Sascha Groß

Für Sascha Groß, Jahrgang 1986, spielten der Kontakt zur Natur und die Leidenschaft für den Sport schon immer eine bedeutende Rolle in seinem Leben. Bereits mit fünf Jahren stand er als Judoka auf der Matte und die Natur entdeckt er bis heute auf langen Radreisen quer durch Europa. Sascha Groß absolvierte nach seinem Abitur ein Freiwilliges Ökologisches Jahr beim Naturschutzbund. In diesem Jahr entdeckte er seine Begeisterung für den Umweltschutz. Nach seinem Bachelor in Nachwachsende Rohstoffe und Bioenergie hing er seinen Master 2013 an den Haken. Mit seinen Mitstreitern verfolgt er seitdem die Idee, auf einer Plattform langfristige Sport- und Umweltschutzförderung miteinander zu verbinden. Das Ergebnis heißt www.PowerAthleten.de.


PowerAthleten - mein erstes
Sponsoring
 

Wie kamst du auf die Idee PowerAthleten.de?

Als Judoka trainierte ich viele Jahre an einem Olympiastützpunkt. Ich habe viele Talente gesehen, die immer wieder von finanziellen Engpässen eingeschränkt wurden. Geldmangel verhinderte den Aufstieg in die Bundesliga und auch die Trainingsgeräte waren antik.

Neben dem Sport war ich im Umweltschutz aktiv. Auf einer Busfahrt zu den Klimaschutzdemos in Kopenhagen 2009 kam ich auf den Gedanken, die beiden Dinge zu verbinden. Umweltschutz ist für den Einzelnen so wenig fassbar. Es fällt schwer die Menschen dauerhaft für den Umweltschutz zu gewinnen. Beim Sport hingegen brennen die Leute für ihre Ziele. Jetzt fehlte lediglich die konkrete Verbindung.

Wie sahen die ersten Schritte von PowerAthleten aus?

Als Hilfswissenschaftler entwickelte ich 2010 eine Pflanzendatenbank. Nicht allzu kompliziert, aber für mich war das der Eintritt in eine neue Gedankenwelt. Mit Programmierung hatte ich vorher nicht viel am Hut, aber durch diesen Anstoß begann ich darüber nachzudenken, ob eine Online-Plattform mein Instrument werden könnte.

Ein befreundeter Judoka durfte 2012 beim großen Grand Slam in Tokyo kämpfen. Das ist so etwas wie das Wimbledon des Judo. Die Selbstbeteiligung von 1000 Euro hätte fast seine Teilnahme scheitern lassen. Er lieh sich schließlich das Geld. Anhand dieses konkreten Beispiels, fing ich an Ideen zu konkretisieren

Hier waren schon alle Komponenten zusammen. Eine Online-Plattform für konkrete Sportprojekte, Vereinskollegen, die direkt unterstützen können und Umweltschutz. Ich will die Menschen über Gemeinschaft und Begeisterung abholen, statt abstrakt für Umweltschutz zu werben.

PowerAthleten organisiert heute ein erstes Sponsoring für Sportler und Vereine. Wir coachen unsere Sportler in Öffentlichkeitsarbeit und ermöglichen ihnen, ihr Sportbudget um ca. 15% zu erhöhen.

Über einzelne Sportprojekte mobilisieren die Sportler ihr eigenes regionales Umfeld und finanzieren ihre Ziele dauerhaft über Provisionen aus dem Verkauf von umweltfreundlichen Abo-Produkten. Der Unterstützer ersetzt zum Beispiel konventionellen Tee durch Biotee. Solange er sein Tee im Abo genießt, solange unterstützt er mit jedem Teekauf den Sportler. Als Bonus begleitet der Unterstützer den Weg des Sportlers über dessen Projektblog.

Wer sind die wichtigsten Kontakte?

Über die Idee einer Web-Plattform gewann ich meinen ersten Mitstreiter, Florian Röser. Er war mit mir beim Naturschutzbund aktiv. Wir beschlossen, die Plattform selber zu programmieren, tüftelten herum und kamen auf eine Crowdfunding-Plattform. Allerdings war Flo durch seine Masterarbeit zeitlich zu sehr eingeschränkt.

