Philipp Eck

Philipp Eck, Jahrgang, 1989, begann Ende 2009 sein Studium "Sport und Sportwissenschaften" an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und beendete dieses im Jahr 2013 mit dem Abschluss Bachelor of Arts. Während seines Studiums gründete er 2011 mit Partnern die Firma: Baritli Edelmetallhandel GmbH in Kaiserslautern. Sie entwickelte sich zu einem mittelständischen Unternehmen mit über 80 Mitarbeitern deutschlandweit.

Um seiner Leidenschaft, dem Sport, nachzugehen beendete er die Geschäftsführertätigkeit im Jahr 2013 und begann 2014 das Studium „Sports Business and Communications“ an der Munich Business School in München, das er mit dem Master of Arts im Jahr 2016 abschloss. Der Studiengang  war in Verbindung mit einem Auslandssemester an der Bond University in Australien verknüpft, bei dem er ersten Kontakt mit dem Thema Nachhaltigkeit im Sport durch die Wahl des Faches „Managing Sustainable Sport Events and Venues” erhielt. Thema seiner Masterarbeit war „Nachhaltigkeit und Sportsponsoring – Eine Untersuchung von Synergieeffekten in Zusammenarbeit mit der TSG 1899“.

 

Nachhaltigkeit und Sportsponsoring –
Eine Untersuchung von Synergieeffekten in Zusammenarbeit mit der TSG 1899 Hoffenheim

In der Sponsoring-Studie 2014 der TU Braunschweig stellte sich heraus, dass sich die Voraussetzungen für ein wirkungsvolles Sponsoring geändert haben. Schon heute scheint der Markt mit über 500 Sponsoren gesättigt und es bedarf innovativer Aktivierungsmöglichkeiten, um Potenziale für neue Sponsoring-Engagements zu implementieren. Dabei geht es um mehr als eine reine Leistung und Gegenleistung, wie es bisher aus dem klassischen Sponsoring bekannt war. Vielmehr verbinden Sponsoring-Geber und Sponsoring-Nehmer umfangreiche und langfristige Ziele, wobei ein Transfer der positiven Ausrichtung eines Vereins auf den Sponsor ein wichtiges Ziel darstellt (vgl. Woisetschläger u. a. 2014, S. 4 f.). Das Interesse für meine Masterarbeit leitet sich aus dem Bedarf nach progressiven Ideen hinsichtlich der Zusammenarbeit zwischen Sponsoren und Profifußballvereinen ab; die Arbeit untersucht in diesem Zusammenhang wirkungsvolle Synergieeffekte zwischen Nachhaltigkeit und Sportsponsoring.

Durch die Beantwortung der forschungsleitenden Fragen mit Hilfe der Auswertung von Experteninterviews hat die vorliegende Arbeit gezeigt, dass Synergieffekte zwischen Nachhaltigkeit und Sportsponsoring bestehen und nutzbar gemacht werden können. Profifußballclubs sollten die sich bietenden Möglichkeiten nutzen und aktiv Sponsoren in ihre nachhaltige Ausrichtung miteinbeziehen. Zum einen bieten nachhaltige Maßnahmen der Profifußballvereine Potenzial für die Generierung monetärer Vorteile, sowie Vorteile gegenüber der Konkurrenz durch die Herausbildung von Alleinstellungsmerkmalen. Zum anderen werden neue Möglichkeiten für Profifußballvereine aufgezeigt, Sponsoring mit nachhaltigen Maßnahmen zu verbinden, um so neue sinnvolle Aktivierungsmöglichkeiten zu kreieren, welche Vorteile bei der Akquise potenzieller Sponsoren mit sich bringen. Gelungene Aktivierungsmöglichkeiten können durch den nachhaltigen Hintergrund ein weiteres Wirkungsfeld aufweisen. So wirken sie stark auf das Image beider Partner. Neben den positiven Auswirkungen auf die Vereine können auch die Sponsoren von der nachhaltigen Ausrichtung der Vereine profitieren. Die Experten sind sich darüber einig, dass nachhaltige Maßnahmen positive Effekte auf das Image und den Markenwert eines Vereins haben können. Sponsoren können dieses Image auf ihre eigene Marke transferieren. Eine Partnerschaft mit nachhaltigem Hintergrund steigert das Image somit auf zwei Ebenen: durch die mit Studien belegbare Imagetransformation durch die Partnerschaft mit dem Verein und durch das Engagement an sich, da nachhaltige Themen in der heutigen Zeit großen Anklang und Zuspruch finden. Dies entspricht einer klassischen Win-win-Situation. Von zentraler Bedeutung ist hierbei eine optimale Einbindung der Sponsoren in die nachhaltige Ausrichtung der Profifußballclubs, bei der die Unternehmen nicht nur als Sponsoren wahrgenommen werden, sondern vielmehr als Partner. Möglich wird dies, wenn Unternehmen bei der Erstellung und Implementierung eines Konzepts aktiv in die Gestaltungsprozesse involviert werden. Auch muss der Schwerpunkt auf eine langfristige Partnerschaft gelegt werden. Es konnte herausgearbeitet werden, dass für die Sponsoren die nachhaltige Ausrüstung eines Vereins ein entscheidender Faktor für ein Engagement sein kann. Schlussendlich kann festgehalten werden, dass es für nachhaltige Maßnahmen innerhalb eines Profifußballvereins keinen allgemeingültigen Ansatz gibt. Es spielen hierbei nicht nur die vorhandenen Ressourcen und Möglichkeiten des jeweiligen Profifußballvereins eine Rolle, sondern auch die Umsetzung der Maßnahmen. Diese Umsetzung kann mithilfe einer ausgegliederten Stelle, über eine Stiftung oder durch die direkte Integration in eine Abteilung innerhalb eines Fußballvereins erfolgen. Welcher Ansatz der vielversprechendste ist, bleibt offen. Zwar hat das Thema Nachhaltigkeit und Sportsponsoring im Profifußball durch die aufgezeigten Best-Practice-Beispiele erste Anwendungen im Profifußball gefunden, trotzdem steht diese Entwicklung noch am Anfang und birgt Optimierungspotenzial.

Ausblickend können für das Thema Nachhaltigkeit und Sportsponsoring positive Trends konstatiert werden. Langfristig ist davon auszugehen, dass Nachhaltigkeit mit oder ohne die Einbeziehung von Sportsponsoring einen erheblichen Bedeutungsgewinn im Profifußball verzeichnen wird. Dementsprechend sollten die Profifußballvereine eine professionelle Umsetzung beim Thema Nachhaltigkeit so schnell wie möglich angehen. Aufgrund der relativ neuartigen Idee der Verbindung von Nachhaltigkeit und Sportsponsoring besteht noch Forschungsbedarf. Dabei bedarf es einer Abgrenzung der Begriffe Nachhaltigkeit, Corporate Social Responsibility sowie Corporate Citizenship, um die derzeit noch inflationäre Benutzung der Begriffe einzudämmen und neue Ansatzmöglichkeiten für eine Verknüpfung von Nachhaltigkeit und Sportsponsoring zu generieren.

Eck, P. (2016): Nachhaltigkeit und Sportsponsoring- Eine Untersuchung von Synergieeffekten in Zusammenarbeit mit der TSG 1899 Hoffenheim
Woisetschläger, D.; Backhaus C.; Dreisbach J.; Schnöring, M. (2014): Sponsoringstudie 2014: Die Sponsoringpotenziale in der Fußball-Bundesliga. Technische Universität Braunschweig

Stand: März 2015