Peter Schöffel

Peter Schöffel, Jahrgang 1961, ist Inhaber und geschäftsführender Gesellschafter der Schöffel Sportbekleidung GmbH. Seine Kindheit und Schulzeit verbrachte er in Schwabmünchen. Anfang der 80er Jahre machte er sein Fachabitur. Es folgte eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann bei Sport Schuster in München und ein Studium der Betriebswirtschaft sowie eine Hospitanz bei Gore in den USA. 1986 stieg er ins Familienunternehmen als Leiter der Bereiche Marketing und Vertrieb ein. Anfang der 90er Jahre übernahm er die Geschäftsleitung von Hubert Schöffel. Er ist Beirat bei der Firma Sigel Büroaccessoires in Meitingen. Auszeichnungen: Mittelstandspreis 2007, Träger der Staatsmedaille für besondere Verdienste um die bayerische Wirtschaft 2012. Peter Schöffel ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seine Hobbies sind Wandern, Skifahren, Biken, Fliegenfischen und der Familienhund.
Weitere Informationen: http://www.schoeffel.de/home/

Nachhaltigkeit als Unternehmensverantwortung bei der Schöffel Sportbekleidung GmbH (Autor: Markus Habdank)

Für das Familienunternehmen Schöffel spielt langfristiges Denken eine große Rolle. Ökologisch relevante Aspekte wie Naturverbundenheit, Nachhaltigkeit und Qualität sind wichtige Kriterien für Maßnahmen und Entscheidungen. Des Weiteren ist der gesamte Produktionsprozess als Arbeitgeber im In- und Ausland von einem starken sozialen Verantwortungsbewusstsein allen Mitarbeitern gegenüber geprägt. Qualitätssicherung und CSR wird von einer eigenen Abteilung koordiniert.

Zur Geschichte des Unternehmens

Die Firma Schöffel, die heute zu den ältesten Familienunternehmen in Bayern zählt, erhielt bereits im Jahr 1804 ihre erste Konzession. Mit Strümpfen, Socken, Nachthauben und schwäbischen Zipfelmützen machte Georg Schöffel seinen Heimatort unter dem Namen „Schwabmünchner Blau“ zu einer „Hochburg der Stricker“. Die nun über 200 Jahre alte Firmengeschichte wurde stark durch den 1. und 2. Weltkrieg geprägt. Georg Schöffels Sohn Josef, der zur Kriegszeit einen wandernden Handel betrieb, wurde später mit dem Textilhandel in Schwabmünchen sesshaft. Dieser wird seither von Generation zu Generation erweitert und weitergereicht. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Firma mit dem Bau eines modernen Bekleidungshauses über den Kauf einer Lederhosenfabrik, in der nun die Fertigung von Straßenhosen ein zweites Standbein bildet, zu einem wachsenden, multifunktionalen Bekleidungshersteller. Durch die beginnenden Wirtschaftswunderjahre gewinnen Freizeitaktivitäten wie das Wandern immer mehr an Beliebtheit. Hubert Schöffel, Kaufmann in sechster Generation, lässt nun eine Bundhose fertigen und liefert somit hierfür die passende Bekleidung. Auch die sogenannte „Jethose“, welche über dem Skistiefel befestigt wird, findet in Schwabmünchen ihren Ursprung. Dies ist der Startschuss für eine neue Zeitspanne.

Die 70er Jahre werden durch neue Materialien, neue Beschichtungsverfahren und neue Trends in der Textilwirtschaft bestimmt. „Eine davon heißt „GORE-TEX“, eine wind- und wasserdichte, strapazierfähige Membrane“2. Gemeinsam mit der Firma Gore entwickelt Schöffel nach anfänglichen Schwierigkeiten mit diesem Material eine neue Version und leitet somit einen Siegeszug der beiden Firmen ein. Daraus resultieren Jahre des wirtschaftlichen Aufschwungs in denen Peter Schöffel Anfang der 90er die Geschäftsleitung übernimmt.

In den darauffolgenden Jahren entwickelt sich die Firma „zu einem der führenden Hersteller funktioneller Ski- und Outdoorbekleidung im deutschsprachigen Raum und spielt auch in weiten Teilen Europas eine maßgebliche Rolle als Premiummarke“. Eine Gliederung der Unternehmensgruppe erfolgt in die Marke Schöffel und Professional Wear. Die inhabergeführte Unternehmensstruktur, die schnelle Entscheidungen erlaubt, gilt gemeinsam mit der klaren Konzentration auf das Bekleidungssortiment als entscheidend für den Erfolg der Marke. Der damalige und aktuelle Firmensitz heißt Schwabmünchen, an dem rund 200 Menschen arbeiten.

