Ulrich Maly

Dr. Ulrich Maly, Jahrgang 1960, wuchs im Nürnberger Stadtteil Schweinau auf und besuchte ein wirtschaftswissenschaftliches Gymnasium. Während seines Zivildienstes kümmerte er sich unter anderem um die Betreuung behinderter Kinder und war in der Altenpflege aktiv. Auch ehrenamtliches Engagement prägte seine Vita. In der Jugendarbeit groß geworden, war er in den 80er Jahren Vorsitzender des Kreisjugendrings. Sein Studium der Volkswirtschaftslehre an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität schloss er 1987 ab. Danach folgte die Promotion zum Dr. rer. pol. zum Thema „Wirtschaft und Umwelt in der Stadtentwicklungspolitik“, worin seine Neigung zur Kommunalpolitik zum Ausdruck kam. Der Privatmensch Maly joggt gerne, geht in die Fränkische zum Wandern und liebt Bergsteigen und Skilaufen. Außerdem hat er einen Hang zum Italienischen, der bei einem Studentenjob in einer italienischen Weinhandlung entstanden ist. Das prägt auch den Speisezettel des leidenschaftlichen Hobbykochs. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Seit Januar 1984 ist Dr. Ulrich Maly SPD-Mitglied, bereits 1967 trat er den Falken bei. Nach Abschluss seines Studiums war er Geschäftsführer der SPD-Stadtratsfraktion und von 1996 bis 2002 Kämmerer der Stadt Nürnberg. Stichworte dieser sechs Jahre sind eine bundesweit beachtete Budgetierung als Baustein der Verwaltungsreform, kreative Finanzierungsmodelle wie beim Neubau des Eisstadions oder auch das Finanzkonzept zum Ausbau des Franken-Stadions für die Fußball-WM. Als Finanzreferent führte Dr. Ulrich Maly die Kosten- und Leistungsrechnung bei der Stadt ein, bereitete die Umstellung des Rechnungswesens von der Kameralistik auf die Doppik und die Verwendung einer Standardsoftware vor. Seit 1. Mai 2002 ist er Oberbürgermeister seiner Heimatstadt. In seiner Funktion als Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg nimmt Dr. Ulrich Maly eine Vielzahl von Aufgaben und Funktionen wahr. Er ist unter anderem Vorsitzender im Aufsichtsrat verschiedener städtischer Töchter und Beteiligungsgesellschaften, Präsident des Deutschen Städtetages, Vorsitzender des Bayerischen Städtetages, Vorsitzender verschiedener Stiftungen, darunter der „Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg“, Vorsitzender der Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg e.V., Vorsitzender des Deutsch-Amerikanischen Instituts (DAI) und Vorsitzender des Vereins Geschichte der Stadt Nürnberg.
 

Nürnberg nachhaltig

Die Stadt Nürnberg fühlt sich dem Leitbild einer nachhaltigen Stadtentwicklung verpflichtet und bekennt sich ausdrücklich zum Konzept „Strategische Eckpunkte für eine nachhaltige Entwicklung in Kommunen“, das im Rahmen eines vom Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung mit Oberbürgermeistern geführten Dialogs entwickelt wurde. Diese Eckpunkte beinhalten Partizipation und Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern, Nachhaltigkeit als Chefsache und in der kommunalen Finanzpolitik sowie die Abstimmung der Aktivitäten mit anderen Kommunen, Ländern, dem Bund und der Europäischen Union.

Die Stadt Nürnberg hat bereits vor Jahren damit begonnen, im Sinne dieser Eckpunkte konkret auf kommunalpolitischer Ebene zu handeln. Die ersten politischen Beschlüsse hierzu hat der Stadtrat in den Jahren 2004 und 2005 gefasst. Es folgte ein aufwändiger referatsübergreifender Arbeitsprozess, in dem ein Katalog praxisbezogener Nachhaltigkeitsindikatoren für Nürnberg entwickelt wurde. Diese Datenbasis konnte seit dem ersten Bericht (2009) verstetigt und erheblich erweitert werden. Die Stadt Nürnberg verfügt inzwischen über ein Nachhaltigkeits-Monitoring, das es erlaubt, die Entwicklung von über 100 Indikatoren über längere Zeiträume zu verfolgen und im Hinblick auf die Frage einer zukunftsfähigen Entwicklung zu bewerten. Darauf aufbauend, hat die Stadt Nürnberg in einzelnen Bereichen bereits konsequent Fachpläne erarbeitet und umgesetzt, wie zum Beispiel den Luftreinhalteplan und den Lärmaktionsplan.

Der 2011 vorgelegte Bildungsbericht rückt den lernenden Menschen in den Mittelpunkt und schafft wesentliche Grundlagen für die Weiterentwicklung der Bildungsangebote für alle Lebensphasen. Ein Gewerbeflächenentwicklungskonzept, das dem Flächensparen einen hohen Stellenwert einräumen soll, ist in Vorbereitung. Diesem Thema muss in Nürnberg künftig noch mehr Beachtung geschenkt werden. Der Jahreskongress der „European Land and Soil Alliance“ (ELSA), der im April 2013 unter dem Motto „Flächensparen – Boden gut machen“ in Nürnberg stattfand, leistete dazu einen wesentlichen Beitrag.

Der zweite Nachhaltigkeitsbericht der Stadt Nürnberg baut auf der Systematik des ersten Berichts von 2009 auf und gibt einen umfassenden und gleichzeitig detaillierten Überblick über die Entwicklung Nürnbergs im Hinblick auf die vier wichtigen Nachhaltigkeitsbereiche

• einer Stadtentwicklungspolitik, die die naturräumlichen und ökologischen
Rahmenbedingungen als Basis ihres politischen Handelns
versteht,

• einer solidarischen Stadtgesellschaft, die die gleichberechtigte
Teilhabe aller an Bildung, sozialer Anerkennung und Mitwirkung
als Grundlage jedes Gemeinwesens begreift,

• einer zukunftsfähigen Wirtschaft, die anstrebt, ihre Wachstums- und
Innovationsfreudigkeit mit dem natürlichen Angebot an Ressourcen
und Energie dauerhaft in Einklang zu bringen sowie

• neuer Beteiligungsprozesse, die der Eigenverantwortung und
dem Vertrauen des Einzelnen in zukunftsfähige Entscheidungen
der Politik und der Verwaltung gerecht werden.

Es ist nicht ganz einfach, die Frage zu beantworten, ob die Stadt Nürnberg dem Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung gerecht wird oder nicht. Die Fülle der hier vorgelegten Indikatoren und Kennzahlen fordert auf zu differenzierter Betrachtung, Bewertung und weiterer Diskussion über künftige Prioritäten und Strategien. Viele offene Fragen werden sich erst beantworten lassen, wenn Daten und Entwicklungen über einen längeren Zeitraum zur Verfügung stehen, so dass die Entwicklungstrends besser beurteilt werden können. Für den Umweltbereich sollen die operativen Ziele und Aktivitäten mittelfristig in einem Masterplan Umwelt zusammengefasst werden. Die Erreichung der Ziele wird dann anhand des Nachhaltigkeits-Monitorings überprüft und transparent gemacht.

Quelle:  Bericht zur nachhaltigen Entwicklung der Stadt Nürnberg (2009–2012), S.  2 f.