Peter H. Kalb

Peter H. Kalb, Jahrgang 1961 arbeitet seit 1987 als freier Künstler. Sein Werk befasst sich mit menschlichen Strukturen und Grundprinzipien, die maßgeblichen Einfluss auf unsere Lebensgestaltung haben. 1990 errichtete er die Großskulptur „9.NOV.1989“, aus der Serie „von Grenzen befreien“ zum Fall der innerdeutschen Mauer in Hof – Saale, an einem der Originalschauplätze. 1992 folgte die Großskulptur „Mensch-ICE“ aus der Serie „Miteinander“, in Kassel – Wilhelmshöhe, zur Einführung des Superzuges ICE auf den deutschen Schienennetzen. In den nächsten Jahren entstand das Buch zu dem 200 Meter hohen Bauwerk „Schritt nach vorn“, dass sich autark mit erneuerbaren Energien versorgen soll. 2009 entwickelte er das Konzept für das weltumspannende Kunstprojekt „Wenn Richten, … dann Aufrichten“, das mit seiner unlimitierten Skulptur eine globale Präsenz für diese Aussage schaffen soll – ein World-Statement. Für sein Werk und dieses Kunstprojekt wurde er 2010 mit dem International Award „Best artist 2010“ in Berlin ausgezeichnet.

Weiterführende Informationen
www.Kalb-Archetypen.de
www.world-type.de

Peter H. Kalb: "Wenn Richten, ... dann Aufrichten" 

Der Künstler in mir hat einen speziellen Blick auf die Welt. Er sieht ständig Grundprinzipien unseres Menschseins und verleiht diesen durch seine Kunstwerke Ausdruck. So fiel mir auf, dass es einen kleinen Moment beim Menschen gibt, in dem er über tiefste Verzweiflung, oder auch höchstes Glück entscheidet und das Tag für Tag, Stunde für Stunde. Der Moment, in dem er über etwas richtet, oder es aufrichtet. Diesen Moment hielt ich fest, in einer abstrakten Form, mit dem Titel „Wenn Richten, … dann Aufrichten“. Die Abstraktion eröffnet die Dimension des Prinzips über den menschlichen Körper hinaus und kann somit auch für die Umwelt, oder Gebäude, oder auch für neue Ideen gelten.

Als ich 2009 zu Gesprächen für eine Großskulptur nach Dresden fuhr, die ich unter dem Titel „Wenn Richten, … dann Aufrichten“ für den Wiederaufbau der Frauenkirche sah, als positives Beispiel dieses Prinzips, wurde mir klar, dass es diese Skulptur nicht nur einmal geben durfte, da dies so viele positive und negative Beispiele ausblenden würde, die sich auch in unserer Menschheitsgeschichte zugetragen haben, dass es die Skulptur und ihre Aussage auf eine unerträgliche Art begrenzen würde.

Deshalb entstand das Konzept für das weltumspannende Kunstprojekt „Wenn Richten, … dann Aufrichten“, das mit seiner unlimitierten Skulptur, die sowohl die Abstraktion, als auch die menschliche Geste zeigt, in der Lage ist global eine Präsenz für diese Aussage zu schaffen und damit 7.000.000.000 Möglichkeiten in die globale Gemeinschaft einbringt ein Richten neu zu überdenken. Diese kleine Skulptur hält an jedem Ort, zu jeder Zeit, diesen Moment der Entscheidung aufrecht, verleiht ihm ein Bild und stößt ein neues Denken, ein Reflektieren an, das neue Blickwinkel eröffnet.

Meine Lebensgefährtin, Gisela M. Bartulec, schrieb dazu:

„Vier Worte genügen“

"Wenn Richten, ... dann Aufrichten" 
... wenn wir unsere Kinder erziehen. 

"Wenn Richten, ... dann Aufrichten" 
... wenn wir auf andere Ansichten stoßen. 

"Wenn Richten, ... dann Aufrichten" 
... wenn wir auf die Schwachen in unserer Mitte schauen. 

"Wenn Richten, ... dann Aufrichten" 
... wenn wir Konflikte bewältigen wollen. 

