Sabrina Müller

Sabrina Müller ist Forstwissenschaftlerin und Nachhaltigkeitsmanagerin aus Leidenschaft. Sie studierte Forstwissenschaften an der TU München und entwickelte für den NABU-Bundesverband im Rahmen eines Projektes über die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland neuartige Informations- und Bildungsmaterialien. Sie war außerdem als freiberufliche Projektmanagerin für einen Naturpark und die FSC-Arbeitsgruppe Deutschland e.V. tätig. Der Wunsch, ihren beruflichen Fokus noch mehr auf das Thema Nachhaltigkeit zu legen, ließ sie jedoch nicht los. Daher nutzte sie die Gelegenheit, als Vertriebs- und Projektmitarbeiterin in der Nutzfahrzeugbranche wertvolle Einblicke in Struktur und Abläufe eines Unternehmens zu erhalten. Heute arbeitet Sabrina Müller daran, sich ihren größten Wunsch zu erfüllen: Sie möchte ihre Fähigkeiten und Erfahrungen in ein Unternehmen einbringen, das den Nachhaltigkeitsgedanken ebenso lebt wie sie es tut.       


Mein Weg zur Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist meine Leidenschaft, seit ich vor etwa 20 Jahren auf einer Urlaubsreise zum ersten Mal in die ursprünglichen und wildtierreichen Wälder Kanadas eingetaucht bin. In den folgenden Jahren zogen mich die atemberaubenden Wildnisgebiete noch mehr in den Bann und ich stürzte mich voller Begeisterung und Neugier in mein Studium der Forstwissenschaften an der TU München (Wissenschaftszentrum Weihenstephan). Es war mir ein Bedürfnis, mehr über ökologische Zusammenhänge und über die verantwortliche Nutzung von Ressourcen zu lernen. Während meiner Zeit an der Universität und bei Natur- und Artenschutzpraktika in Nordamerika und Schweden erlebte ich, dass es ohne Wissen und Bildung bzw. Information kein nachhaltiges Handeln und keinen Schutz von Ressourcen geben kann. Denn nur durch Wissen kann sich ein Bewusstsein für eine Sache entwickelt. Dies gilt für meine Erfahrungen bei Artenschutzprojekten (Bärenprojekt im Grand Teton NP, USA; Wolfsprojekt in Schweden) genauso wie für ganz alltägliche Dinge. Ich weiß, dass die ständige und oft unnötige Nutzung meines Autos nicht gut für das Klima ist. Aber erst, wenn ich mir die Folgen meines Handelns für mich selbst und alle Lebewesen auf diesem wunderbaren Planeten bewusst mache, werde ich langfristig etwas an meinem Verhalten ändern.

Meine Leidenschaft für nachhaltiges Handeln begleitete mich während meiner gesamten Karriere: Als Projektreferentin beim NABU-Bundesverband in Berlin führte ich ein Prestigeprojekt über die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland zum Erfolg. Ich suchte den Dialog mit den betroffenen Anspruchsgruppen und entwickelte im Rahmen des Projektes neuartige Informations- und Bildungsmaterialien, die für mehr Akzeptanz im Umgang mit dem Thema Wolf sorgten. Nach Ende der Projektlaufzeit beim NABU-Bundesverband wuchs der Wunsch, meinen beruflichen Fokus noch mehr auf das Thema Nachhaltigkeit zu legen. Ich verbrachte jede Gelegenheit damit, mir Wissen zum Thema Nachhaltigkeit / CSR anzueignen, während ich als freiberufliche Projektmanagerin für einen Naturpark und die FSC-Arbeitsgruppe Deutschland e.V. tätig war. Möglichkeiten, wieder für eine NGO zu arbeiten, gab es einige. Aber ich hatte das Gefühl, dass ich meine Fähigkeiten und Erfahrungen in ein Wirtschaftsunternehmen einbringen muss. Würde ich für ein Unternehmen arbeiten, so könnte ich Entscheidungen dahingehend beeinflussen, etwas Gutes für Umwelt und Gesellschaft zu tun. Mir war klar, dass ich an die großen Stellschrauben herankommen wollte, um meinen klitzekleinen Beitrag zu einer besseren Welt zu leisten. 

Ich ergriff schließlich die Chance,  als Vertriebs- und Projektmitarbeiterin bei einem LKW-Händler wertvolle Einblicke in Struktur und Abläufe eines Unternehmens zu erhalten. In diesem Betrieb erlebte ich hautnah, wie wichtig Bildung und Information für ein nachhaltiges Handeln sind. Nachhaltigkeit kann im Unternehmen nur dann funktionieren, wenn sie das Bewusstsein der Mitarbeiter erreicht und von jedem Einzelnen gelebt wird.

Leider war ich in dieser Firma so sehr damit beschäftigt, meine Aufgaben perfekt zu erledigen und den Kollegen das Leben zu erleichtern, dass ich das verantwortliche Handeln mir selbst gegenüber völlig vergessen habe. So kam es zum großen Knall. Was für mich zunächst eine (gesundheitliche) Katastrophe war, sehe ich heute als große Chance. Nachdem es mir wieder besser ging, nutzte ich die Zwangspause zu weiteren Fortbildungen im Bereich Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Heute bin ich wieder fit und mehr denn je entschlossen, meine Fähigkeiten und Erfahrungen in ein Unternehmen/eine Institution einzubringen, das/die den Nachhaltigkeitsgedanken ebenso lebt wie ich es tue. Ich möchte Menschen für nachhaltiges Handeln begeistern und den Anstoß geben, das eigene Handeln in Bezug auf Nachhaltigkeit und Verantwortlichkeit zu überdenken. Aufgrund meiner eigenen Erfahrung liegt mir auch sehr viel daran, das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass Mitarbeiter die (meiner Meinung nach) wichtigste Ressource eines Unternehmens sind. Der Schutz von Ressourcen bedeutet für mich daher auch, die Mitarbeiter zu schützen und ihnen bestmögliche Arbeitsbedingungen und Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten.

Stand: April 2017