Norbert Pasternack

Norbert Pasternack, Jahrgang 1964, ist seit 2009 Vorstand bei der BKK ­advita (Alzey) und Ressortverantwortlicher für Finanzen, Beiträge, Marketing und Personal. Der Diplom-Betriebswirt begann seine Karriere als Sozialversicherungsfachangestellter bei der AOK für den Donnersbergkreis. Von 1993–2001 war er Referent des Vorstands beim BKK Landesverband Hessen in Frankfurt und von 2001 – 2008 Vorstand bei der BKK SCHOTT-ZEISS in Mainz. ­Norbert Pasternack ist verheiratet und hat zwei Kinder.

 

Antje Kühne, Jahrgang 1975, Studium der Publizistik, Filmwissenschaft und Germanistik in Mainz. Beruflicher Hauptschwerpunkt der Quereinsteigerin ist der Bereich Gesundheitskommunikation. Im Mai 2011 begann sie bei der BKK advita als Trainee für Marketing/Kommunikation. Seit Januar 2012 verantwortet sie die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und seit Juni die Nachhaltigkeits­kom­munikation im Unternehmen.

Gegründet aus den Unternehmen Schott AG, Carl Zeiss AG sowie KSB AG, befindet sich der Sitz der BKK advita in Mainz und ihre Hauptverwaltung im rheinhessischen Alzey.

Weiterführende Informationen
www.bkk-advita.de

 

 

Gesund. Nachhaltig. Lebenswert.

Was verbinden Menschen heute mit Gesundheit?

Pasternack: Nicht nur Sport und gesunde Ernährung spielen gegenwärtig eine wesentliche Rolle. Gesundheit bedeutet auch seelisches Wohlbefinden. Gesund sein heißt, dass sich Körper, Geist und Seele im Einklang befinden. Vielfach geht es heute nicht mehr ausschließlich um äußerlich sichtbare Erkrankungen. Gesundheit bedeutet auch psychische Stärke, Widerstandsfähigkeit und Ausgeglichenheit. Zum Beispiel Joggen für die körperliche Fitness und autogenes Training für die seelische Ausgeglichenheit. Autogenes Training würde man üblicherweise nicht als sportliche Betätigung sehen – dennoch dienen Entspannungsübungen und -maßnahmen definitiv der Gesundheit.

Welche Sport- und Bewegungsangebote bietet die BKK advita an?

Kühne: Mit der Beteiligung an qualitätsgesicherten Gesundheitskursen stellen wir ein umfangreiches Präventionsangebot bereit für die Gesundheit und das Wohlbefinden. Als sogenannte Primärprävention in den Bereichen Bewegung wie Rückenschule und Entspannungskurse wie autogenes Training. Qualifizierte Gesundheitskurse wie Nordic Walking, Lauftraining usw. mit fachlicher Begleitung durch erfahrene Therapeuten sind in der aktiven Gesunderhaltung während der sogenannten bio-fit-woche angesetzt.

Weshalb liegt der BKK advita vor allem die Förderung regionaler Jugendsportmannschaften am Herzen? Welche konkreten Projekte fördern Sie?

Pasternack: Wir fördern bewusst den regionalen Breitensport, indem wir jedes Jahr an den Standorten regionale Jugendsportmannschaften mit einem Sponsorpaket unterstützen. So zum Beispiel die Fußballjungs der D1 vom TSV Gau-Odernheim in Rheinhessen, die von einem Mitarbeiter der BKK aus Alzey trainiert werden. Die Elf- bis Zwölfjährigen treten in der höchsten Spielklasse an, die es für ihre Altersstufe gibt – in der Bezirks­liga Rheinhessen.

Auch Managementsysteme reagieren auf das Thema Gesundheitsmanagement: So geht es in der ISO 26.000 nicht mehr »nur« um Umweltmanagement und soziales Engagement. Es wird auch der Umgang mit den eigenen Mitarbeitern beschrieben und dem Thema Gesundheitsprävention ein eigenes Kapitel gewidmet. Erhält dadurch das Gesundheitsmanagement eine genauso hohe Priorität wie alle anderen Nachhaltigkeitsthemen?

Kühne: Auf jeden Fall. Zum einen leben wir in Zeiten der Überbelastung am Arbeitsplatz, einer hohen Burnout-Gefahr; zum anderen verändert sich zusehends hinsichtlich des demografischen Wandels die Altersstruktur in Deutschland. Es werden immer weniger Kinder geboren, die Zahlen der jüngeren Altersgruppen sinken und die der älteren Altersgruppen steigen. Wir werden immer älter, stehen länger im Berufsleben und müssen auch im Alter leistungsfähig bleiben. Gerade vor diesem Hintergrund ist ein nachhaltig wirkendes betriebliches Gesundheitsmanagement wichtig.