"Wenn Richten, ... dann Aufrichten" 
... wenn neue Ideen an uns herangetragen werden. 

"Wenn Richten, ... dann Aufrichten" 
... wenn wir jemanden sehen, der krank oder verletzt ist, körperlich, oder auch emotional. 

"Wenn Richten, ... dann Aufrichten" 
... wenn jemand Dinge tut, die wir nicht verstehen. 

"Wenn Richten, ... dann Aufrichten" 
... wenn wir Ressourcen nutzen. 

"Wenn Richten, ... dann Aufrichten" 
... wenn wir Fehler entdecken, bei uns und anderen. 

"Wenn Richten, ... dann Aufrichten" 
... wenn wir eine Situation, einen Menschen, oder auch uns selbst beurteilen. 

"Wenn Richten, ... dann Aufrichten" 
in unserer Welt und sie wird lebenswerter für ALLE! 
 

Da wird es deutlich, wie dieses Grundprinzip unser Dasein täglich durchflutet, im Kleinen, wie im Großen. Jeder kennt es, von der einen und der anderen Seite, jeder hat es schon erlebt, sowohl das Richten, als auch das Aufrichten und weiß, was sich besser anfühlt. Wir brauchen uns nur zu erinnern. „Wenn Richten, … dann Aufrichten“ ist unendlich vielseitig und stets gegenwärtig.

Die unlimitierte Skulptur macht die Aussage sichtbar, Tag für Tag und hält das Wesentliche präsent. Sie wird interpretiert in den Sprachen dieser Welt, von Künstlern aller Genres in ihre Kunstsprache übersetzt und vielerorts wird sie eines Tages auf der Bühne zu sehen sein. Damit erhält der Mensch auf unterschiedlichste Weise Zugang zu der Aussage und kann seine eigene Interpretation hinzufügen.

Ab der 101. Skulptur nimmt jeder Käufer automatisch an einem globalen Aufrichten teil, indem ein Teil des Erlöses Organisationen übergeben wird, die sich der  Aufrichtung von Menschen und Projekten verschrieben haben

Es wird auch Großskulpturen geben, an geschichtsträchtigen Orten. So schwebt mir eine Skulptur vor an einer abgeholzten Stelle im Regenwald; eine möchte ich ins Asyl stellen, für Tibet; einige Skulpturen sollen an den Orten des Leidens stehen, als Mahnmal in Konzentrationslagern, aber auch als Denkmal an Orten, wo das Aufrichten ersichtlich wird, wie an der Frauenkirche in Dresden, oder in den Slums von Kalkutta, wo Mutter Theresa unglaubliches geleistet hat. Ein Freund sagte mir dazu einmal: „Diese Skulptur verschweigt nichts, hat aber eine positive Ausrichtung, die unser zukünftiges soziales Zusammenleben sichern kann“.

Diese Großskulpturen treten, durch den Standort, an dem dieses Grundprinzip bereits menschliche Geschichte geschrieben hat, in Kommunikation mit den vielen kleinen Skulpturen und sensibilisieren die globale Gemeinschaft für die Aussage: „Wenn Richten, . . . dann Aufrichten“! Seit Jahrtausenden entscheidet sich der Mensch immer wieder zwischen dem Richten und dem Aufrichten. Die Skulptur gibt diesem Grundprinzip ein Bild, verdeutlicht die Konsequenzen dieser Entscheidung, regt an sich damit auseinanderzusetzen, einen neuen Umgang damit zu finden und wirkt als Kulturgut nachhaltig in die Zukunft hinein; multikulturell, religionsübergreifend, regierungsunabhängig. Es entsteht ein globales Kunstwerk, das in seiner Gesamtheit nie in einem Museum ausgestellt werden kann, weil es nicht neben der Gesellschaft existiert, sondern durch sie aktiv ist.  

Doch eines habe ich auch getan … ich habe es in die Hände dieser Gesellschaft gelegt, ob das Kunstprojekt diese Bedeutung erlangen darf. Sie entscheidet und damit jeder einzelne von uns … wir ALLE!