Schöffel heute

Nach diesem geschichtlichen Hintergrund der Firma möchte ich nun auf das aktuelle Leitbild von Schöffel eingehen. Der Sportbekleidungshersteller versucht stets Tradition und Modernes zu verbinden und sieht dies als den Ursprung des Erfolgs. Statt mit dem Strom zu schwimmen werden Trends selbst gesetzt; man ist immer offen für Neues, handelt verantwortungsvoll und nachhaltig, agiert international und vergisst dabei die Heimat im bayerischen Schwabmünchen nicht. Der geschäftsführende Gesellschafter Peter Schöffel verfolgt mit seinem Team langfristige Strategien, bei denen der Kunde, „der die Natur genießen, erleben, erwandern und spüren möchte“5, im Mittelpunkt steht. Ein weiteres Indiz für die Verwurzlung zur Heimat ist, dass im eigenen Haus sowohl Schneider ausgebildet, als auch die gesamte Kollektion, vom Entwurf bis zur Serienreife, entwickelt wird. Schöffel stellt sehr hohe Anforderungen an seine eigenen Produkte, welche durch Präzisionsarbeit gefertigt und erst nach intensiver Prüfung für den Verkauf freigegeben werden. Es werden die neuesten High-Tech-Materialien getestet, ohne dabei die Liebe zum Detail zu vernachlässigen. Die Devise „Die Familie Schöffel ist für die Firma da und nicht umgekehrt“ wird vom Senior-Chef Hubert Schöffel, der weiterhin beratend in der Geschäftsleitung tätig ist, vorgelebt.

Heute ist Schöffel eine moderne, international agierende Multichannel-Marke: Einerseits als verlässlicher Fachhandelspartner mit eigenem Shop-in-Shop-System und Merchandising-Service, andererseits als Anbieter mit Own Retail Stores (Schöffel-LOWA-Stores(SLS)). Aktuell findet weiter eine Expansion auf dem Gebiet Own Retail statt, außerdem werden fortlaufend neue Märkte im europäischen Raum erschlossen. Seit Herbst/Winter 2012/13 läuft eine große Werbekampagne unter dem Slogan „Ich bin raus“.
Bedeutung der Nachhaltigkeit für Schöffel

„Die Outdoor Branche wird wie keine zweite mit der Natur in Verbindung gebracht“ – diese Aussage nimmt sich natürlich auch die Firma Schöffel zu Herzen, indem diese versucht, ökologisches Bewusstsein und Funktionalität der Produkte zu vereinen. Den Leitsatz „Klasse statt Masse“ macht sich die Firma zum Grundsatz und legt besonders auf eine langfristige Lebensdauer und beständige Qualität der Produkte großen Wert. Gefertigt werden die Produkte nur von ausgewählten Produzenten und auch die Stofflieferanten müssen strenge Richtlinien befolgen (Ökö-Tex 100 Standard). Es gibt eine interne Verbotsliste von „Restricted Substances“, die laufend aktualisiert und streng eingehalten wird. Außerdem werden in der Fertigung ausschließlich Entendaunen und Syntetic Fur (statt echtem Fell) eingesetzt. Schöffel strebt des Weitern danach, „poly- und perfluorierte Chemikalien (PFC) durch risikolose Alternativen zu ersetzen“20. Im Jahr 2013 ist es der Firma gelungen bei der Produktion für die Sommerkollektion 2014 vollständig auf C6 Chemie zu setzen und somit auf PFOA (Perfluoroctansäure) zu verzichten. Bereits im Jahr vorher ist Schöffel der EOCA (European Outdoor Conservation Assiocation), einer Initiative der europäischen Outdoor-Industrie, beigetreten, welche sich für den Natur- und Klimaschutz bzw. die Bewahrung bedrohter Lebewesen engagiert. Projekte und Forschung werden hierbei durch Gelder, beispielsweise in Form von Spenden oder Mitgliedsbeiträgen, unterstützt. Sämtliche Aspekte zum Thema Nachhaltigkeit (im Produktionszyklus) werden einmal pro Jahr im so genannten „Social Report“ durch die Firma Schöffel publiziert und für die Öffentlichkeit auf der Unternehmenswebsite einsehbar gemacht

Zusammenfassung

Das international agierende Familienunternehmen aus dem schwäbischen Schwabmünchen strebt eine zukunftsorientierte Firmenstrategie an, ohne dabei die Wurzeln zur Heimat zu vernachlässigen. Technisch hochwertige und maßgeschneiderte Produkte sollen unter fairen Bedingungen für Mensch und Natur gefertigt.  Schöffel ruht sich darauf allerdings keinesfalls aus und sucht im gesamten Themenbereich Nachhaltigkeit ständig nach neuen Verbesserungsmöglichkeiten. Um sich im umkämpften Outdoor- und Sportbekleidungsmarkt weiter zu etablieren und seine Position zu festigen, wurde außerdem in eine langfristige, großangelegte Werbekampagne investiert, deren erste Erfolge sich bereits jetzt abzeichnen. Obwohl ein Großteil der Produktion in Osteuropa und Asien stattfindet, wird am schwäbischen Firmensitz weiter ausgebildet und somit gesellschaftliche Verantwortung übernommen. Ein erfolgreiches Unternehmen wie Schöffel fördert frühzeitig interessierte und motivierte Nachwuchskräfte und sieht sich trotz fortschreitender Internationalisierung intern als eine große und sehr persönliche Familie. Das bringt der Geschäftsführer Peter Schöffel mit folgender Aussage auf den Punkt: „Kontrolle ist gut, Verantwortungsbewusstsein ist besser“. Damit drückt er aus, dass Schöffel nicht nur der „Pflicht“ diverser notwendiger Kontrollen nachkommt, sondern vielmehr auch selbst ein Bewusstsein für zukunftsorientiertes, nachhaltiges Denken und Handeln wecken möchte.