Sandra Lukatsch

Sandra Lukatsch, Jahrgang 1983 (Bayreuth). Das Diplomstudium der Betriebswirtschaftslehre nahm sie 2002 an der Martin-Luther Universität zu Halle Wittenberg auf und schloss dies im Jahre 2009 mit dem akademischen Grad der Diplom-Kauffrau an der Humboldt Universität zu Berlin ab. Bereits während des Studiums entwickelte sie ein besonderes Interesse an dem Thema „Corporate Social Responsibility“ und sammelte erste praktische Erfahrungen in der Personalabteilung bei Volkswagen in Córdoba, Argentinien. Auch nach dem Studium verknüpfte sie ihr Interesse an diesem Thema mit ihrem Beruf und vertiefte von 2010 bis 2013 ihre Qualifikationen durch eine Stelle als Redakteurin bei dem Entscheider-Magazin forum Nachhaltig Wirtschaften. In dieser Zeit begann sie auch ein Fernstudium an der Freien Journalistenschule in Berlin und erlangte im Jahr 2013 den Grad der Diplom-Wirtschaftsjournalistin. Heute leitet Sandra Lukatsch das Querdenker-Magazin und die PR-Abteilung beim Münchener Querdenker-Club und schreibt nebenher als freie Autorin für das Online-Portal WiWo green.

Nicht die Hoffnung aufgeben!

Durch ein abgeschlossenes BWL-Studium mit dem Schwerpunktfach Corporate Social Responsibility (CSR) erlangt man noch lange nicht die Fähigkeit, gesellschaftliche Verantwortung in der Praxis umzusetzen. Das durfte Sandra Lukatsch als Mitarbeiterin im Umweltmanagement bei einer großen Markenfirma gleich nach ihrem Studium erfahren. Seit mehr als drei Jahren kann sie als Journalistin und Redakteurin ihre beiden größten Leidenschaften miteinander verbinden: Die Affinität zum Thema CSR und das journalistische Schreiben.

Meinen ersten Artikel schrieb ich mit 14 Jahren im Rahmen meines Schulpraktikums im Kreishaus des Landkreises Emsland. Zugegeben – dieser Artikel bestach weder inhaltlich noch stilistisch. Aber für die emsländischen Dorfblätter war es immerhin eine Sensation, dass eine seltene Spargel-Dose wieder aufgetaucht und im Sögeler Schloss Clemenswerth ausgestellt worden war! Der Anfang einer Journalismus-Karriere? Lange nicht!

„Wie werde ich denn Journalistin?", hatte ich meinen Praktikumsbetreuer, den Leiter der Pressestelle, gefragt. „Am besten studierst Du BWL!" Fünf Jahre später saß ich auf den Treppenstufen überfüllter Hörsäle und schlug mich mit Formeln, Kurven und Abkürzungen herum. So hatte ich mir das nun wirklich nicht vorgestellt. Und zu allem Überfluss hatte dies gar nichts mit meinem eigentlichen Berufswunsch zu tun.

Den Gedanken an die rasende Reporterin legte ich bereits bei der Mikroökonomie-Klausur im ersten Semester ab. Es muss doch irgendein interessantes Fach geben, um durch dieses Studium zu kommen – dachte ich mir andauernd. Und da war er: Der Lehrstuhl für Internationales Management an der Humboldt Universität zu Berlin bei Prof. Dr. Schwalbach, dem Prediger von Glaubwürdigkeit, Zuverlässigkeit, Ehrbarkeit, was unternehmerische Praktiken angeht. Zwar konnte auch er es nicht lassen, uns alles über Formeln und Kurven beizubringen. Aber durch ihn entwickelte ich meine Leidenschaft für das Thema Corporate Governance und die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen, so dass ich im Rahmen meiner Diplomarbeit die Arbeitsbedingungen in chinesischen Zulieferfabriken von Computerfirmen untersuchte.

Studium beendet = Königin der (Nachhaltigkeits-)Welt?

Voller Tatendrang, die Hebelkraft großer Markenfirmen zu nutzen, um einen gesellschaftlichen Einfluss zu erzielen, begann ich meine Arbeit im Umweltmanagement bei einer bekannten Fast Food-Kette. Hier wird es viel zu tun geben, dachte ich mir: Qualitätssicherung der gesamten Produktpalette, Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben und den Franchise-Restaurants, Abfallmanagement, Green Building, Grüner Fuhrpark und und und.

Am Ende des Tages scheiterte bereits die Umsetzung eines Green Office-Projekts in dem Restaurant Support Center (RSC), also dem Kopf der gesamten Fast Food-Kette. Die Einführung von Keramiktassen sorgte für eine riesige Empörung bei den Managern. Pappbecher sind hygienischer! Das Umweltpapier zum Abtrocknen der Hände (Handtücher waren verboten) ist zu rissig! Mülltrennung? Ach Quatsch – das landet am Ende ohnehin alles wieder in einem Behälter! Das beste Argument gegen die Einführung der memo-Holzkulis war, dass sich diese nicht an die Hemdtasche stecken lassen.

Das Schlimme daran: Die Zentrale hat nicht mal den größten Impact auf die Umwelt. Denn hier werden nicht tagtäglich Unmengen von Müll produziert. Unweigerlich fragt man sich: Wie sieht es dann in der gesamten Zulieferkette aus? Medienberichte geben Antworten darauf.

Mit Überzeugung seine Ziele verfolgen!

Aber es gibt sie ja, die vorbildlichen Unternehmen! Es gibt jene Menschen, die sich mit Begeisterung für das Thema Nachhaltigkeit einsetzen. Dies muss man sich in Erinnerung rufen, um nicht die Hoffnung zu verlieren. Dann kann man aus Überzeugung weiter sein Ziel verfolgen und sich mit diesem Bewusstsein direkt mit den Köpfen eines Unternehmens auseinandersetzen, um eine Veränderung herbeizuführen. Aber wie stellt man es an, von gerade diesen Entscheidern gehört zu werden?

Man nutzt sein Wissen als „Wirt, der nichts wird“, setzt einen oben drauf und macht „irgendwas mit Medien“. So habe ich die Chance, bei öffentlichen Auftritten und Netzwerken Entscheider aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft auf Augenhöhe zu begegnen. Mit dem journalistischen Schreiben nutze ich die Wirkung der Medien, um gute Projekte und Ideen öffentlich zu machen und innovative Denkanstöße zu geben. Ich habe die Möglichkeit, das Thema mit Begeisterung und Leidenschaft nach außen zu tragen und damit die Welt ein bisschen besser zu machen!

Geänderte Version, Originaltext erschienen am 28.03.2012 auf www.forum-csr.net