Weshalb rechnet sich Gesundheitsprävention für jeden einzelnen und für die Gesellschaft?

Pasternack: Wenn ich meine persönlichen Erfolge der Gesunderhaltung sehe, stärke ich mein Selbstbewusstsein und ich gehe natürlich auch verantwortungsvoller mit mir selbst um – und im besten Fall mit meinen Mitmenschen. Gesund erhaltende Maßnahmen fördern auch den Gemeinschaftssinn. Doch sich der eigenen Verantwortung gesunder Lebensführung bewusst zu sein reicht allein nicht aus.

Kühne: Auch muss die Gewissheit vorhanden sein, im Krankheitsfall aufgefangen zu werden. Gesundheitsprävention soll auch Spaß machen und nicht negativen Druck aufbauen im Sinne von: »Ich MUSS jetzt gesund leben und meine Leistung steigern.« Motivation ist hier wichtig. Gerade die Bonusprogramme der Kassen stellen diesbezüglich eine Alternative dar. Hier wird durch Boni verschiedenster Art zur Gesunderhaltung motiviert. Allerdings können diese äußeren Anreize nur nachhaltig wirken, wenn der zentrale Antrieb, etwas für sich zu tun, von innen kommt und bereits »Motor« des eigenen Lebensweges ist.

Weshalb ist gesunde Ernährung das am nächsten liegende Thema, wenn es um »Nachhaltigkeit« geht?

Kühne: Sie ist eine primäre Maßnahme der Gesunderhaltung. Es geht nicht mehr nur darum, was wir essen, sondern auch woher wir es beziehen und uns bewusst darüber sind, dass wir in nachhaltiger Hinsicht dem gekauften Produkt mit ruhigen Gewissen vertrauen können. In Zeiten der Lebensmittelskandale findet ein massives Umdenken in der Bevölkerung statt hin zu einem bewussteren und damit nachhaltigeren Einkauf von Lebensmitteln. Gesunde und bewusste Ernährung sollten bereits in Kitas und Schulen vermittelt und gefördert werden unter Berücksichtigung von allgemeinen Nachhaltigkeitsthemen wie ökologische, regionale Landwirtschaft. Kindern kann man noch spielerisch den bewussten Umgang mit Nahrungsmitteln beibringen.

»Aus der Region für die Region« ist Ihr Motto für mehr Gesundheit durch eine bewusste Ernährung. Weshalb ist es Ihnen wichtig, die Wirtschaftskraft vor Ort zu stärken?

Kühne: Um den ländlichen Raum als lebenswerten Raum zu stärken und damit neue, alternative Perspektiven als Lebensraum zu geben, der Landflucht zu begegnen und soziale und ausgeglichene Lebensführung zu unterstützen – auch im Hinblick auf eine nachhaltige Gesunderhaltung.

Worin unterscheidet sie sich von anderen Krankenkassen?

Pasternack: Die BKK advita richtet sich als gesetzliche Kasse seit dem vierten Quartal 2010 konsequent ökologisch und nachhaltig aus. Dies gilt sowohl für die Zusatzleistungen im Leistungskatalog als auch für die Prozesse im Unternehmen wie die Umweltzertifizierung ISO 14001.

Seit wann gibt es die BKK advita? Und welchen Herausforderungen mussten Sie sich in den vergangenen Jahren stellen?

Pasternack: Die BKK SCHOTT-ZEISS (Mainz) und die advita BKK (Frankenthal) fusionierten zum 1. September 2009 zur BKK advita. Aufgrund des 2009 negativen Finanzergebnisses musste 2010 ein Zusatzbeitrag in Höhe von monatlich acht Euro eingeführt werden. Damit konnte das Leistungsniveau trotz steigender Ausgaben gehalten werden. Nach diesem ungünstigen Geschäftsergebnis ist es uns durch intensive Kostensteuerung und Sparmaßnahmen gelungen, die konsequente ökologische Neuausrichtung weiterzuführen und das Alleinstellungsmerkmal und damit unsere Marke zu stärken. Die Trendwende ist 2011 gelungen. Seit dem Frühjahr verzeichnen wir eine deutliche Nachfragesteigerung und hohe Zuwächse im Neukundengeschäft. Durch die erwirtschafteten Rücklagen konnten wir den Zusatzbeitrag abschaffen. Die Kapitalausstattung der BKK advita ist mittlerweile sehr gut. Statt einer pro Versichertenkopf doch sehr niedrig ausfallenden Prämienauszahlung investieren wir die erwirtschafteten Finanzmittel lieber weiter in ganzheitliche und natürliche Behandlungsmethoden.

