Nachfrage nach entsprechenden Produkten anzukurbeln: So kann man Druck aufbauen, der etwas bewirkt.

Mein Lebensmotto „Alles wird gut“ konfrontierte mich häufig mit kritischen Fragen: Wie kann angesichts von Klimawandel und Verlust der biologischen Vielfalt alles gut werden? Meine Antwort als UN-Dekade-Botschafterin lautete: „indem wir handeln“. Es ist wichtig, das, was man sagt, auch umzusetzen und beispielhaft zu zeigen, wie man mit seinem Kaufverhalten dazu beitragen kann, die Natur in ihrer Vielfalt zu erhalten. So bemühe ich mich selbst, nichts zu kaufen, was der Vielfalt auf diesem Planeten schadet: Nachhaltig angebauter Kaffee, Gemüse aus der Region, kein Fleisch, nur sehr wenig Fisch – und wenn, dann möglichst aus kontrollierten Zuchten. Ich esse keinen Kaviar, keine Krebse, Muscheln oder Scampis – natürlich lehne ich Gänsestopfleber ab. Ich kaufe Recycling-Papier und bedrucke es auf beiden Seiten. Ein naturverträglicher Lebensstil ist gar nicht schwierig: Manchmal sind es kleine Änderungen unserer Lebensgewohnheiten, die eine große Wirkung haben können, wenn sich viele Menschen beteiligen. In diesem Sinne: Alles wird gut!