Stefanie Kästle

Stefanie Kästle, geboren 1982, ist zuständig für Qualitätsmanagement, Umwelt und Controlling bei der Mader GmbH & Co. KG. Nach ihrer Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten studierte sie Wirtschaftsrecht an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen-Geislingen. 2011 begann sie ihre Tätigkeit im Bereich Personal und Controlling bei Mader. Seit Ende 2011 ist sie Qualitäts- und Umweltmanagementbeauftragte. Ergänzend zu ihren zusätzlichen Aufgaben im HR-Bereich (Diversity-Projekte) hat sie sich zum Ziel gesetzt, auch Kunden für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren und diese bei der Erfüllung ihrer Umweltziele zu unterstützen.

Weitere Informationen: http://www.mader.eu/

Nachhaltigkeit & Kommunikation

Interview mit Stefanie Kästle, verantwortlich für Qualitäts-, Umwelt- und  Energiemanagement bei der Mader GmbH & Co. KG:

Frau Kästle, in diesem Jahr erschien Ihr erster Nachhaltigkeitsbericht. Er ist die Folge eines langen Prozesses, in dem alle Anspruchsgruppen des Unternehmens gleichermaßen mitgenommen und überzeugt werden mussten. Wie ist Ihnen das gelungen?

Wir setzen auf allen Unternehmensebenen Anreize zum Umdenken und beziehen sämtliche Stakeholder ein. Alle Mitarbeiter sind in unsere Managementsysteme (9001, 14001, 50001, OHSAS) eingebunden. Durch Kommunikation sowie Schulungen und Workshops fördern wir ein umweltbewusstes Verhalten unserer Mitarbeiter.

Kunden sensibilisieren wir im Rahmen von Seminaren und durch spezielle Informationskampagnen. Dazu gehören z.B. unser Blog www.mader-energieeffizienz.de, unsere Website und das Kundenmagazin, aber auch Publikationen in Fachmedien.

Den Erfahrungsaustausch mit den Stakeholdern stellen wir durch die aktive Mitarbeit in verschiedenen Netzwerken zum Klimaschutz und Energiethemen sowie Bildungspartnerschaften sicher. 2015 haben wir die WIN!-Charta BW  www.huffingtonpost.de/alexandra-hildebrandt/bilanzen-im-gleichgewicht_b_7743986.html unterzeichnet.

Wie erfolgt die Steuerung Ihrer Nachhaltigkeitsaktivitäten?

Sie erfolgt zentral über den Bereich Qualitäts-, Umwelt-, Energiemanagement. Diese Stabsstelle berichtet direkt der Geschäftsleitung, so dass eine enge Abstimmung gewährleistet ist. Im zweiwöchentlichen Führungskreismeeting werden aktuelle Projekte besprochen. So wird die effektive Steuerung und Umsetzung der Nachhaltigkeitsprojekte sichergestellt.

Wo sind Ihre sämtliche Prozesse und Abläufe formal geregelt?

In unserem Managementhandbuch. Wir analysieren regelmäßig unsere Zielerreichung in den Bereichen Ökologie, Soziales und Ökonomie. Die Ziele werden jährlich festgelegt und sind allen Mitarbeitern bekannt. In unserem jährlich festgelegten Programm sind Maßnahmen zur Zielerreichung aufgeführt.

Sehen Sie sich als Nachhaltigkeitsvorreiter in Ihrer Branche?

Ja, damit verbunden ist allerdings auch, dass wir anderen Unternehmen ein Vorbild sein und zeigen möchten, dass insbesondere mittelständische Unternehmen viel bewegen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit steigern können.

Was heißt das konkret für den Bereich Energieeffizienz?

Wir sind zertifiziert nach ISO 14001 und ISO 50001 und beziehen unseren Strom zu 100% aus Wasserkraft. Durch technische Maßnahmen (LED-Beleuchtung, Server-Virtualisierung, energieeffiziente Monitore/Drucker) und Sensibilisierung unserer Mitarbeiter hat sich der Stromverbrauch seit 2011 um fast 30% reduziert. Seit 2014 haben wir ein Elektrofahrzeug und sind Teilnehmer am Projekt Get eReady.

Unsere Auszubildenden führen Workshops zum Thema Umweltschutz durch und stellen regelmäßig Energie-/Umwelttipps ins Intranet ein. Zusätzlich sind als „Energieermittler“ im Betrieb unterwegs und verteilen Aufkleber an Kollegen, die z.B. vergessen haben, das Licht in der Pause auszuschalten. Durch solche Projekte können wir die Weiterentwicklung ihrer sozialen Kompetenzen und Umweltschutz optimal verbinden.