Weshalb fördern und fordern Sie mehr eigenverantwortliches Handeln bei Ihren Versicherten?

Pasternack: Unser Gesundheitswesen täuscht vor, dass alles, was sozusagen »kaputt« ist, von der Medizin wieder geheilt werden kann. Dass dies ein Irrtum ist, sehen wir an der Entwicklung von Krankheiten in Deutschland bezüglich Häufigkeit, Formen und Dauer. Wir erkennen ein großes Bedürfnis der Menschen, nicht weiter ausschließlich der Apparate- und Schulmedizin ausgesetzt zu sein. Nicht jedes kleine Leiden muss operiert werden, oftmals hilft es, auf natürliche Weise die Selbstheilungskräfte des Körpers zu stimulieren. Dabei spielt die Eigenverantwortung des Versicherten für seine Gesundheit eine wichtige Rolle. Um diese zu fördern, schaffen wir gezielte Anreize. Daneben sind uns ganzheitliche Behandlungsmethoden, wie zum Beispiel die Osteopathie, wichtig. Dieses instrumentenfreie und manuelle Diagnostik- und Therapieverfahren kuriert nicht nur Symptome, sondern versucht die Ursachen für ein Leiden zu entdecken und zu beheben.

Wer ist für die Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen bei der BKK advita verantwortlich?

Pasternack: Die Gesamtverantwortung trägt der Vorstand. Für die operative Umsetzung sind die jeweiligen Experten zuständig: für die Umweltziele die Umweltmanagementbeauftragte sowie der Umweltausschuss, für die nachhaltigen Beschaffungsrichtlinien ist der Leiter Innere Dienste zuständig. Er ist u. a. für den Einkauf der Arbeitsmaterialen verantwortlich und ist das Bindeglied zu den entsprechenden Dienstleistern und Lieferanten.

Was gehört konkret zu den Aufgaben der Umweltmanagementbeauftragten?

Kühne: Für die systematische Umsetzung der Umweltziele ist die Umweltmanagementbeauftragte gemeinsam mit dem Umweltausschuss verantwortlich. Sie beruft den Umweltausschuss ein und berichtet unmittelbar an den Vorstandsvorsitzenden, was die hohe Bedeutung unterstreicht, die wir Umweltfragen beimessen. Sie motiviert die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu, sich eigeninitiativ in den betrieblichen Umweltschutz einzubringen, gemeinsam neue Umweltziele zu formulieren und umzusetzen. Und sie führt zudem das Umwelthandbuch. Halbjährlich muss sie die neuesten Gesetze bezüglich der Umweltauflagen durchgehen, bewerten und falls nötig umsetzen.

Pasternack: Die Umweltmanagementbeauftragte berichtet direkt an den Vorstand. Der Umweltausschuss setzt sich zusammen aus Vorstand, Umweltmanagementbeauftragter, Leiter Innere Dienste sowie aus mehreren Mitarbeitern unterschiedlichster Fachbereiche: vom Versorgungsmanagement über die Bereiche Versicherung/Beiträge oder Controlling bis hin zu Marketing/Vertrieb. Jeder Fachbereich wird über die Themen und Inhalte des Umweltausschusses regelmäßig informiert.

Welche Standards existieren zum Thema Nachhaltigkeit?

Kühne: Im Dezember 2011 erhielten wir die Umweltzertifizierung nach DIN 14001. Das bedeutet, dass wir jedes Jahr neue Umweltziele generieren, die sich z. B. der Energie- und Ressourceneinsparung widmen, aber auch der Mülltrennung oder dem umweltgerechten Reisemanagement. Sie werden über ein externes Audit geprüft, damit die bis 2014 laufende Umweltzertifizierung ihre Gültigkeit behält. Natürlich sind wir uns bewusst, dass die BKK advita nicht so viel Einfluss wie ein produzierendes Unternehmen hat, aber jeder kleine Schritt hilft, die Welt zu verbessern. Dabei bilden unsere Umweltleitlinien die Grundlage des allgemeinen Handelns in unserem Umweltmanagementsystem.

Existieren Vorgaben zur Energieeffizienz? Und welche Programme zur effizienten Energienutzung gibt es bei der BKK advita?

