Raimund Frey

Raimund Frey, Jahrgang 1982, geboren in Isny im Allgäu, ist Illustrator, Dipl. Kommunikationsdesigner und Graphic Recorder. Nach dem Design-Studium in Mainz machte er sich selbständig und arbeitet heute als Freelancer u. A. für  Agenturen, Verlage und Unternehmen (Wirtschaft, Werbung, Bücher).
Seit November 2011 hat er sein Atelier im Mainzer Kreativzentrum “Nordhafen”. Dort lernte er Thomas Landini kennen, ebenfalls Kommunikationsdesigner und Vater eines Sohns mit Down-Syndrom. Er bemerkt: „Für andere Kinder gibt es Massen an schön gestalteten Büchern, Spielen und Lernmaterial. Für Kinder mit Beeinträchtigung gibt es oft nur kopierte Blätter mit Cliparts.“

Landini ist auch Gründer von „Das bunte Zebra“ (Werbeagentur und Verlag). Seine Idee war, ebenso schöne wie nützliche Produkte für Menschen mit und ohne körperlicher- oder geistiger Beeinträchtigung anzubieten. Empfohlen wird „Das bunte Zebra“ von PEp, der Praxis für Entwicklungspädagogik in Mainz. Inzwischen ist Raimund Frey der Hausillustrator des „Zebras“  und hat angefangen, Figuren zu entwickeln, Buchseiten zu illustrieren und Spielbretter zu zeichnen.

www.raimund-frey.de
www.dasbuntezebra.com/
www.pep-mainz.de/
Foto: Isabell Humpert

 

Greifbare Zukunft

Schon seit frühester Kindheit habe ich mit großer Begeisterung den Malstift geschwungen und alles vollgekritzelt, was mir unter die Finger kam.

Illustrationen sind in den unterschiedlichsten Gebieten im Einsatz. Zuerst denkt man dabei an die Literaturillustration, aber auch redaktionelle und gewerbliche Illustration sind weit verbreitet.

Sowohl Printprodukte als auch Webanwendungen kommen ohne schmückendes oder erklärendes Bildmaterial kaum aus. Daneben spielt die Illustration in der Konzeption eine große Rolle, in Form von Storyboards, Moodboards, Concept-art und -scribbling.

Illustration hat die Funktion, Inhalte nachhaltig zu verdeutlichen, zu unterstützen oder zu untermalen. Dabei muss nicht sklavisch der Inhalt eines Textes abgebildet werden, sondern die Bebilderung kann neue Aspekte auf einer zweiten Ebene aufzeigen.

Im Gegensatz zum Foto kann eine Illustration auch Dinge darstellen, die in der Natur nicht vorkommen. Auch kann eine Illustration dazu benutzt werden, den Blick auf das Wesentliche (im besten Wortsinn Nachhaltige) zu lenken, indem Unwichtiges weggelassen oder vereinfacht dargestellt wird. Beispielsweise in einer Betriebsanleitung oder in Form von prägnanten Symbolen.

Am Anfang eines Projektes, sei es ein Layout, eine Illustration, eine Website oder auch ein Videoclip, steht immer ein Scribble. Wörtlich übersetzt bedeutet es „Kritzelei“ und meint in der Werbebranche und Kunst eine schnelle und grobe Zeichnung, die der Ideenfindung dient. Ein Scribble soll nur eine erste Idee verdeutlichen und hat nicht den Anspruch, etwas “Fertiges” zu sein.

Sie sind in erster Linie für den Grafiker selbst, als Gedankenstütze oder Ausgangspunkt für genauere Skizzen und Entwürfe. Sie können aber auch in Kundenpräsentationen benutzt werden, um mit möglichst wenig Aufwand Ideen zu verdeutlichen und Richtungen vorzuschlagen.

Zukunft beginnt nicht nur im Kopf, sondern auch mit der Hand, die sie greifbar macht.

Stand März 2015