Wie gehen Sie mit dem Thema Beschaffung und Lieferantenmanagement um?

Sozial- und umweltverträgliche Arbeitsbedingungen bei der Herstellung sind uns wichtig.
Bei der Lieferantenauswahl achten wir neben Qualität, Kosten, Liefer- und Mengentreue daher auch auf Nachhaltigkeit. Um sicherzustellen, dass Lieferanten unseren Anforderungen entsprechen und die Erwartungen unserer Kunden erfüllen, werden diese zunächst anhand einer Selbstauskunft einer eingehenden Beurteilung unterzogen.

Was wird konkret abgefragt? Und worauf legen Sie besonders Wert?

Beispielsweise Qualitäts- und Umweltzertifizierungen sowie die Umsetzung im Unternehmen. Zusätzlich erhalten neue Lieferanten unsere Leitlinien, die Grundsätze enthalten, die uns wichtig sind (Grund-/Menschenrechte, Arbeitsschutz/-sicherheit, Gesundheit, keine Diskriminierung, keine Zwangsarbeit, keine Korruption) und deren Einhaltung wir erwarten.

Inwiefern werden hier auch Umweltaspekte berücksichtigt?

Funktionalität und Umweltverträglichkeit sind Kennzeichen unserer beschafften Materialien und Produkte. Bei der Neuaufnahme von Produkten werden auch mögliche Umweltaspekte hinsichtlich der Konformität mit gesetzlichen Vorgaben, Emissionen, Energieverbrauch in der Anwendung sowie Stand der Technik erfasst. Ziel ist, verstärkt Produkte mit einer höheren Energieeffizienz ins Portfolio aufzunehmen und aktiv zu vermarkten.

Werbematerialen lassen wir klimaneutral drucken. Unser Büromaterial beziehen wir bei einem Lieferanten, dessen Produktangebot sorgfältig nach ökologischen und sozialen Kriterien geprüft ist. Auf den Energieverbrauch wird auch beim Kauf von elektrischen Geräten geachtet. Bei der Neuanschaffung von Poolfahrzeugen sind der CO2-Ausstoß sowie Kraftstoffverbrauch entscheidende Kriterien.
Vielen Dank für das Gespräch.

Zum Unternehmen

Der  Druckluft- und Pneumatikspezialist aus Leinfelden bei Stuttgart gehört zu den 29 Klimaschutz-Unternehmen sowie zu den TOP 20-Dienstleistern des Jahres und wird jährlich erfolgreich durch den TÜV auditiert. 2013 besuchte Bundeskanzlerin Angela Merkel das Unternehmen im Rahmen ihrer Demografie-Reise.

Mader gehört zu den Finalisten für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2015  www.nachhaltigkeitspreis.de/home/wettbewerb/unternehmen/.
Insgesamt 15 Unternehmen aus rund 500 Bewerbungen schafften es in die Endrunde des bundesweiten Nachhaltigkeitswettbewerbs.

Die Auszeichnung wird zum achten Mal von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung verliehen. Die Preisträger werden am 27. November 2015 im Rahmen des deutschen Nachhaltigkeitstages in Düsseldorf bekanntgegeben.

Die Nominierung der Mader GmbH & Co. KG begründet die Jury mit dem Engagement des Mittelständlers für den energieoptimierten Einsatz von Druckluft: „eine wichtige Technologie, die in vielen Industrien Verwendung findet und normalerweise mit hohem Energieaufwand verbunden ist… Die innovativen Produkte von Mader aber verbrauchen bis zu 50% weniger Strom. Das ist ökologisch wertvoll, und auch ökonomisch sinnvoll für die Kunden“.

Im Zusammenhang mit der Bewerbung misst Geschäftsführer Werner Landhäußer der Markteinführung des modularen Dienstleistungspakets Mader AirXpert eine hohe Bedeutung bei: „Ich glaube, dass wir mit AirXpert das richtige Instrument gefunden haben, um selbst zögerlichen Kunden die ökologischen und nicht zuletzt ökonomischen Vorteile einer energetischen Druckluftoptimierung schmackhaft zu machen.“

Das Interview erschien zuerst unter dem Titel „Führen - Leisten - Geben: Was ist richtiges Nachhaltigkeitsmanagement?“ am 12.10.2015 in der Huffington Post: http://www.huffingtonpost.de

Weitere Informationen:
Nachhaltigkeitsbericht Mader:  www.mader.eu/fileadmin/download/unternehmen/Mader-Nachhaltigkeitsbericht

Stand: November 2015