Kühne: Wir haben die gesamten Strom- und Gasbezugsquellen in der Hauptverwaltung Alzey auf Ökostrom und Windgas von Greenpeace energy umgestellt. Alle anderen Standorte sind bereits in Arbeit. Unsere Computerhardware wurde zu 90 Prozent auf Green IT durch die Anschaffung von energie- und platzsparenden Thin-Client-Anwendungen an den Arbeitsplätzen umgestellt. Sogenannte Futros sind mit dem Hauptserver verbunden und befinden sich an jedem Arbeitsplatz. Damit konnte 80 Prozent Stromersparnis gegenüber der üblichen Hardware erreicht werden. Hinzu kommt eine spürbare Reduzierung des Stromverbrauchs durch die Halbierung der Leuchtmittel in allen Fluren der BKK advita Hauptverwaltung. Neuerdings begegnen wir auch dem Standby-Problem elektronischer Geräte an unseren Arbeitsplätzen.

Zusammen mit dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) unterstützte die BKK advita u.a. eine Baumpflanzaktion in Aalen und leistete damit einen nachhaltigen Beitrag zum Erhalt der ökologisch sehr wertvollen Streuobstbestände. Wie kam die Zusammenarbeit mit NABU zustande und gibt es weitere Planungen?

Pasternack: Die Zusammenarbeit kam über den Leiter des Kundencenters Oberkochen zustande, der Kontakt erhielt zum Initiator dieser Baumpflanzaktion, Reinhard Bretzger, Vorsitzender der NABU (Ostalbkreis). Unser Ziel ist es, an allen Kundencenter-Standorten der BKK advita Pflanzaktionen durchzuführen, wie diese zum Beispiel in Aalen, Nähe Kundencenter Oberkochen. Damit sollen die Versicherten, die eine Baumpatenschaft übernehmen möchten, die Möglichkeit erhalten, eine Pflanzaktion in ihrer Nähe regional vor Ort zu unterstützen. Die Baumpatenschaften können übernommen werden statt der Werbeprämie von 20 Euro pro Neukunde. Neben NABU unterstützten wir auch Pflanzaktionen anderer Stiftungen wie z. B. »Wald zum Leben« in Rheinhessen. Saison der Pflanzungen ist vorwiegend im Herbst und Frühjahr.

Was tun Sie darüber hinaus für den Klimaschutz?

Kühne: Seit der Anschaffung eines hauseigenen Dienstfahrrades dürfen unsere Mitarbeiter für kurze Erledigungen in der näheren Umgebung in die Pedalen treten. Mit einem bezuschussten ÖPNV-Ticket fördern wir die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Bei Dienstreisen besitzt die Bahnfahrt absoluten Vorrang. Auch vergeben wir einen zinslosen Kredit an Mitarbeiter, die entweder den eigenen PKW auf Gas umrüsten lassen oder ein schadstoffarmes Auto kaufen möchten.

Welche Ideen gibt es zur signifikanten Effizienzsteigerung, Ressourcenschonung und Abfallvermeidung von Mitarbeitern?

Kühne: Zu den konkreten jährlichen Zielen, die zum großen Teil schon erfüllt sind, gehören unter anderem Stromeinsparungsmaßnahmen in der Hauptverwaltung durch schaltbare Verteilersteckdosen in allen Büros und Sensibilisierung der Mitarbeiter, die Eröffnung eines Kontos bei der Ethikbank, Nutzung eines Jobtickets, Umbaumaßnahmen auf einen schadstoffarmen PKW, Umstellung des kompletten Papiers auf den Blauen Engel, Umstellung auf Windgas von Greenpeace energy. Auch motivieren wir unsere Mitarbeiter dazu, sich eigeninitiativ in den betrieblichen Umweltschutz einzubringen.

In welchem Bereich haben Sie bereits nachhaltige Erfolge erzielt?

Kühne: Eine Mitarbeiterschulung in Alzey ist dafür beispielgebend: So hielt ein ehrenamtlicher Mitarbeiter von Greenpeace einen anschaulichen Vortrag zum Thema Papierherstellung und der damit verbundenen Umweltzerstörung. Er plädierte für den 100 Prozentigen Einsatz von Recyclingpapier – ausschließlich Blauer Engel. Die Mitarbeiter wurden somit motiviert, wesentlich umsichtiger mit Papier umzugehen und z. B. vorzugsweise doppelseitig zu drucken. So konnten wir im selben Jahr einen Rückgang des Papierverbrauchs um etwa 15 Prozent verzeichnen.

Welche Leistungen bieten Sie konkret an?