Ich machte mich auf die Suche nach einem Technologie-Partner und fand über vielerlei Umwege heraus, dass Startnext, selber eine Crowdfunding- Plattform für Kreative, Lizenzen für seine Plattform vergibt. Das war ideal. Ich nahm Kontakt mit deren Geschäftsführer auf und bekam eine Ahnung von den finanziellen Mitteln, die nötig sein würden, um die Technologie zu nutzen und PowerAthleten zu betreiben.

Aber woher das Geld nehmen? Zum Jahreswechsel 2013 war ich immer noch Student, hatte wenig finanzielle Mittel und schrieb Förderanträge. Wirtschaftsnahen Einrichtungen war das Projekt zu sozial orientiert. Ökologisch orientiere Organisationen befanden, dass zu viel „Business“ dabei sei. Davon ließ ich mich jedoch nicht beeindrucken und gründete im April 2013 eine GmbH. Das nötige Eigenkapital organisierte ich aus dem Familienumkreis. Nun war ich Unternehmer, nun konnte es losgehen.

Im Mai 2013 traf ich Florian Deising. Er war mal Unternehmensberater und hatte große Projekte in Konzernen verantwortet. Als wir uns über drei Ecken kennen lernten, suchte er nach einer neuen Aufgabe. Früher hatte er sich auf Umweltdemos engagiert, selber eine Umwelt AG gegründet und war in der Kommunalpolitik bei den Grünen unterwegs. Das war mein Kandidat und er sagte zu. Nun ging alles recht zügig.

Der Businessplan wurde im Juli fertig und die Bank knackten wir im August. Florian stieg dann als geschäftsführender Gesellschafter mit ein. Noch im Oktober 2013 sind wir mit unserem ersten Projekt gestartet.

Wie hoch ist der Umsatz, die Fananzahl und welche Produkte gibt es?

Innerhalb von drei Monaten haben wir die Teekampagne, die Gewürzkampagne und Grünspar für uns gewinnen können. Im Moment integrieren wir eine Behindertenwerkstatt, die Bio-Kaffee röstet. Aktuell lösen 50 Unterstützer durch den Kauf von fairen und guten Produkten eine jährliche Förderung von 1300 Euro aus.

Von fünf Projekten kann man natürlich noch nicht leben. Aber das ist gerade die Aufgabe für 2014. Wir wollen im nächsten Halbjahr 30 weitere Projekte auf die Plattform bekommen.

Was sind Eure nächsten Aktionen?

Wir planen in den nächsten Wochen vor allem die Fachverbände in Deutschland zu gewinnen und wollen Wettbewerbe in den einzelnen Sportarten starten. Sprich, für das größte Projekt auf PowerAthleten in einem Verbandsgebiet wird ein Preisgeld ausgelobt. So wollen wir die Anfangshürde in den einzelnen Sportarten nehmen. Wir vertrauen darauf, dass die Verbände viel näher an den Sportlern dran sind.

Zusätzlich wollen wir mehr Produkte auf die Plattform bekommen, um damit die Förderleistung pro Sportler weiter zu steigern.

Was wünscht Du Dir für die Zukunft?

Ich wünsche mir für die nächste Zeit, dass das Streß-Level mal wieder nach unten geht. So ein Startup macht einen irren Spaß und bringt viel Arbeit. Aber in jeder Minute weiß ich, dass wir mit PowerAthleten an der richtigen Idee arbeiten.

Unser Team ist großartig und über die Arbeit hinaus sind Freundschaften gewachsen. Unser Gesellschafterkreis teilt unsere Ideale und unterstützt uns, wo es nur geht. Da kann man sich nicht mehr erhoffen. Da ist man für die Zukunft gut gestimmt. Ich wollte immer Unternehmer sein. Jetzt machen wir das. So viele Wünsche bleiben da nicht offen.

Stand: Juli 2014