Stephan Günther

Stephan Günther, geboren 1983 in Otterndorf an der Elbemündung, ist der Leiter des Bereiches Marketing und Redaktion der Energieheld GmbH. Das Startup mit Sitz in Hannover informiert und berät Interessierte zum Thema energetische Gebäudesanierung. Bei konkretem Sanierungsinteresse können sie bundesweit Kontakt zu Handwerkern aus ihrem Netzwerk herstellen. Stephan Günther hat in Hannover Wirtschaftswissenschaften (Dipl. Ök.)  studiert. Seine Schwerpunkte im Studium waren neben dem Marketing das Non-profit-Management sowie die Unternehmensführung und Organisation.

Weiterführende Informationen:
www.energieheld.de
Stephan Günther bei  XING

 

Keine Energiewende ohne die Bürger

EEG, EnEG, EnEV und Wärmeschutzverordnung sind nur vier der diversen gesetzlichen Bundesrechtsverordnungen zur Einsparung von Energie in Gebäuden. Doch nicht alles lässt sich politisch regeln, soll sich etwas verändern muss der Großteil von den Menschen selber kommen. So auch bei der Energiewende.

Ich bin bei Energieheld für das Marketing und die Redaktion zuständig. Als ich auf dem Wirtschaftsgymnasium in Cuxhaven vor etwa 12 Jahren zum ersten Mal mit Marketing in Kontakt kam, dachte ich mir: “Das ist interessant, später will ich Marketing für Greenpeace machen”. Nun ist es nicht Greenpeace geworden, sondern Energieheld, doch wer die Welt der Start-Ups kennt, der weiß wie spannend diese ist.

Energieheld - einfach, energetisch saniert.

Wir kämpfen jeden Tag dafür, dass die Menschen unabhängige und realistische Informationen zur energetischen Gebäudesanierung erhalten. Was kostet eine Fassadendämmung? Lohnt sich Solarthermie? Sind Pelletheizungen ökologisch sinnvoll? Welche Dämmstoffe eignen sich?
Viele wichtige Informationen lassen sich bei uns bereits online im Webportal finden, doch wenn es dann im zweiten Schritt wirklich konkret wird, bedarf es einer genaueren Betrachtung. Nicht immer sind Wärmepumpen als Heizsystem die beste Wahl. Auch braucht es keine dreifachverglasten Fenster, wenn die Fassade nicht gedämmt ist. Man muss jedes Haus einzeln betrachten, erst dann kann man sagen, was wirklich die beste Lösung ist. Zu diesem Zwecke beraten wir Sanierungsinteressierte weiter telefonisch zu ihren Vorhaben. Das machen wir umsonst, denn in den meisten Fällen suchen die Sanierer auch entsprechende Fachhandwerker mit denen wir in direktem Kontakt stehen. So bringen wir die Online-Welt und die unserer Kunden mit dem traditionellen Handwerk zusammen. Der Dachdecker bekommt einen vorqualifizierten Auftrag von uns und der Sanierende ist umfassend und unabhängig informiert.

So verbessern wir den Ablauf in der Gebäudesanierung und ermöglichen Maßnahmen, mit denen täglich viel Energie und damit CO2-Emissionen eingespart werden.

Bei Energieheld bin ich Teil einer spannenden Online-Erfolgsgeschichte, mit der wir die Welt der Gebäudesanierung revolutionieren. Und diese Geschichte ist noch nicht zu Ende:

Energieeffiziente Gebäude: Ökologisch und ökonomisch sinnvoll

Was mich antreibt, ist das Bewusstsein, dass wir als Menschen zu einem respektvolleren  Umgang mit der Welt fähig sind. Das ist auch nicht sonderlich kompliziert und schwer umzusetzen. Man muss nur ein paar Dinge wissen und eben den Willen zur Veränderung mitbringen.