Kühne: Dazu gehören etwa Leistungen im Bereich alternative Medizin wie Homöopathie, Osteopathie, Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), die neben der klassischen Schulmedizin unsere Produktpalette schrittweise um Angebote natürlicher bzw. ganzheitlicher Behandlungsmethoden ergänzen. Dabei setzen wir auf die Eigenverantwortung der Versicherten und fördern deren Gesunderhaltung. Gesunde Lebensweise wird unter anderem mit einem Bonusgutschein für den Einkauf ökologisch orientierter Produkte belohnt. Auf diese Weise wird zugleich der biologische Landbau unterstützt. Als einzige gesetzliche Krankenkasse bieten wir auch die medikamentenfreie und somit sanfte Biofeedback-Behandlung bei Migräne und Spannungskopfschmerz im Rahmen eines Modellvorhabens an. Für gesetzlich Versicherte ist das bisher eine reine Privatleistung. Wir übernehmen im Rahmen des Modellvorhabens pro Sitzung etwa dreiviertel der Kosten. Mit dem »Nestwärme – natürlich mehr«-Programm übernehmen wir die Kosten bei Geburten außerhalb einer Klinik wie Hausgeburten sowie die Rufbereitschaft der Hebamme. Zusätzliche Angebote wie Kostenzuschuss für PEKiP und auch Schwangerschaftskurse in alternativen Bereichen z. B. Yoga, Tai-Chi, QiGong beinhaltet das Programm ebenfalls.

Inwiefern werden Mitgliederwünsche und -anregungen berücksichtigt?

Kühne: Wir führen regelmäßig Mitgliederbefragungen durch: Hier werden Versicherte per Brief, vertraulich und anonym zu Themen wie Leistungsangebot, Mitgliederzeitschrift, Internetauf­tritt, Kun­­den­zufriedenheit, Kundenservice, Bearbeitung­s­zeit von Anträgen befragt. Die Auswertung findet in Zusammenarbeit mit dem BKK Landesverband Hessen statt. Hintergrund ist die optimale Ausrichtung des Kundenservices und der Mitgliederbindung. Darüber hinaus betreiben wir die systematische Auswertung von Anregungen bzw. Beschwerden.

Wie werden die Beziehungen zu lokalen Gruppen, Gremien und Vereinen gepflegt?

Kühne: Wir fördern beispielsweise eine Vielzahl von Selbsthilfegruppen. Die Schwerpunkte der Förderung liegen an den Standorten unserer Kundencenter – so wurde zum Beispiel die Selbsthilfegruppe Frauen nach Krebs in Oberkochen gefördert. Am Standort der Hauptverwaltung in Alzey ist die BKK im örtlichen Verkehrsverein vertreten und unterstützt die innerstädtische Entwicklung des Regionalzentrums Alzey.

Inwiefern setzt sich Ihr Nachhaltigkeitsansatz auch in der Vergabe von Preisen fort?

Pasternack: Im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel am Arbeitsplatz gewinnen Gesundheits- und Nachhaltigkeitsaspekte zunehmend an Bedeutung. Gerade in Zeiten von Burnout und Überbelastung müssen Unternehmen ihr Augenmerk auf ein nachhaltiges Gesundheitsmanagement legen. Gesundheitsaktionismus im Rahmen betrieblicher Präventionsmaßnahmen greift hier zu kurz. Neue Ideen sind gefragt, mit denen Unternehmen die Gesundheit ihrer Mitarbeiter fördern und zugleich einen Beitrag für die Umwelt leisten. Mit der Auslobung des Alternativen Gesundheitspreises zeichnet die BKK advita Unternehmen aus, die ökologisch motivierte Lösungsansätze für eine nachhaltige betriebliche Gesundheitsförderung offerieren. Dabei werden wir vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland-Pfalz unterstützt.

Weshalb ist es wichtig, dass Unternehmen und Organisationen gesundheitsbezogene Daten und Kennzahlen regelmäßig ermitteln, analysieren, bewerten und in Form eines betrieblichen Gesundheitsberichtes dokumentieren?

Pasternack: Gesundheitsberichte sind wichtig, damit zukünftige Maßnahmen immer auf den Status Quo abgestimmt werden können. Darüber hinaus können mit der Dokumentation Erfolge der eingesetzten Maßnahmen beurteilt werden. Hier gibt es Gesundheitszirkel, die z. B. bei Misserfolgen oder der Verschlechterung der körperlichen oder seelischen Verfassung mit den betroffenen Mitarbeitern reden und gemeinsam nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen.