Oksana Bergen-Siegmund

Der deutsche Schriftsteller Sigmund Graff sagte, jedes Kunstwerk sei eigentlich eine Skizze, die erst durch unsere Fantasie vollendet werde. Die Werke von Oksana Bergen-Siegmund entführen den Betrachter in Naturszenerien außerhalb der Realität und zeigen gesellschaftliche und politische Unordnungen auf. In der Regel jedoch erst auf den zweiten Gedanken.

1979 in einem kleinen Dorf in Russland geboren, zog Oksana Bergen-Siegmund im Jahr 1994 nach Deutschland und lebt seitdem in Paderborn. Bereits im Kindesalter unternahm Sie ihre ersten Malversuche durch die Gitterstäbe des Kinderbettes oder bastelte verschiedene Dinge aus Materialien des täglichen Lebens.

Ob ihr Talent, welches sich über die Jahre immer mehr festigte, ein Segen oder Fluch sei, war Ihr nicht immer klar. Erfüllung und Hemmung gingen Hand in Hand, bis zu einem wegweisenden Moment.

Ein zweijähriger China-Aufenthalt brachte Klarheit in das künstlerische Schaffen sowie das Verhältnis zur Kunst. Im fernen Osten entdeckte sie die chinesische Malerei und vor allem das Papier als Medium für sich.

Nachhaltigkeit und Naturschutz war ein großes Thema geworden.

Nach ihrer Rückkehr aus China, probierte sie immer mehr aus und konzipierte innerhalb eines Jahres ihr erstes, für die Öffentlichkeit gedachtes, Kunstprojekt „Papierwelten“. Hemmungen gibt es seitdem keine mehr – nur das Brodeln im Inneren, das ihre Werke entstehen lässt.

Perspektivenwechsel sind auch bei den Installationen nötig, um eine gehaltvolle Interpretation zuzulassen. Die Arbeiten aus Acryl, Tusche, Kreide aber vor allem aus Papier nehmen den Raum ein und lassen zu, sie von allen Seiten zu betrachten. Aus upgecycelten Materialien erschafft sie Werke, die sich thematisch an der Natur orientieren. Die Künstlerin sagt selbst: „Ich genieße die Freiheit, die Vorgaben und übliche Techniken zu ignorieren, denn nur so kann ich mich individuell in meiner Kunst entfalten.“

Als Kind und Jugendliche, wollte ich die Welt verbessern und die Gesellschaft verändern. Die Rebellion gegen alles Gesellschaftliche brachte aber nichts.

Und so habe ich die Kunst als Stimme erkannt und zu meiner eigenen Stimme kreiert. Mit dieser Stimme will ich viele Menschen mit ihren Bedürfnissen und Gefühlen erreichen. Ich will Sie zum Nachdenken bringen und dazu selbstkritisch zu sein. Denn nur so erkennt man eigene Schwächen und Fehler. Das ist der erste, der schwierigste und der wichtigste Schritt zur Veränderung und zur Verbesserung des eigenen ICHs.

In Anlehnung an den Schriftsteller Sigmund Graff könnte man auch sagen, Oksanas Werke sind eine Skizze der Natur, die mit Hilfe der Fantasie des Betrachters Gefühle hervorrufen und gesellschaftliche Schwächen in Zeiten wirtschaftlicher Unterwerfung und politischer Unordnung aufzeigen.

Von Tobias Vorwerk

Die Stimme der Kunst

Beim erschaffen meiner Kunstwerke, arbeite ich fast ausschließlich mit verschiedenen recycelten Materialien, wie Papier, alten Stoffen, Milchkartons, Plastik und vielem mehr.

Müll muss kein Müll bleiben, sondern kann auch was NÜTZLICHES Sein. Vieles was im Mülleimer landet, und scheinbar keinen Nutzen mehr hat, kann zu einem einzigartigen KUNSTWERK und SCHMUCKSTÜCK werden.

Aus Altem und Weggeschmissenem entsteht nicht einfach nur ein neues Produkt, sondern etwas mit wesentlich höherem Wert. Diese Gegenstände erzählen bereits ihre eigene Geschichte. Der Kreislauf schließt sich und unser Abfall bekommt somit eine neue Chance und ein neues Leben als Kunstwerk.

Mit der Kunstausstellung „Papierwelten“ ermögliche Ich einen kleinen Einblick in meine Welt von Eco Art und Upcycling.

Zur Nachhaltigkeit gibt es keine Universal- oder Globallösung, es lebt von kleinen Beiträgen eines jeden. Mein Schaffen ist ein persönlicher Betrag mit einem positiven, inspirierenden Effekt auf meine Umwelt.

Stand: Juli 2017