Wir sind gerade dabei in nur wenigen Generationen die kompletten fossilen Ressourcen zu verbrauchen, für die es viele tausend Jahre gebraucht hat zu entstehen. Wir sind uns gewiss alle einig, das ist nicht die beste Art und Weise, uns mit Wärme, Strom und Mobilität zu versorgen. Diesen CO2-Schock verkraftet das Klima nicht. Energiewende bedeutet, diesem entgegen zu gehen. Energie aus erneuerbaren Ressourcen, wie Sonnenlicht (Solar) oder Holz (Pellets) sowie eine generelle Verringerung des Energiebedarfs, etwa durch Dämmungen ermöglichen ein Leben wieder mehr im Einklang und dem Rhythmus der Natur.

Richtig durchdacht und durchgeführt sind die Maßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung zudem noch ein finanzieller Erfolg. Durch die höhere Energieeffizienz sinken die Energiekosten, was schließlich eine Einsparung von mehreren hundert Euro jährlich sein kann - eben je nach Sanierungsmaßnahme. Die Kosten für die Dämmung des Daches, für die neuen Fenster oder die moderne Heizung sind damit nach einigen Jahren wieder hereingeholt. Die Lebensdauer der Bauteile ist jedoch noch um einiges höher. Und das ganze bei einer Verringerung der persönlichen CO2-Emissionen.

Warum sanieren also nicht alle Hauseigentümer sofort das gesamte Haus? Verständlich, der finanzielle Aspekt ist wohl das größte Hindernis. Zunächst einmal muss das Geld aufgebracht werden, die Einsparungen (finanziell und ökologisch) entstehen erst im Laufe der Zeit. Und es gibt ein weiteres Problem:

Energiewende: Fehlfokussierung und Verunsicherung durch die Medien

Jeder kennt es, wenn in den Medien von der Energiewende gesprochen wird, geht es vor allem um Atomkraft vs. Windkraft, Stromtrassen oder neue Kühlschränke mit A+++ Energielabel. Fällt Ihnen etwas auf? In den meisten Fällen geht es um elektrischen Strom und dessen Erzeugung und Verbrauch. Natürlich sind das interessante Themen, aber die Wärme wird scheinbar selten zur Energie gezählt. Etwa 85% des Gesamtenergieverbrauches fallen in einem durchschnittlichen Haushalt auf die Wärmeerzeugung für Heizung und Warmwasser. Das Einsparpotential ist hier enorm. Eine genauere Betrachtung und Fokussierung auf diesen Bereich würde uns und die Energiewende weit nach vorne bringen.

Hinzu kommt die ständige Verunsicherung durch verschiedene Vorurteile. In den letzten Jahren waren die Medien vor allem auf die Risiken und Gefahren der Wärmedämmverbundsysteme fokussiert, speziell auf jene mit Dämmstoffen aus expandiertem Polystyrol (EPS), besser bekannt unter dem Markennamen „Styropor“. Das beste Beispiel ist hier sicherlich die Brandgefahr, welche durch Dämmungen drohen soll. Ich mache es einmal kurz: Von 186.000 jährlich gemeldeten Hausbränden sind bei lediglich 18 davon die Dämmungen beteiligt gewesen. Nur beteiligt, also nicht mal die Ursache. Bei Dachstühlen aus Holz und schönen Schilf-/Reetdächern wird die Brandgefahr jedoch hingenommen. Von der Brandgefahr durch Stoffvorhänge, Holztischen und elektrischen Fehlfunktionen wird weniger berichtet. So schreibt der Bundesverband der Verbraucherzentralen: „Im Verhältnis zur Gesamtzahl aller Hausbrände spielen Wärmedämmverbundsysteme als Ursache praktisch keine Rolle.“

Was am Ende zählt

Letztlich müssen die Menschen die Energiewende und den nachhaltigen Klimaschutz wollen. “Keine Energiewende ohne die Bürger” heißt auch, dass die Wertschätzung der Energiewende in der Bevölkerung entsprechend hoch sein sollte.
Die wohl nachhaltigste und daher sinnvollste Energienutzung ist die, die Energie gar nicht erst zu benötigen. Energieeffizienz ist hier das Stichwort, der Bürger kann hier durch seinen Konsum und sein Wohnverhalten selbst am meisten erreichen.

Stand: Juli 2015